Dekra: So viel teurer sind Reparaturen beim E-Auto wirklich

Dekra: So viel teurer sind Reparaturen beim E-Auto wirklich
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Daniel Krenzer
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Die Autofahrer in Deutschland seien mehrheitlich davon überzeugt, dass Wartungs- und Reparaturarbeiten an Elektroautos teurer sind als bei Verbrenner-Autos, schreibt die Dekra in einer Pressemitteilung. Das sei eines der Ergebnisse einer aktuellen Befragung der Expertenorganisation und des Marktforschungsinstituts Ipsos. In der Realität zeige eine Dekra-Auswertung realer Fahrzeugschäden jedoch, dass die simple Gleichung „Elektro = teurer“ nicht unbedingt gelte, sondern dass eine differenzierte Betrachtung nötig sei.

56 Prozent der Befragten in der Studie schätzen demnach Wartungs- und Reparaturarbeiten beim Elektroauto teurer oder wesentlich teurer ein als bei Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb. „30 Prozent gehen davon aus, dass die Kosten gleichbleiben, während nur 14 Prozent glauben, Elektrofahrzeuge seien in Sachen Wartung und Reparatur günstiger“, führt die Dekra aus. Für die Online-Studie befragte Ipsos im Juni 2024 insgesamt 1000 Autobesitzer, die selbst für die Wartung und Reparatur ihres Fahrzeugs verantwortlich sind.

Vergleich von Äpfeln mit Birnen

Eine Auswertung von mehr als 200.000 Schadengutachten habe ergeben, dass Reparaturkosten bei Elektroautos im Durchschnitt tatsächlich etwas höher liegen als bei Verbrennerfahrzeugen, heißt es in der Pressemitteilung. Allerdings sei der Unterschied bei genauerem Hinsehen nicht so groß, wie manchmal behauptet wird. „Wenn alle reparierten Verbrennerfahrzeuge mit allen reparierten Elektrofahrzeugen verglichen werden, ist das der sprichwörtliche Vergleich von Äpfeln und Birnen“, sagt Bernd Grüninger, Bereichsleiter Gutachten und Mitglied der Geschäftsleitung der Dekra.

„Tatsache ist, dass die Flotte der Elektrofahrzeuge deutlich jünger ist als der durchschnittliche Verbrenner. Ein geringeres Fahrzeugalter bedeutet – unter anderem schon allein wegen der mehr verbauten elektronischen Fahrerassistenzsysteme und ihrer Sensorik – höhere Reparaturkosten, ganz unabhängig von der Antriebsart“, führte Grüninger aus.

Deshalb habe die Dekra in der Auswertung der eigenen Schadengutachten die Schäden von bis zu drei Jahren alten Elektro- und Verbrennerfahrzeugen gegenübergestellt. „Im Ergebnis liegen die durchschnittlichen Reparaturkosten bei Elektrofahrzeugen um gut zehn Prozent über denen bei Verbrennern“, sagte Grüninger. Es gehe also keineswegs um Unterschiede von 30 oder 40 Prozent, die auch immer wieder durch die Kfz-Branche geistern würden.

Auf den Schaden kommt es an

In die höheren Reparaturaufwände spielen der Mitteilung zufolge mehrere Faktoren hinein. Zum einen gebe es Betriebe, die für Elektroautos höhere Stundensätze abrechnen – etwa aufgrund notwendiger zusätzlicher Qualifikationen ihrer Beschäftigten. Zum anderen seien bei elektrisch angetriebenen Autos in bestimmten Fällen zusätzliche Arbeiten nötig, wie etwa das spannungsfrei Schalten des Fahrzeugs. „Diese Faktoren erklären die etwas höheren Reparaturkosten für Elektrofahrzeuge bei vergleichbaren Fahrzeugen und vergleichbaren Schäden“, führte Grüninger aus.

Anders – auch das zeige die Auswertung der Dekra-Schadengutachten – sieht es aus, wenn am Elektroauto tatsächlich Hochvoltkomponenten betroffen sind. „Wenn ein Stoßfänger zu tauschen ist, spielt die Antriebsart nicht die entscheidende Rolle. Wenn aber am Elektroauto zum Beispiel die Antriebsbatterie beschädigt ist, hat das natürlich gravierende Auswirkungen auf den Reparaturaufwand“, stellt der Dekra-Bereichsleiter fest.

Quelle: Dekra – Pressemitteilung vom 2. September 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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