Stellantis will mit Vulcan Energy Werk in Mulhouse dekarbonisieren

Stellantis will mit Vulcan Energy Werk in Mulhouse dekarbonisieren
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Stellantis

Daniel Krenzer
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Die Automobil-Gruppe Stellantis und Vulcan Energy Resources Limited haben ein verbindliches Eckpunktepapier für die erste Phase eines mehrphasigen Projekts zur Entwicklung neuer geothermischer Projekte unterzeichnet, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. Diese zielten darauf ab, den Energiemix des Stellantis-Werks in Mulhouse in Frankreich zu dekarbonisieren. An dem Standort werden demnach die Modelle DS7, Peugeot 308 und 308 SW, 508 und 508 SW sowie auch der neue 408 hergestellt. Auf Basis der derzeitigen Annahmen könnte das geplante Projekt ab 2026 einen erheblichen Teil des jährlichen Energiebedarfs des Werks decken.

„Wir sind stolz, einen weiteren Schritt in unserer Partnerschaft mit Vulcan bekannt zu geben, der unser Engagement für den verstärkten Einsatz dekarbonisierter Energielösungen in unseren Werken unterstreicht“, sagte Arnaud Deboeuf, Stellantis Chief Manufacturing Officer. „Geothermie ist eine von vielen Lösungen, die wir untersuchen, um unser Ziel von Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen – im Einklang mit unserem strategischen Plan ‚Dare Forward 2030‘.“

Geothermie und Zero Carbon Lithium

Das Projekt befinde sich im Oberrheingraben, dem südlichsten Teil des Schwerpunktgebietes von Vulcan. Auch auf der deutschen Seite ist Vulcan Energy in Projekte involviert. Die erste Phase sehe eine von Vulcan durchgeführte Vor-Machbarkeitsstudie für den Bau geothermischer Erneuerbare Energien-Anlagen für die Stellantis-Produktionsstätte vor, zudem werde auch das Potenzial für die Lithiumproduktion untersucht. Bei Erfolg werde sich die nächste Phase auf 3D-seismische Erkundung, weiterführende Studien und Erschließungen konzentrieren. Vorbehaltlich des Erfolgs der Vor-Machbarkeitsstudie wollen Stellantis und Vulcan das Projekt gemeinsam im Verhältnis 50:50 entwickeln.

Im November vergangenen Jahres hatte Vulcan bekanntgegeben, eine Reihe von Initiativen gestartet zu haben, um das Geschäft mit geothermischen erneuerbaren Energien und Zero Carbon Lithium nach Frankreich und insbesondere ins Elsass zu expandieren, das etwa ein Drittel des Oberrheingrabens ausmacht. Vulcan habe sich für dasselbe Gebiet um eine exklusive Lithiumlizenz beworben, um sich ein weiteres 480 Quadratkilometer großes Erschließungsgebiet innerhalb des Oberrheingraben-Solefeldes zu sichern.

Null Emissionen bis 2038

Gemäß des Eckpunktepapiers werde das Team von Vulcan eine Bewertung der Lithium-Mineralressourcen basierend auf dem JORC-Code durchführen. Das Projekt Vulcan Zero Carbon Lithium stehe im Einklang mit der Gründung des „French Mineral Resources Observatory“, das die kritischen Rohstoffressourcen Frankreichs analysieren und Empfehlungen für öffentliche Investitionen geben soll. Es werde durch den kürzlich angekündigten neuen „French Critical Raw Materials Fund“ in Höhe von 2 Milliarden Euro unterstützt.

Stellantis habe einen ganzheitlichen Ansatz zur Emissionsreduzierung und sich zum Ziel gesetzt, zum Branchen-Champion bei der Eindämmung des Klimawandels zu werden. Bis 2030 sollen laut Mitteilung die Netto-CO2-Emissionen halbiert und bis 2038 auf null reduziert werden – mit einer Kompensation im einstelligen Prozentbereich. Die Vereinbarung mit Vulcan Energy sei für Stellantis die zweite potenzielle Nutzung erneuerbarer geothermischer Energie zur Dekarbonisierung und Lokalisierung der Energieversorgung an einem Industriestandort.

Lobende Worte der Politik

„Die Kernaufgabe von Vulcan ist die Dekarbonisierung durch erneuerbare Energien und eine kohlenstoffneutrale Lithiumversorgung“, sagte Dr. Francis Wedin, Geschäftsführer und CEO von Vulcan. „Vulcan steht bereit, Stellantis – unseren größten Lithiumkunden und einen unserer Hauptaktionäre – bei der Dekarbonisierung seiner Aktivitäten in Europa zu unterstützen. Während wir uns weiterhin auf unsere Phase-1-Geothermie-Lithium-Projekte im Zentrum des Solefeldes Oberrheintal konzentrieren, ist dieses Projekt eine ergänzende Gelegenheit, unsere zukünftige Entwicklungspipeline auf einige der weiter entfernten Gebiete im Oberrheingraben auszudehnen – unterstützt von Industriepartnern wie Stellantis.“

„Stellantis ist in der Region Grand Est ein wichtiger industrieller Akteur in der Automobilbranche. Aus diesem Grund unterstützt die Region den Konzern bei seiner Umstellung auf Elektromobilität. Mit dieser strategischen Partnerschaft nimmt der Wandel zur Schaffung der Industrie der Zukunft und der Kampf gegen die Erderwärmung dank einer rationalen Nutzung der Geothermie in unserer Region Gestalt an „, sagte Franck Leroy, Präsident der Region Grand Est.

Die Vereinbarung mit Stellantis verstärke auch den Effekt von Vulcan bei der Dekarbonisierung der europäischen Elektrofahrzeugindustrie, ergänze die Kohlenstoffvermeidung im Rahmen seines Zero Carbon Lithium Projekts und schafft Wert für die Aktionäre.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 31.05.2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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