Stellantis sichert sich Lithium aus Kalifornien

Stellantis sichert sich Lithium aus Kalifornien
Copyright:

Shutterstock 1241623348

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Autokonzern Stellantis will mehr als 100 Millionen US-Dollar (92 Millionen Euro) in die Entwicklung des Hell’s Kitchen-Projekts von Controlled Thermal Resources (CTR) investieren, einem der weltweit größten geothermischen Lithiumprojekte mit einer Gesamtkapazität zur Produktion von bis zu 300.000 Tonnen Lithiumkarbonat-Äquivalent pro Jahr. Das in Hell’s Kitchen produzierte Lithium soll dazu beitragen, dass die Elektroautos von Stellantis für Verbraucheranreize im Rahmen des U.S. Inflation Reduction Act (IRA) in Frage kommen.

Darüber hinaus haben die Unternehmen ihre ursprüngliche Liefervereinbarung erweitert. Sie sieht nun vor, dass CTR über eine Vertragslaufzeit von zehn Jahren jährlich bis zu 65.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat (LHM) in Batteriequalität liefert. Diese neue Vereinbarung schließt die ursprüngliche Lithium-Liefervereinbarung mit ein, die beide Unternehmen im Juni 2022 für bis zu 25.000 Tonnen LHM pro Jahr unterzeichnet hatten.

Das Hell’s Kitchen-Projekt von CTR im kalifornischen Imperial County wird Lithium aus geothermischen Solen mit Hilfe von erneuerbarer Energie und Dampf gewinnen, um in einem vollständig integrierten Prozess wirklich „grüne“ Lithiumprodukte in Batteriequalität herzustellen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit von Verdunstungssoleteichen, Tagebau und der Lithiumverarbeitung mit fossilen Brennstoffen.

Für uns als Branchenführer in der Dekarbonisierung sind eine emissionsarme Produktion und eine nachhaltige Lieferkette fundamentale Bausteine für unsere Elektroautos“, sagte Stellantis CEO Carlos Tavares. „Die jüngste Vereinbarung mit CTR ist ein wichtiger Schritt zum Wohle unserer Kundinnen und Kunden und unseres Planeten. Wir arbeiten daran, saubere, sichere und erschwingliche Mobilität in Nordamerika anzubieten.“

Im Rahmen des Strategieplans „Dare Forward 2030“ kündigte Stellantis im vergangenen Jahr an, bis 2030 einen Absatzmix von 100 Prozent bei batterieelektrischen Pkw in Europa und von 50 Prozent bei Pkw und Nutzfahrzeugen in den Vereinigten Staaten zu erreichen. Dafür sichert sich das Unternehmen eine Batteriekapazität von rund 400 GWh, die von sechs Batterieproduktionsstätten in Nordamerika und Europa unterstützt wird.

Klimaneutral bis 2038

Stellantis ist laut eigener Aussage auf dem besten Weg, bis 2038 ein Unternehmen mit Netto-Null-CO2-Emissionen über alle Geschäftsbereiche hinweg zu werden. Die verbleibenden Emissionen sollen im einstelligen Prozentbereich kompensiert werden.

Diese beträchtliche Investition von Stellantis in CTR ist ein herausragender Meilenstein für unser Unternehmen. Sie unterstreicht unsere Bemühungen um eine nachhaltige Produktion von Batterien für Elektroautos“, sagte Rod Colwell, Chief Executive Officer von CTR. „Da die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in den USA und auf der ganzen Welt rapide zunimmt, ist es wichtiger denn je, sicherzustellen, dass die Batteriematerialien verantwortungsvoll beschafft und produziert werden. Dank der Lokalisierung der Batterielieferkette können wir Risiken minimieren und Tausende von Arbeitsplätzen in einer benachteiligten Region schaffen. Wir begrüßen die Führungsrolle von Stellantis und freuen uns auf die Zusammenarbeit, um in der Branche neue Maßstäbe für Zuverlässigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit zu setzen.

CTR wird voraussichtlich im Jahr 2027 mit der Lieferung von Lithiumhydroxid-Monohydrat in Batteriequalität für Stellantis beginnen. Das Unternehmen rechnet damit, durch umfassende Projektarbeitsverträge 480 Arbeitsplätze beim Bau sowie mehr als 940 direkte Projektarbeitsplätze zu schaffen, sobad die Ressource vollständig erschlossen ist.

Quelle: Stellantis – Mitteilung vom 17.08.2023

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Rohstoffe

Batteriemarkt für E-Autos soll auf 275 Milliarden Euro wachsen

Batteriemarkt für E-Autos soll auf 275 Milliarden Euro wachsen

Sebastian Henßler  —  

Der Markt für Lithium-Ionen-Batterien in Elektroautos soll sich in den kommenden zehn Jahren nahezu verdoppeln, getrieben vor allem durch China.

Lithium: KI-Rechenzentren werden neuer Wachstumstreiber

Lithium: KI-Rechenzentren werden neuer Wachstumstreiber

Sebastian Henßler  —  

Der Lithiummarkt erholt sich: Die Preise haben sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht, KI-Infrastruktur und Netzspeicher treiben die Nachfrage.

Wohin mit alten E-Auto-Batterien? Zwei Wege, ein Ziel

Wohin mit alten E-Auto-Batterien? Zwei Wege, ein Ziel

Sebastian Henßler  —  

China recycelt Altbatterien direkt, die USA und Europa setzen zunächst auf Zweitnutzung als Netzspeicher. Dahinter steckt mehr als Umweltpolitik.

Lithium: EU weit von eigenen Versorgungszielen entfernt

Lithium: EU weit von eigenen Versorgungszielen entfernt

Sebastian Henßler  —  

Die EU wollte bis 2025 80 Prozent ihres Lithiumbedarfs selbst decken. Eingetroffen ist das Gegenteil: China liefert mehr E-Auto-Batterien als je zuvor

Rio Tinto setzt auf Lithium – ohne weitere Übernahmen

Rio Tinto setzt auf Lithium – ohne weitere Übernahmen

Maria Glaser  —  

Lithium könnte für den weltweit zweitgrößten Bergbaukonzern zum am schnellsten wachsenden Geschäftsbereich werden.

Warum Chinas Batteriemacht mit Natrium noch weiter wächst

Warum Chinas Batteriemacht mit Natrium noch weiter wächst

Sebastian Henßler  —  

Natrium-Ionen-Batterien ersetzen Lithium nicht, verschieben aber Lieferketten-Engpässe. China hält über 90 Prozent der weltweiten Produktionskapazität.

USA wollen mehr Lithium fördern – doch dafür fehlt das Wasser

USA wollen mehr Lithium fördern – doch dafür fehlt das Wasser

Tobias Stahl  —  

US-Präsident Trump will die heimische Lithiumförderung ankurbeln – doch Forscher warnen: Vielen der geplanten Minen droht Wasserknappheit.