Uniti One: Update zum E-Kleinwagen aus Schweden

Uniti One: Update zum E-Kleinwagen aus Schweden
Copyright:

Uniti

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Anfang März 2018 hat das Elektroauto-Startup Uniti einen funktionierenden Prototyp des Uniti One in einem kurzen Video vorgestellt. Kurz darauf war die Rede davon, dass ein potenzielles Verkaufsvolumen von über 50 Millionen Euro besteht. Nach Bekanntgabe erster Spezifikationen des Stromers wurde es ruhig um das Unternehmen. Bewusst habe man sich zurückgezogen, um sich auf das Produkt zu konzentrieren. Nun gibt es ein Update und noch Hoffnung für den Uniti One.

Begründet wurde der Rückzug aus der Öffentlichkeit mit dem nicht gerade einfachen Wandel vom kleinen Start-Up, mit einem ersten Prototypen, hin zu einem echten Automobilhersteller. Dies gepaart mit der Covid-19 Pandemie führte dazu, dass sich Uniti stärker auf seinen Kerne zu fokussieren begann. Geplant war, dass im zweiten Quartal 2020 ein erster serienreifer Prototyp auf die Straße kommen sollte. Bedingt durch Covid-19, welches Auswirkungen auf den „technischen Partner“ von Uniti hatte, konnten keine Karosserieteile gefertigt werden. Alternative Teile, die im Vereinigten Königreich hergestellt wurden, wären sehr viel teurer gewesen, was das sehr empfindliche Budget nicht verkraften konnte.

Daraufhin verkleinerte das Start-Up sein Team und reduzierte die laufenden Kosten auf ein absolutes Minimum, um zu überleben. „Das war das Schmerzhafteste und Schwierigste, was ich je tun musste. Aber mit stark begrenzten Ressourcen mussten wir uns darauf konzentrieren, herauszufinden, wie wir unsere Autos produzieren können. Dazu gehörte auch, dass wir unsere Öffentlichkeitsarbeit zum Stillstand brachten, bis wir eine gute Nachricht und ein Team hatten, das sie verbreiten konnte“, so der CEO Lewis Horne.

Im Zuge der Umstrukturierung kam Uniti davon ab eine eigene Fabrik zu errichten – da dies zu Kapitalintensiv und Risiko belastet sei. Stattdessen habe man potenzielle Partner in China ausfindig gemacht, welche für das Start-Up fertigen. Uniti selbst soll sich dann auf EU-Vertrieb, westliche Software oder eine europäische Marke und ein europäisches Design konzentrieren. Durch die Konzentration auf die eigenen Schwerpunkte gelingt es auch die Kosten im Griff zu behalten.

„Diese Taktik steht auch im Einklang mit unserer Mission, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen zu erhöhen. Für die meisten Menschen ist der Markt für Elektrofahrzeuge immer noch zu teuer, und Geringverdiener haben nur wenige andere Möglichkeiten als kostengünstige Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die fossile Brennstoffe verbrennen. Niedrigere Produktionskosten in China können dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.“ – Lewis Horne, CEO von Uniti

Von all diesen Zwischenschritten hatte man nichts berichtet, da deren neuer Investor darum gebeten hat die Zeitschiene zu überarbeiten, Schwerpunkte anders zu setzen und zunächst einen umsetzungsfähigen Plan vorzuweisen, bevor man erneut in die Öffentlichkeit tritt. Man habe eine langwierige Due-Diligence-Prüfung abgeschlossen und sei mit der Post-Merger-Integration schon recht weit fortgeschritten, obwohl die Transaktion noch nicht abgeschlossen ist. Die erste Überbrückungsfinanzierung des Investors war am 30. November fällig, und das war das Äußerste, was ohne die Aufnahme von Kapital aus anderen Quellen erreicht werden konnte. Aufgrund der Beschränkungen für Kapitalabflüsse aus China hat sich diese Transaktion jedoch verzögert.

Dies führt dazu, dass nun die Exklusivitätsklausel des Investors aufgehoben wurde, um entsprechendes Kapital aufzunehmen. Denn dieses wird benötigt, bevor man Konkurs anmelden muss. Noch diese Woche müssen 500.000 Euro eingenommen werden, da es ansonsten zu eng wird. Diese Mittel reichen dann aus, um bis Juni 2022 zu überleben, um die Vereinbarung mit dem Investor in die Tat umzusetzen. 200.000 Euro konnte sich das Start-Up bereits sichern, für die anderen 300.000 Euro sucht man entsprechende Unterstützung.

Quelle: Uniti Electric Car auf LinkedIn – What happened to Uniti?

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.