VDA macht sich für Wasserstoff im Verkehr stark

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), hat sich in einer Pressemitteilung für den Einsatz von Wasserstoff im Verkehrssektor stark gemacht und sich zur Importstrategie der Regierung für Wasserstoff geäußert. „Deutschland braucht Wasserstoff: für die Transformation der Industrie, zur Defossilisierung des Straßenverkehrs und insgesamt zum Erreichen der Klimaschutzziele“, schreibt Müller. Laut Nationaler Wasserstoffstrategie ist Deutschland demnach zu 50 bis 70 Prozent auf Wasserstoffeinfuhren angewiesen. „Aus diesem Grund ist die verabschiedete Wasserstoff-Importstrategie wichtig – und längst überfällig“, stellt Müller fest.

„Deutschland wird künftig weltweit zu den größten Wasserstoffimporteuren gehören. Mit der nun im Kabinett beschlossenen Wasserstoffstrategie will die Bundesregierung dazu beitragen, den weltweiten Wasserstoffhochlauf und somit auch die globale Energiewende zu beschleunigen“, heißt es dazu auf der Internetseite der Bundesregierung. Sie räumt aber auch ein, dass dieser Wasserstoff erst einmal nicht nur grün, also aus erneuerbaren Energien stammend, sein wird: „In der Hochlaufphase gibt es auch anderswo noch nicht genügend grünen Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen.“

Ein Jahr ist die Aktualisierung der Nationalen Wasserstoffstrategie inklusive entsprechender Bedarfe nun her, schreibt der VDA. Umso dringlicher sei jetzt eine zeitnahe praktische Ausgestaltung der Importstrategie. „Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit für entsprechende Investitionen. Dazu gehört der Abschluss langfristiger Energiepartnerschaften, sowohl national für Deutschland als auch auf EU-Ebene. Nur mit langfristigen Lieferverträgen werden Investitionen in Anlagen und Infrastruktur angereizt. Je eher dies passiert, desto eher können wir von niedrigeren Kosten profitieren“, führt Müller aus.

Neuer Schub für Wasserstoff im Verkehr?

Darüber hinaus müssten die Vorgaben zur Importstrategie und zur heimischen Produktion harmonisiert werden. „Adressiert erstere eine Vielzahl von Wasserstoffderivaten – darunter Ammoniak, Methanol oder synthetisches Methan – sind im Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz lediglich Umwandlungsanlagen für Ammoniak vorgesehen“, stellt Müller fest. Dass nun auch kohlenstoffarme Wasserstoffarten und nicht ausschließlich grüner Wasserstoff berücksichtigt werden, sei im Sinne der Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit ein wichtiger Schritt in der Transformation, solange grüner Wasserstoff nicht in ausreichenden Mengen vorhanden sei.

„Im Verkehrssektor ermöglichen Wasserstoff und seine Derivate nicht nur, die Bestandsflotte zu defossilisieren, sondern auch den Hochlauf von Null-Emissions-Fahrzeugen anzutreiben. Deshalb sollte der Einsatz von Wasserstoff und seinen Derivaten nicht auf bestimmte Sektoren festgelegt werden. Die Automobilindustrie kann einen erheblichen Beitrag zum Hochlauf entsprechender Technologien leisten, indem sie Nachfrage stimuliert und dadurch den Bau von Produktionsanlagen an günstigen Standorten anreizt“, schließt Müller ihren Brief.

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 24. Juli 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Jakob Sperling:

Ich habe noch von keiner H2-Tankstelle in Europa gehört, die nicht ausschliesslich grünen Wasserstoff anbietet.
Und ‚grün‘ heisst gemäss EU-Definition ‚aus zusätzlich erstellter grüner Strom-Produktion‘.

Jakob Sperling:

Da hat einer vor 5 Monaten zwei negative Meldung zu H2-Mobilität gefunden und sie sorgfältig aufbewahrt.
Es gibt Foren wie dieses hier, die jeden Tag Meldungen zur H2-Mobilität verbreiten. Natürlich überwiegend positive, dazwischen aber auch mal eine negative, wie die, die dir als einzige geblieben ist.
Aber ich weiss, dass du das nicht wissen willst; du weist ja schon, wie das ist und suchst nur noch Meldungen, die dazu passen.

Jakob Sperling:

Aktuell ist die Preis-Leistungs-Kurve bei den wichtigsten H2-Komponenten (Brennstoffzelle, Tanks) deutlich steiler als bei Batterien.

Jakob Sperling:

Wenn Du willst, kannst Du die Meldung problemlos überprüfen.
Sie wurden vor einigen Tagen von der kalifornischen Regierung publiziert.

Aber ich nehme an, du und deine Kollegen wollen gar nicht überprüfen ob das stimmt, weil es nicht in euer Weltbild passt.

Spock:

[Edit: Kommentar gelöscht, bitte unsere Netiquette beachten, danke / Die Redaktion]

Frank2:

Strom für BEVs war in D im ersten Halbjahr zu 60% grün – ein ziemlicher Erfolg finden Sie nicht?
Strom für BEVs in der CH ist zu ca. 90% grün – auch ziemlich cool oder.

Warum weltweit?
Ich dachte wir sollen eine Vorreiterrolle spielen – so wie bei den Plastikstrohhalmen :-)

Gerd:

Zitat „“Im Verkehrssektor ermöglichen Wasserstoff und seine Derivate nicht nur, die Bestandsflotte zu defossilisieren, sondern auch den Hochlauf von Null-Emissions-Fahrzeugen anzutreiben.“

Ich schlage diesen VDA samt seiner Chef-Lobbyistin für den deutschen Comedy-Preis vor.

Nur noch Nebelkerzen, um von BEV und fehlender Batterie-Kompetenz abzulenken. Aber vielleicht erwischt Hildegard damit ja noch einen Marketingjob bei Toyota.

Johannes:

Kein deutscher Automobilhersteller entwickelt ernsthaft H2 Fahrzeuge weil dann da doch genug Kompetenz vorhanden ist, um keine Irrwege zu beschreiten. Da der VDA aber diese Unternehmen vertritt ist es eine ziemlich offensichtliche Nebelkerze, um noch weiter Verbrenner verschachern zu können.

Peter:

„Gerade letzte Woche wurde in Kalifornien definitiv das 12.6 Mia teure Projekt für einen Wasserhub gestartet, der u.a. 60 H2-Tankstellen, 5’000 FCEV-LKW, 1’000 FCEV-Busse und 165 Meilen H2-Pipeline umfassen wird. Die 1.2 Mia Bundes-Subvention sind auch gesprochen und die ersten Millionen schon ausbezahlt.“

Warum erzählst und spamst du mittlerweile seit 4 Jahren immer und immer wieder exakt die selben ake News ?

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