So schnell laden Elektroautos – ein erster Überblick

So schnell laden Elektroautos – ein erster Überblick
Copyright:

Hyundai

Patrick Solberg
Patrick Solberg
  —  Lesedauer 3 min

Mit einem Verbrennungsmotor an die Tankstelle ist eine schnelle Sache und der Tankvorgang nach ein paar Minuten erledigt. Anders sieht es bei einem Elektroauto aus, denn hier kann sich das Nachladen schon einmal etwas länger ziehen.

Geht es um die Schnelligkeit des Ladevorgangs, gibt es zwei Komponenten, über die sich der Fahrer eines Autos mit Verbrennungsmotor keinerlei Gedanken macht. Die Durchflussmenge der Zapfanlage steht zwar klein auf jeder Zapfsäule, interessiert bei Diesel oder Benziner jedoch ebenso niemand wie der Kraftstoffzulauf am eigenen Auto. Zapfrüssel rein, volltanken und nach drei bis vier Minuten ist das ganze selbst bei einer Luxuslimousine mit Großtank erledigt.

Bei einem Elektroauto sieht das Ganze etwas anders aus, denn hier muss sich der Autofahrer bereits bei der Wahl der entsprechenden Ladesäule entscheiden, wie schnell diese das eigene Elektroauto mit Energie versorgen kann. Ab einer Geschwindigkeit von 50 Kilowatt wird gemeinhin von einer Schnellladesäule gesprochen, auch wenn das Ladetempo eher überschaubar ist. Interessant sind gerade auf langen Strecken eher die sogenannten Hypercharger, die mit Ladegeschwindigkeiten von 150 bis 350 Kilowatt locken und den Akku in Rekordzeit erstarken lassen.

Doch anders als bei einem Fahrzeug mit Verbrenner wird das Tempo des Nachtankens insbesondere durch das Auto selbst gesteuert. Denn was bringt einem eine schnelle 300-kW-Ladesäule, wenn der Fiat 500 Elektro als das aktuell meistverkaufte Elektroauto beispielsweise mit maximal 80 Kilowatt nachladen kann? Viele der neuen Elektroautos strecken zumindest bei 150 Kilowatt alle vier Räder von sich. Die maximalen Ladegeschwindigkeiten sind zumeist an die 800-Volt-Ladetechnik gebunden, die Modelle von Audi, Porsche, Hyundai oder Kia mit bis zu 270 Kilowatt Ladeleistung erstarken lässt.

Nachfolgend eine Übersicht der maximalen Ladegeschwindigkeiten auf Basis von Herstellerangaben und Testladungen. Dies sind ungefähre Maximalwerte, die sich über Funk-Updates steigern lassen. Jüngstes Beispiel sind Fahrzeuge auf Basis des modularen VW-Elektrobaukastens. Stiegen Modelle wie ein VW ID3 oder ein Skoda Enyaq zunächst bei schmalen 125 kW ein, so erhöhte sich die Ladeleistung mittlerweile auf bis zu 170 Kilowatt.

Über 200 kW:

  • Audi E-Tron GT: 270 kW
  • Porsche Taycan: 270 kW
  • Tesla Model 3: 170 – 250 kW
  • Tesla Model Y: 170 – 250 kW
  • Tesla Model S: max. 250 kW
  • Kia EV6: 235 kW
  • Hyundai Ioniq 5: 235 kW
  • Hyundai Ioniq 6: 235 kW

150 bis 200 kW:

  • BMW i4: 200 kW
  • BMW iX: 200 kW
  • Mercedes EQS SUV: 200 kW
  • BMW i7: 195 kW
  • Mercedes EQE: 170 kW
  • Mercedes EQE SUV: 170 kW
  • VW ID Buzz: 170 kW
  • BMW iX3: 150 kW
  • Polestar 2: 150 kW
  • Ford Mustang Mach-E: 150 kW
  • Toyota bz4x 150 kW
  • VW ID3: 135 – 170 kW
  • VW ID4 / 5: 135 – 170 kW
  • Audi Q4 E-Tron: 135 – 170 kW
  • Skoda Enyaq: 135 – 170 kW
  • Cupra Born: 135 – 170 kW
  • Renault Megane E-Tech: 130 kW

100 bis 150 kW:

  • MG4 Electric: 135 kW
  • Mercedes EQB: 100 kW
  • Mercedes EQA: 100 kW
  • Mercedes EQC: 100 kW
  • Opel Mokka-e: 100 kW
  • Opel Corsa-e: 100 kW
  • Peugeot e-208: 100 kW
  • Peugeot e-308: 100 kW

Unter 100 kW:

  • MG R Electric: 92 kW
  • MG5: 90 kW
  • Fiat 500e: 80 kW
  • Abarth 500e: 80 kW
  • Kia Soul EV: 80 kW
  • Renault Zoe: 50 kW
  • BMW i3: 50 kW
  • Mini Cooper SE: 50 kW
  • Dacia Spring: 30 kW
  • Smart Fortwo EQ: 22 kW
Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Fastned: Netzanschlüsse bremsen den Ladeausbau

Fastned: Netzanschlüsse bremsen den Ladeausbau

Sebastian Henßler  —  

Linda Boll, Deutschlandchefin bei Fastned, sieht in den Netzanschlüssen die größte Hürde. Neue Verfahren könnten den Ausbau um bis zu zwei Jahre verzögern.

Amperfied überträgt das HEIDELBERG-Prinzip auf Ladetechnik

Amperfied überträgt das HEIDELBERG-Prinzip auf Ladetechnik

Sebastian Henßler  —  

Vom Druckmaschinengeschäft gelernt: Amperfied überträgt das HEIDELBERG-Prinzip garantierter Performance auf Ladetechnik und trägt so das Technologierisiko.

Shell-Studie: E-Auto-Fahrer wollen elektrisch bleiben

Shell-Studie: E-Auto-Fahrer wollen elektrisch bleiben

Daniel Krenzer  —  

89 Prozent der E-Auto-Fahrer ziehen erneut ein Elektroauto in Betracht. Die Shell-Studie 2026 zeigt zudem Trends bei Laden, Kosten und Flotten.

Studie: E-Auto-Fahrer nutzen im Schnitt drei Ladedienste

Studie: E-Auto-Fahrer nutzen im Schnitt drei Ladedienste

Sebastian Henßler  —  

Standort, Zuverlässigkeit und App entscheiden, welcher Ladedienst bevorzugt wird. Der Preis zählt vor allem bei der Wahl und verliert danach an Bedeutung.

Urteil setzt Roaming-Aufschlägen Grenzen: Wird Laden nun günstiger?

Urteil setzt Roaming-Aufschlägen Grenzen: Wird Laden nun günstiger?

Daniel Krenzer  —  

Ein Urteil gegen EWE Go setzt hohen Roaming-Aufschlägen Grenzen. Für Ladekarten und eMSPs könnte das weitreichende Folgen haben.

Lademarkt-Report: DC-Ladepunkte werden fünfmal häufiger genutzt als AC

Lademarkt-Report: DC-Ladepunkte werden fünfmal häufiger genutzt als AC

Tobias Stahl  —  

DC-Ladepunkte machen nur ein Drittel der öffentlichen Ladeinfrastruktur aus, sind aber für über 70 Prozent der Ladevorgänge verantwortlich.

Tibber: Viele E-Auto-Haushalte zahlen zu hohe Netzgebühren

Tibber: Viele E-Auto-Haushalte zahlen zu hohe Netzgebühren

Sebastian Henßler  —  

Zwischen 110 und 190 Euro pro Jahr könnten Haushalte mit E-Auto sparen. Weil die Anmeldung für Modul 1 nur über Fachbetriebe läuft, verzichten viele darauf.