Streetscooter: Besitzerwechsel und Brennstoffzelle im Gespräch

Streetscooter: Besitzerwechsel und Brennstoffzelle im Gespräch
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Beim posteigenen Elektrotransporter StreetScooter könnte sich ein Besitzerwechsel anbahnen. Der Aachener Maschinenbauprofessor Günther Schuh, einer der Erfinder des Elektrofahrzeugs, hat offenbar sein Interesse an einer Übernahme signalisiert. Das berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf Insider. Schuh selbst wollte zu den Vorgängen keine Stellung nehmen.

Schuh war am Beginn des StreetScooter-Projekts vor neun Jahren entscheidend beteiligt. Inzwischen widmet er sich mit seiner e.Go Mobile AG der Entwicklung und Produktion eines elektrischen Kleinwagens, dem Life. Die Deutsche Post DHL hat das Unternehmen StreetScooter 2014 übernommen und produzierte im vergangenen Jahr mehr als 4000 Exemplare, vornehmlich für den eigenen Bedarf. Post-Chef Frank Appel hat allerdings erklärt, der Logistikkonzern wolle auf Dauer kein Autobauer sein. Im Hintergrund läuft deshalb die Suche nach einem neuen Eigentümer.

Für Günther Schuh und seine industriellen Partner böte sich mit einer Übernahme die Möglichkeit, eine breitere Palette von Elektrofahrzeugen anzubieten. Als Kaufpreis für StreetScooter mitsamt den beiden Produktionsstätten soll Schuh 300 Millionen Euro geboten haben.

DHL und Streetscooter planen Lieferwagen mit Brennstoffzelle

Außerdem haben DHL und StreetScooter angekündigt, 2020 einen Elektro-Transporter mit Brennstoffzelle einzuführen. Das Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen soll eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern haben. Das sagten Markus Reckling, Deutschlandchef von DHL Express, und Fabian Schmitt, Technikchef von Streetscooter, dem Berliner Tagesspiegel. DHL Express habe zunächst 100 Fahrzeuge vom Typ „H2 Panel Van“ für den deutschen Markt bestellt, sagte Reckling. Wenn sich der Wagen bewähre, seien 500 Stück für ganz Europa realistisch.

Das Nutzfahrzeug hat einen Elektroantrieb und eine Batterie, die während der Fahrt von der Brennstoffzelle mit Strom versorgt wird. Die Brennstoffzelle arbeitet mit Wasserstoff. Reckling sagte, die Gesamtkosten der Nutzung seien bei dem neuen Lieferwagen nicht höher als bei einem vergleichbaren Dieselfahrzeug. Der höhere Anschaffungspreis werde kompensiert durch niedrigere Treibstoff- und Wartungskosten. Außerdem sei die gesamte Laufleistung durch den viel geringeren Verschleiß höher. Der DHL-Manager sagte weiter: „Der neue Streetscooter ist ein weiterer Schritt in Richtung CO2-Neutralität im Jahr 2050. Das ist das feste Ziel der Deutsche Post DHL Group.“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kommentierte die Einführung des neuen Modells so: „Wir brauchen weiterhin den technologieoffenen Ansatz. Deshalb fördern wir auch die Beschaffung des neuen E-Transporters mit Brennstoffzelle.“ Nur mit hohen Reichweiten und marktfähigen Preisen werde der Lieferverkehr klimafreundlich, sagte er dem Tagesspiegel.

Quellen: Manager Magazin – Vorabmeldung vom 23.05.2019 // Tagesspiegel – Vorabmeldung vom 23.05.2019

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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