Stellantis verbaut wieder LFP-Batterien

Stellantis verbaut wieder LFP-Batterien
Copyright:

Shutterstock / 1868935168 (Symbolbild)

Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 3 min

Es ist eine Rückkehr zu Altbewährtem: Wegen der besseren Performance wechselten viele Hersteller von Elektroautos in den letzten Jahren zu Nickel-Mangan-Cobalt (NMC)-Zellen. Nachdem die Rohstoffe dafür preislich aber an die Decke gingen und die E-Autos deutlich verteuerten, treten viele nun den Rückzug an und setzen wieder auf die günstigeren Lithium-Eisenphosphat- (LFP-) Zellen. Auch die Stellantis-Gruppe will für Elektroautos in Europa nun wieder auf die altbewährte Technologie umschwenken.

Die enormen Preisanstiege der Elektroautos in den letzten Jahren und massive Preissenkungen von Herstellern wie Tesla zwingen die europäischen Autohersteller offenbar zum Handeln. Viele Jahre war die Reichweite das wichtigste Verkaufsargument, mehrere hundert Kilometer waren nur durch die Verwendung von NMC-Zellen mit höherer Energiedichte erreichbar. Diese sind aber deutlich teurer als die altbewährte LFP-Technologie. Um die Preise halten bzw. senken zu können, setzt Stellantis (Peugeot, Citroen, Opel, Fiat) nun wieder auf die günstigeren Zellen. Man will die Fahrzeuge bis zur Mittelklasse künftig mit LFP-Zellen ausstatten. Das bestätigte Stellantis-Chef Carlos Tavares bei einer Präsentation am Mittwoch.

Auch wenn Tavares keinen genauen Zeitplan für die Umstellung genannt hat, offen bleibt die Frage, wo die LFP-Zellen herkommen werden. Die NMC-Batterien bezieht Stellantis über das ACC Joint Venture mit Mercedes-Benz und TotalEnergies aus drei geplanten Produktionswerken in Frankreich, Deutschland und Italien. Das in Douvrin, Frankreich, geplante Werk wird die ersten Prototypen noch im zweiten Halbjahr 2023 erzeugen. Der Start der Massenproduktion ist für 2024 geplant. Die LFP-Zellen könnten sowohl in Europa als auch anderswo eingekauft werden.

Tesla setzt in seinen Volumenmodellen Model 3 und Model Y ebenfalls auf LFP-Batterien des chinesischen Herstellers CATL. Beide Modelle wurden Anfang des Jahres deutlich billiger. Auch die chinesischen Hersteller Xpeng und Nio sowie MG und Ford verwenden die günstigere Technologie bereits oder schwenken wieder dazu um. China dominiert den Markt der LFP-Zellen beinahe vollständig, bis 2030 sollen immer noch 97 Prozent der LFP-Kapazitäten aus der Volksrepublik kommen. CATL expandiert aber auch nach Europa, die Vorproduktion im Werk in Erfurt wurde letztes Jahr gestartet. Bis Ende 2023 sollen sechs Produktionslinien für 14 Gigawattstunden jährlich in Betrieb sein. Allerdings ist unklar, welche Zellchemie dort eingesetzt wird. Für das geplante CATL-Werk in Debecren, Ungarn, mit Produktionsstart 2025 wird unter anderem Stellantis als Kunde genannt.

In den USA wird CATL gemeinsam mit Ford ein LFP-Zellwerk in Michigan bauen. Die 3,5 Milliarden Euro teure Fabrik wird ab 2026 die Batterien für jährlich 400.000 Fordmodelle bauen. Damit will Ford zehn bis 15 Prozent Kosten gegenüber den NMC-Zellen einsparen. Ab dem Frühjahr werden die neu produzierten Mustang Mach-E Modelle bereits mit LFP-Batterien ausgestattet.

Quelle: Autonews – Stellantis will use cheaper LFP batteries for EVs in Europe

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Ionity-Studie: E-Auto-Sommerreisen im Trend

Ionity-Studie: E-Auto-Sommerreisen im Trend

Sebastian Henßler  —  

Laut einer aktuellen Ionity-Umfrage planen mehr als 80 Prozent der deutschen E-Autofahrer:innen diesen Sommer eine längere Reise mit dem Elektroauto.

Neuer BSI-Bericht warnt vor Sicherheitslücken bei Ladesäulen

Neuer BSI-Bericht warnt vor Sicherheitslücken bei Ladesäulen

Arun Niemann  —  

Öffentliche Ladesäulen sind in Deutschland immer stärker vernetzt. Daraus ergeben sich neue Risiken für IT-Sicherheit, Backend-Systeme und den Betrieb.

Battery-as-a-Service: Wie Bosch den Akkutausch skaliert

Battery-as-a-Service: Wie Bosch den Akkutausch skaliert

Sebastian Henßler  —  

Battery Swapping ersetzt laut Bosch kein stationäres Laden, kann aber als Pufferspeicher dienen und Wechselstationen zu flexiblen Teilen des Stromnetzes machen.

E-Auto laden bei Kaufland jetzt für 22 Cent/kWh

E-Auto laden bei Kaufland jetzt für 22 Cent/kWh

Sebastian Henßler  —  

Kaufland überschreitet 1111 Ladepunkte und feiert mit einer Sonderaktion: Bis 8. Juli kostet die Kilowattstunde an DC-Schnellladern nur 22 Cent.

EnBW: Wirtschaftlichkeit entscheidet über Ladepunkte

EnBW: Wirtschaftlichkeit entscheidet über Ladepunkte

Daniel Krenzer  —  

EnBW-Manager Martin Roemheld erklärt, warum beim Ausbau der Ladeinfrastruktur Auslastung, Standortqualität und DC-Laden entscheidend sein werden.

Eon und Tank & Rast bauen 195 E-Lkw-Ladepunkte

Eon und Tank & Rast bauen 195 E-Lkw-Ladepunkte

Sebastian Henßler  —  

Im Rahmen des Deutschlandnetzes errichten Eon und Tank & Rast 195 Ladepunkte für E-Lkw an 24 Autobahnstandorten, darunter 101 Megawatt-Charging-Punkte.

Nissan und Easelink starten automatisches V2G-Laden

Nissan und Easelink starten automatisches V2G-Laden

Sebastian Henßler  —  

Nissan und Easelink haben in Großbritannien das weltweit erste vollautomatische AC-Vehicle-to-Grid-Ladesystem ganz ohne Fahrereingriff realisiert.