Toyota will in Europa kräftig wachsen – dank neuem Mini-SUV

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Toyota hat einem Bericht der Automotive News Europe zufolge kühne Wachstumspläne in Europa. Mit neuen Modellen, darunter einem kleinen SUV, will der japanische Hersteller den Absatz seiner beiden Marken Toyota und der Premium-Tochter Lexus in seiner europäischen Region, zu der auch Russland und die Türkei gehören, bis 2025 um 30 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge steigern. Im vergangenen Jahr waren es 1,09 Millionen, was einem Marktanteil von 5,3 Prozent entspricht. Das Unternehmen geht davon aus, dass sein Anteil im Rahmen seines ACE2000 getauften Fünfjahresplans auf 6,5 Prozent steigen kann. Der Plan sieht die Einführung von 40 neuen oder aktualisierten Elektrofahrzeugen vor, darunter Plug-in-Hybride und vollelektrische Fahrzeuge, so Toyota.

Ein Großteil des Wachstums soll durch den Verkauf eines neuen kleinen SUV erzielt werden, der auf dem Genfer Autosalon im März vorgestellt wird, und von dem es bislang nur eine Designskizze gibt. Der offizielle Name des Fahrzeugs soll zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit dem Produktionsvolumen und dem Marktstart bekanntgegeben werden. Der SUV wird unterhalb des C-HR positioniert und in ein boomendes Segment eintreten, wo es mit Modellen wie dem Volkswagen T-Cross, Peugeot 2008 und Renault Captur konkurriert.

Das SUV-Modell soll zum Erfolg des Yaris in Europa beitragen. Allerdings soll es sich nicht nur um einen aufgebockten Yaris mit Verkleidung handeln, sondern um ein völlig neues und unverwechselbares B-SUV-Modell mit einem kompakten, dynamischen Design und einer eigenen Persönlichkeit, so Toyota in einer Mitteilung. Der kleine SUV soll gemeinsam mit dem Schrägheck-Yaris der neuen Generation in Toyotas Werk in Valenciennes, Frankreich, gebaut werden. Neben der Produktionslinie soll er sich auch den Hybridantrieb mit dem Yaris teilen. „Die Tatsache, dass es vor Ort gebaut wird, deutet auf ein hohes Volumen hin“, sagte Matt Harrison, Vertriebs- und Marketingchef von Toyota Europe. Der Autohersteller rechnet damit, mehr als 100.000 Einheiten pro Jahr zu verkaufen, sagte Harrison Automotive News Europe am Rande einer Presseveranstaltung.

Die Hälfte des anvisierten Wachstums von Toyota in Europa soll aus dem Verkauf des neuen kleinen SUV, des neuen RAV4-Plug-in-Hybrids und des kürzlich angekündigten Proace City-Kleintransporters stammen, sagte Harrison weiter. Der Proace wird von der PSA Group gebaut und ähnelt dem Peugeot Partner und Opel Combo.

Toyota strebt nach Ansicht seines Europa-Chefs Johan van Zyl allerdings keinen größeren Marktanteil auf Kosten der Gewinne an. Toyota sei kein „Volumenjäger“, wie van Zyl bereits vor mehreren Wochen in einem Interview mit Automotive News Europe sagte. Der Hersteller geht davon aus, dass 70 Prozent seines europäischen Absatzes bis 2025 Hybridautos sein werden, gegenüber aktuell 52 Prozent. Plug-in-Hybride sollen 10 Prozent ausmachen und emissionsfreie Fahrzeuge, einschließlich batteriebetriebener Autos und Brennstoffzellenautos, weitere 10 Prozent, prognostiziert der Autohersteller. Weiterhin plant Toyota, einen reinen Verbrenner-Antrieb nur noch in Sportwagen, Geländewagen und Nutzfahrzeugen anzubieten.

Quellen: Automotive News Europe — Toyota aims to boost European sales by 30% // Automotive News Europe — Toyota Europe boss takes aim at tougher profitability target // Toyota — Pressemitteilung vom 14.01.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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