Seat-Chef: „Cupra-Modelle müssen nicht jedem gefallen“

Seat-Chef: „Cupra-Modelle müssen nicht jedem gefallen“
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CUPRA

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Seat, die spanische Volkswagen-Marke, gehört zu den Problemfällen des Konzerns. Sie hat als einzige Pkw-Sparte von VW 2020 und auch 2021 Verluste eingefahren, für 2022 sieht es kaum besser aus. Im Gegenteil: Das aktuelle Jahr könnte sogar noch schlechter laufen als das Vorjahr.

Seat ist auf Kleinwagen spezialisiert und hat als Einstiegsmarke mit seinen vergleichsweise günstigen Fahrzeugen vor allem jüngere Käufer:innen in Südeuropa im Visier. Um seine Bilanz zu verbessern, fährt Seat eine neue Strategie: Und positioniert seine junge Performance-Tochter Cupra mehr und mehr im rein elektrischen Premium-Segment, konzernweit betrachtet zwischen den Marken Volkswagen und Audi.

Cupra hilft Seat zu deutlich verbesserten Renditen“, sagte Seat-Chef Wayne Griffiths in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Rentabilität des Cupra Formentor, einem gut 4,5 Meter langen SUV, etwa sei etwa viermal so hoch wie beim Kleinwagen Seat Ibiza, so der Manager. Auch der Fokus auf die Elektromobilität soll die Margen attraktiver machen. Ab 2030 soll Cupra deshalb „fast ausschließlich“ E-Autos verkaufen, so Griffiths. Und das in Stückzahlen, die den aktuellen von Seat ingesamt entsprechen. Bereits 2025 will Cupra eine halbe Million Fahrzeuge pro Jahr absetzen. Zum Vergleich: Seat und Cupra zusammen erreichten in 2021 gut 470.000 Einheiten, davon kamen etwa 80.000 von Cupra.

Die neue Strategie mit Cupra als sportlicher Elektromarke soll auch der Muttermarke Seat zu gute kommen. Im vergangenen Jahr hat Cupra einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro erreicht. In diesem Jahr will Cupra sowohl seinen Absatz und Umsatz als auch sein weltweites Netz an Händler- und Servicestandorten verdoppeln. Bis 2025 plant Cupra die Einführung von drei neuen Elektromodellen: Terramar, Tavascan und UrbanRebel.

Das Alleinstellungsmerkmal von Cupra soll ein sportliches, eher kantiges und rebellisches Image sein: „Cupra-Modelle müssen ausdrücklich nicht jedem gefallen. Entscheidend ist aber, dass es einige gibt, die unsere Autos lieben. Wir wollen keine zehn Prozent Marktanteil, wir müssen nicht beliebig werden“, sagte Griffiths zur Markenstrategie. Und auch der Fokus auf den E-Antrieb passe „sehr gut zu einer neuen Marke“, so der Seat-Chef.

Vollelektrische Modelle von Seat indes seien vorerst nicht geplant. „Die Entscheidung über eine Elektrifizierung werden wir zu einem späteren Zeitpunkt treffen“, erklärte Griffiths bereits vor einigen Monaten. Man könne nicht „alles auf einmal machen, wir haben das Geld dafür nicht“. Dass Cupra dabei Seat kannibalisiert, befürchtet Griffiths nicht: „Seat als Unternehmen wird dadurch nicht verlieren, sondern gewinnen“, sagte er dem Handelsblatt. Und als Seat-Chef müsse er „an erster Stelle dafür sorgen, dass dieses Unternehmen eine sichere Zukunft hat“, sagte er.

Innerhalb des VW-Konzerns kommt Seat und Cupra aktuell eine besondere Rolle zu: Das spanische Duo entwickelt unter dem Schlagwort „Small-BEV“ eine Elektro-Kleinwagen-Architektur, auf der auch Fahrzeuge von VW und Skoda aufbauen sollen. Ähnliches gab es bereits, mit dem Trio VW e-Up, Skoda Citigo-e und Seat e-Mii. Nur dass der Spanier diesmal ein Cupra sein soll. Als Produktionsstart ist das Jahr 2025 vorgesehen. Die kompakten E-Autos sollen weniger als 25.000 Euro kosten und, so Griffiths, zur „Demokratisierung des Elektroantriebs“ beitragen.

Quelle: Handelsblatt – „Cupra hilft zu deutlich verbesserten Renditen“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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