Stellantis-Patent: Auspuff und Katalysator für Elektroautos

Stellantis-Patent: Auspuff und Katalysator für Elektroautos
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Stellantis (Symbolbild)

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Die Automobilhersteller-Gruppe Stellantis plant offenbar, künftig Elektroautos mit einer Art Abgasanlage auszustatten. Das geht aus einer Patentanmeldung hervor, die vom United States Patent and Trademark Office (USPTO) veröffentlicht wurde. Wie Green Car Report und Auto Motor und Sport berichten, soll damit aber ein Elektroauto mitnichten Verbrennersound erzeugen können. Es geht eher um die Abwehr möglicher Gefahren – und um einen Auspuff, der im Regelfall nie zum Einsatz kommen wird.

So soll das System dabei helfen, dass Batterien von Elektroautos nicht in Brand geraten können oder zumindest die Auswirkungen minimieren, sollte dies doch einmal geschehen. „Wenn Batterien überhitzen – oder, wie es in der Fachsprache heißt, thermisch durchgehen – können sie entflammbare Gase freisetzen, die sich dann in Gegenwart der hohen Temperaturen, die durch die überhitzenden Batterien erzeugt werden, entzünden„, erläutert Stellantis im Patentschreiben. Diese Gase könnten Wasserstoff sowie Kohlenwasserstoffe wie Methan, Ethan, Ethylen, Acetylen, Propan, Cyclopropan und Butan enthalten, führt der Automobilhersteller weiter aus.

Durch das Abgassystem sollen also solche Gase abgeleitet werden, was die Brandgefahr in der Batterie minimieren soll. Zudem sieht Stellantis vor, dass die Gase durch „eine Vielzahl von Behandlungszonen zur chemischen Behandlung des Gasstroms strömen, um die Anzahl verschiedener chemischer Spezies aus dem Strom zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren“. Sprich: Es gibt auch eine Art Katalysator.

Eigentlich sind Batterien bautechnisch bereits gut geschützt, die Brandgefahr von Elektroautos ist deutlich niedriger als die von Verbrennern. Wenn aber eine Batterie doch einmal brennt, dann kann dies eine knifflige Situation werden. „Es ist zwar überraschend, dass sich ein Automobilhersteller auf ein Ergebnis konzentriert, das seine Ingenieure wahrscheinlich mit großem Aufwand vermeiden wollten, aber dies ist nicht die einzige ungewöhnliche Lösung, die vorgeschlagen wurde, um das Risiko von Bränden in Elektroautos zu verringern“, stellt Green Car Report fest. So habe Bosch bereits eine Lösung vorgestellt, bei der mittels Pyrotechnik im Notfall die elektrischen Verbindungen von Batterie und Fahrzeug schlagartig gekappt werden könnten, um eine Ausbreitung eines Brandes zu unterbinden.

Quelle: Green Car Reports – Stellantis EV exhaust system could cool the chances of a fire / Auto Motor und Sport – Dieser Auspuff für Elektroautos funktioniert

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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