Smart fortwo electric drive: Elektro-Smart für jeden ab 2012

Smart fortwo electric drive: Elektro-Smart für jeden ab 2012
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Jürgen
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Während andere deutsche Autobauer noch Prototypen ihrer kommenden E-Modelle präsentieren, ist smart seinen Wettbewerbern hierzulande viele Schritte voraus. Ab Frühjahr 2012 soll die 3. Generation des Elektro-Smart fortwo electric drive für jeden erhältlich sein. Die Leistungswerte konnten gegenüber dem Vorgänger erneut verbessert werden.

smart fortwo electric drive – Erste und zweite Generation als Testflotten

Der Kleinstwagen smart fortwo ist ein zweisitziges Stadtauto, das seit 1998 mit konventionellem Antrieb produziert wird. Bereits 2007 waren die ersten 100 Elektro-Smarts in Pilotprojekten in London im Einsatz – damals noch mit eingebautem Natrium-Nickelchlorid-Akku („Zebra-Batterie“), die eine Reichweite von rund 100 Kilometern ermöglichte, und 30 kW-Elektromotor.

Seit November 2009 ist der im französischen Hambach gefertigte smart fortwo electric drive (2. Generation) mit einer effizienteren Lithium-Ionen-Batterie von Tesla Motors mit 16,5 kWh Kapazität ausgerüstet. Die Reichweite des Kleinwagens konnte auf bis zu 135 Kilometer erhöht werden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 100 km/h begrenzt. Mit dem elektrisch angetriebenen Zweisitzer der zweiten Generation wurde von Daimler in 18 Märkten das Ziel verfolgt, möglichst viele Erfahrungen darüber zu sammeln, wie die Kunden Elektroautos nutzen und laden.

Die Nachfrage nach dem Elektro-smart übertraf die Erwartungen des Herstellers, so dass die Produktion des smart fortwo electric drive von anfangs 1.000 im Juni 2011 auf 2.000 Einheiten erhöht wurde.

Die mit den vorhergehenden Generationen des smart fortwo electric drive gesammelten Erfahrungen und das Kundenfeedback flossen direkt in die Entwicklung der neuen, dritten Generation ein. Zu den am häufigsten geäußerten Kundenwünschen habe eine höhere Endgeschwindigkeit und eine bessere Beschleunigung im Bereich über 60 km/h gestanden. Entgegen der vorherrschenden Meinung sei stattdessen die Reichweite aus Sicht der Testkunden nicht sonderlich verbesserungswürdig gewesen.

Stärkerer Elektromotor, schnellerer Antritt, höhere Spitzengeschwindigkeit

In der dritten Generation präsentiert sich der smart fortwo electric drive mit einem 55 kW (Dauerleistung 35 kW) starken Permanentmagnetmotor. Mit einem maximalen Drehmoment von 130 Nm beschleunigt der Elektro-Smart verzögerungsfrei in fünf Sekunden von 0 auf 60 km/h. Dank einer verbesserten Beschleunigung im oberen Geschwindigkeitsbereich von 0 auf 100 km/h ist er mit weniger als 13 Sekunden zugkräftiger als sein Vorgänger. Ebenso hat der Elektro-Flitzer bei der Höchstgeschwindigkeit zugelegt. Mit mehr als 120 km/h fährt der elektrische Zweisitzer gleichauf mit dem Modell mit Verbrennungsmotor.

Ausdauernde Lithium-Ionen-Akkus

Die neueste Generation des Elektro-smart fortwo verfügt wie die Vorgängergeneration über eine Lithium-Ionen-Batterie, die nun mit 17,6 kWh mehr Strom speichern kann. Die verbauten Akkus stammen nicht mehr aus dem Hause Tesla Motors, sondern sind erstmals von Deutsche ACCUmotive, dem 2008 zusammen mit Evonik gegründeten Joint-Venture. Platz sparend zwischen den Achsen untergebracht, bleibt das Raumangebot des intelligenten Zweisitzers vollständig erhalten. Neben der höheren Speicherkapazität soll ein effizienterer Antriebsstrang zu einer Reichweite von mehr als 140 Kilometer führen.

Die normale Ladezeit an der heimischen Steckdose beträgt bei einer komplett entladenen Batterie acht Stunden. Mit einer optionalen Schnellladevorrichtung und 22-kW-Bordlader soll ein leerer Akku schon nach einer Stunde wieder mit Energie betankt sein. Voraussetzung dafür ist ein Starkstromkabel, mit dem das Fahrzeug an öffentlichen Schnellladestationen oder an einer so genannten Wallbox zu Hause oder in der Firma geladen werden kann.

Umfangreiche Ausstattung mit smarten Highlights

Die Ausstattung des neuen smart fortwo electric drive wird als umfangreich bezeichnet. Highlight soll die vollautomatische Klimaanlage mit Pollenfilter und Vorklimatisierung sein. Wie bei seinem Vorgänger kann das Elektroauto zur einprogrammierten Abfahrtszeit je nach Wunsch vorgekühlt oder beheizt werden – sofern es mit einem Stromnetz verbunden ist. Neu ist die Möglichkeit, die Vorklimatisierung über das Internet oder per Smartphone zu jedem beliebigen Zeitpunkt selbst zu starten. Der Bordcomputer beinhaltet einen Reiserechner, der die verbleibende Reichweite anzeigt. An zwei Rundinstrumenten lassen sich wie beim Vorgängermodell der Ladezustand der Batterie sowie die genutzte beziehungsweise rekuperierte Energie ablesen.

Für die ab kommenden Frühjahr (2012) startende Serienproduktion des Elektro-smart ist eine fünfstellige Stückzahl pro Jahr geplant. Einen Preis für den smart fortwo electric drive hat Daimler noch nicht genannt. Dieser wird voraussichtlich bei etwa 25.000 Euro liegen.

Elektro-Smart – Bildergalerie

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Jürgen gründete 2011 den Blog Elektroauto-news.net und veröffentlichte als einer der ersten Elektroauto-Blogs in Deutschland Nachrichten und Hintergrbundberichten zu E-Fahrzeugen und Hybridautos.

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