Vattenfall will Position bei Elektroauto-Ladeinfrastruktur stärken

Vattenfall will Position bei Elektroauto-Ladeinfrastruktur stärken
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat eine neue Geschäftseinheit gegründet mit dem Ziel, in Nordwesteuropa innerhalb von fünf Jahren ein führender Anbieter in Sachen Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu werden. Vattenfall peilt für die Jahre ab 2023 einen Umsatz von einer Milliarde Schwedischen Kronen an, umgerechnet gut 96 Millionen Euro.

„Wir entwickeln uns ständig weiter, um den Anforderungen der neuen Energielandschaft und den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden. Elektroautos werden immer beliebter und erhöhen damit den Bedarf an einfachen Ladelösungen. Mit der neuen Einheit setzen wir uns das Ziel, eines der größten Ladesysteme Nordwesteuropas aufzubauen.“ – Magnus Hall, CEO von Vattenfall

Vattenfall betreibt derzeit Elektroauto-Ladeinfrastruktur in Schweden, Deutschland und den Niederlanden, insgesamt sind es knapp 9000 Ladepunkte. Der Energiekonzern will sein Angebot für Ladelösungen für Privathaushalte, Unternehmen und öffentliche Dienste schrittweise auch auf neue Märkte wie Großbritannien, Frankreich und Norwegen ausweiten. „Ab jetzt erwarten wir, dass sich unser Ladennetz jedes Jahr verdoppeln wird, um die steigende Nachfrage zu bewältigen“, fügte Tomas Björnsson, Leiter der E-Mobility von Vattenfall hinzu.

Die neue Geschäftseinheit beschäftigt heute bereits 60 Mitarbeiter und soll weiterhin rasant wachsen. Um die Nutzung von Elektroautos weiter zu fördern, implementiert Vattenfall derzeit ein Programm zur Elektrifizierung seiner Flotte von 3500 Fahrzeugen. Diese sollen bis 2022 durch Elektroautos oder Hybridautos ersetzt werden.

„Die neue Energielandschaft hat die Wertschöpfungskette erweitert. Im Vergleich zur Vergangenheit wird ein großer Teil der Energie lokal erzeugt, gespeichert, umgewandelt und gesteuert. Kunden erwarten kosteneffiziente und zuverlässige Lösungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind und von einem vertrauenswürdigen und kompetenten Partner angeboten werden. Deshalb schaffen wir diese neue Geschäftseinheit.“ – Magnus Hall, CEO von Vattenfall.

Vattenfall denkt auch an Immobilien-Besitzer

Ein Gebäude ist kein passiver Abnehmer von zentral erzeugtem Strom und Wärme mehr, da die dezentrale Produktion, wie etwa mit Solaranlagen, kostengünstiger geworden ist und einen wichtigen Beitrag zu einem zukünftigen fossil-freien Leben leistet. Gleichzeitig steigt der Bedarf, Elektroautos vor Ort aufzuladen. Immobilien entwickeln sich somit mehr und mehr zu anspruchsvollen Energiesystemen, die eine Energiespeicherung und -optimierung benötigen, um der schwankenden Stromproduktion und -nachfrage im jeweiligen Gebäude gerecht zu werden.

Der neue Geschäftsbereich von Vattenfall soll auch Immobilienbesitzern wie Wohnungsgenossenschaften, Immobiliengesellschaften ebenso wie Projektentwicklern und Bauträgern helfen, auf diesen Bedarf zu reagieren, indem er für jeden Kunden maßgeschneiderte Energielösungen konzipiert, installiert und betreibt. Vattenfall bietet einen einzigen Ansprechpartner, der Hardware und Dienstleistungen zu einer kompletten Energielösung kombiniert. Diese Paketlösungen will der Konzern unter dem Namen Vattenfall InHouse anbieten.

„Wir werden unsere vor einem Jahr an den Start gebrachte Vattenfall Energy Solutions in die Aktivitäten von InHouse einbringen und gemeinsam Solarstrom, E-Mobilitäts-Infrastruktur, Nahwärme- und Speichertechnologien sowie digitale Messdienstleistungen anbieten, um den Energieverbrauch einzeln oder als voll integrierte Lösungen zu senken. Alle individuellen Angebote richten sich danach, was für das jeweilige Gebäude oder Quartier optimal ist und was der Eigentümer bzw. der Kunde wünscht.“ – Tuomo Hatakka, Vattenfall Deutschland-Chef

Quelle: Vattenfall – Pressemeldungen vom 17.04. und 20.04.2018

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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