TU Berlin sucht Lithium und Seltene Erden in der Tiefe

TU Berlin sucht Lithium und Seltene Erden in der Tiefe
Copyright:

shutterstock / 2210692941 | Symbolbild

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Lithium wird unter anderem für Batterien für Computer oder Elektrofahrzeuge gebraucht. Sein Vorkommen und auch das Seltener Erden in tiefen Gesteinsschichten erforschen nun Wissenschaftler:innen aus Deutschland und Europa: Das Fachgebiet Angewandte Geophysik der Technischen Universität (TU) Berlin beteiligt sich an dem neuen EU-Forschungsprojekt Undercover (Unified Novel Deep ExploRation for Critical Ore discoVERy), das vom Geologischen Dienst Finnlands koordiniert wird. Ziel des Projekts ist es, innovative Strategien und Technologien zur nachhaltigen Erkundung kritischer Rohstoffe (Critical Raw Materials, CRM) in tiefen Gesteinsschichten zu entwickeln und zu erproben, etwa um Lithium umweltschonend aus Tiefenwasser zu extrahieren.

Die steigenden Anforderungen des Europäischen Gesetzes zu kritischen Rohstoffen, des Netto-Null-Industrie-Gesetzes und des European Green Deal erfordern neue Ansätze, um den Bedarf an kritischen Rohstoffen innerhalb der EU zu decken. Hierzu zählen beispielsweise Seltene Erden, die in Hochleistungsmagneten für Windturbinen und Elektromotoren Verwendung finden, oder Lithium, das in Batterien für Elektrofahrzeuge eingesetzt wird. Insbesondere die Erschließung von Lagerstätten in tiefen Gesteinsschichten berge neue Möglichkeiten, sei jedoch technologisch anspruchsvoll, so die TU Berlin in einer aktuellen Mitteilung.

Das Undercover-Projekt möchte die verantwortungsvolle Versorgung mit Rohstoffen in der EU verbessern. Es verfolgt das Ziel, Wissen über den Erduntergrund und seine mineralischen Systeme für die konkrete Erschließung einzelner Vorkommen nutzbar und so die Suche effizienter zu machen. Dafür kommen neue geophysikalische Technologien und Methoden zum Einsatz, die kosteneffizient und umweltfreundlich sein sollen. So werden zum Beispiel verschiedene geophysikalische Messungen, die normalerweise getrennt betrachtet werden, mit neu entwickelten Computeralgorithmen gemeinsam ausgewertet. Ökologische, soziale und Aspekte einer verantwortungsvollen Unternehmensführung sollen in allen Phasen der Erkundung berücksichtigt werden.

Internationale Kooperation für nachhaltige Lösungen

Das auf drei Jahre angelegte Projekt startete am 1. Januar 2025 und wird mit einem Budget von fünf Millionen Euro ausgestattet. Es umfasst ein Konsortium aus 16 Partnern aus Finnland, Frankreich, Deutschland, Tschechien, Portugal, Namibia und Kanada. Zu den Partnern zählen geologische Dienste, Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Industrie- und KMU-Cluster. Neben Fallstudien in Finnland, Portugal und Namibia wird das Projekt eng mit weiteren EU-Projekten zusammenarbeiten.

Quelle: TU Berlin – Pressemitteilung vom 06.01.2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Rohstoffe

Lithium: KI-Rechenzentren werden neuer Wachstumstreiber

Lithium: KI-Rechenzentren werden neuer Wachstumstreiber

Sebastian Henßler  —  

Der Lithiummarkt erholt sich: Die Preise haben sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht, KI-Infrastruktur und Netzspeicher treiben die Nachfrage.

Wohin mit alten E-Auto-Batterien? Zwei Wege, ein Ziel

Wohin mit alten E-Auto-Batterien? Zwei Wege, ein Ziel

Sebastian Henßler  —  

China recycelt Altbatterien direkt, die USA und Europa setzen zunächst auf Zweitnutzung als Netzspeicher. Dahinter steckt mehr als Umweltpolitik.

Lithium: EU weit von eigenen Versorgungszielen entfernt

Lithium: EU weit von eigenen Versorgungszielen entfernt

Sebastian Henßler  —  

Die EU wollte bis 2025 80 Prozent ihres Lithiumbedarfs selbst decken. Eingetroffen ist das Gegenteil: China liefert mehr E-Auto-Batterien als je zuvor

Rio Tinto setzt auf Lithium – ohne weitere Übernahmen

Rio Tinto setzt auf Lithium – ohne weitere Übernahmen

Maria Glaser  —  

Lithium könnte für den weltweit zweitgrößten Bergbaukonzern zum am schnellsten wachsenden Geschäftsbereich werden.

Warum Chinas Batteriemacht mit Natrium noch weiter wächst

Warum Chinas Batteriemacht mit Natrium noch weiter wächst

Sebastian Henßler  —  

Natrium-Ionen-Batterien ersetzen Lithium nicht, verschieben aber Lieferketten-Engpässe. China hält über 90 Prozent der weltweiten Produktionskapazität.

USA wollen mehr Lithium fördern – doch dafür fehlt das Wasser

USA wollen mehr Lithium fördern – doch dafür fehlt das Wasser

Tobias Stahl  —  

US-Präsident Trump will die heimische Lithiumförderung ankurbeln – doch Forscher warnen: Vielen der geplanten Minen droht Wasserknappheit.

Rohstoff-Wettlauf: Wie Deutschland sich selbst im Weg steht

Rohstoff-Wettlauf: Wie Deutschland sich selbst im Weg steht

Sebastian Henßler  —  

Rock Tech Lithium will Lithium für 500.000 E-Auto-Akkus aufbereiten. Mercedes hat unterschrieben, die EU das Projekt ausgezeichnet. Gebaut wird trotzdem nicht.