Skeleton und KIT wollen Graphen-Batterie mit 15 Sekunden Ladezeit entwickeln

Skeleton und KIT wollen Graphen-Batterie mit 15 Sekunden Ladezeit entwickeln
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Skeleton Technologies, ein weltweit aktiver Anbieter von Ultrakondensator-Energiespeichern auf Graphenbasis, ist eine Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eingegangen, um die Entwicklung seiner „SuperBattery“ abzuschließen – einer „bahnbrechenden Graphenbatterie“, wie Skeleton selbstbewusst mitteilt, die innerhalb von 15 Sekunden aufgeladen sein soll. Diese extrem flotte Ladezeit in Verbindung mit Hunderttausenden von Ladezyklen soll die SuperBattery zu einer perfekten Lösung für die drei Hauptprobleme machen, welche Elektroautos betreffen: langsame Ladezeiten, zyklischer Verschleiß der Batterie und Reichweitenangst. Weitere Details zur SuperBattery außer der 15-sekündigen Ladezeit, wie etwa Kapazität oder Leistung der Batterie, nennt das Unternehmen allerdings leider nicht.

Das Hauptunterscheidungsmerkmal für die SuperBattery sei das patentierte, „gebogene“ Graphen-Kohlenstoffmaterial von Skeleton, genannt Curved Graphene, welches ein hohes Leistungsvermögen mit einer langen Lebensdauer paare, so das Unternehmen. Diese Ultrakondensatoren sollen sich zunehmend zu einer idealen Ergänzungstechnologie zu Lithium-Ionen-Batterien entwickeln. Ergänzung deshalb, da die SuperBattery den Lithium-Ionen-Akku in Elektroautos nicht komplett ersetzen, sondern ihm unterstützend zur Seite stehen soll, etwa bei hoher Leistungsabfrage beim Beschleunigen.

Die Entwicklung von Curved Graphene wurde von EIT InnoEnergy unterstützt, einem europaweiten Innovationsmotor für nachhaltige Energie, der auch der erste Unterstützer des schwedischen Batterieherstellers Northvolt ist. Das Karlsruher Institut für Technologie als neuer Entwicklungspartner von Skeleton Technologies ist ein bekannter Akteur auf dem Feld der Entwicklung von Energiespeichertechnologien. Im Rahmen der Kooperation sollen die Synergien zwischen Skeleton und dem KIT genutzt werden, um Energiespeichertechnologien der nächsten Generation wie die SuperBattery auch auf den Markt zu bringen. Maximilian Fichtner, Leiter der Forschungseinheit am KIT und Direktor am Helmholtz-Institut Ulm, sagt, er sehe Skeleton als „perfekte Ergänzung“ zur Forschung am KIT: „Skeleton ist sowohl flexibel als auch groß genug, um einen neuen Prozess zu entwickeln, unser Wissen in ein Produkt zu übertragen und auf den Markt zu bringen.“

„Ein Game Changer“ für die Automobilindustrie

Die SuperBattery sei „ein Game Changer“ für die Automobilindustrie, sagt Taavi Madiberg, der CEO von Skeleton Technologies. In der Theorie klingt das Produkt in der Tat vielversprechend: In Hybridautos soll die Graphenbatterie, weil sie beim Rekuperieren besonders schnell aufgeladen werden kann, den Verbrauch im zweistelligen Prozentbereich reduzieren können. Dank der hohen Leistung der Batterie sollen Hybridautos zudem deutlich flotter und kräftiger beschleunigen können. Auch in Brennstoffzellenautos sollen Graphenbatterien den aktuell verbauten Lithium-Ionen-Akkus überlegen sein.

Als Ergänzung des Lithium-Ionen-Speichers in einem reinen Elektroauto soll die SuperBattery eine Überdimensionierung von Akkus und den entsprechenden Kühlsystemen vermeiden können. Dies soll die Kosten eines Batteriesystems verringern und seine Lebensdauer verlängern. Skeleton Technologies hat nach eigenen Angaben „vor kurzem“ mit einem „führenden Automobil-Hersteller“ bereits eine Absichtserklärung über eine Milliarde Euro unterzeichnet, um seine Technologie auf den Markt zu bringen.

Quelle: Skeleton Technologies – Pressemitteilung vom 08.09.2020 // Electrive – KIT und Skeleton forschen an Graphenbatterie mit kurzer Ladezeit

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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