Peugeot-Chefin bezweifelt Siegeszug der E-Autos – und der SUVs

Peugeot-Chefin bezweifelt Siegeszug der E-Autos – und der SUVs
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Linda Jackson leitet innerhalb der Stellantis-Gruppe die französische Marke Peugeot und ist sich nicht sicher, ob sich die Elektromobilität mit Akkus in den Fahrzeugen mittelfristig durchsetzen wird. Das verriet sie dem Spiegel in einem Interview. „Ob die derzeit beste Lösung auch im Jahr 2035 noch als ideal angesehen wird, kann niemand sagen. Vielleicht ist der Brennstoffzellenantrieb dann die bessere Alternative, sagte sie. Ob sie selbst von der E-Mobilität überzeugt sei, sei jedoch überhaupt nicht relevant. Es sei der Weg, „für den man sich in Europa gemeinsam entschieden hat, um die CO₂-Ziele zu erreichen. Und für den liefern wir“, führt sie aus.

Zum aktuellen Zeitpunkt stelle die Elektromobilität allerdings auch aus ihrer Sicht die beste Lösung dar. Allerdings sei derzeit in der Automobilindustrie derzeit dermaßen viel und schnell im Wandel, dass sie sich offenbar nicht sicher sein kann, wie lange die Haltbarkeit einer solchen Aussage eingeschätzt werden kann. Peugeot plant derzeit, bereits bis 2030 komplett auf die Elektromobilität umgestellt zu haben und keine Verbrennerfahrzeuge mehr anzubieten. Die EU sieht dies erst ab 2035 vor.

Eine der größten Änderungen für den Automobilhandel habe das Internet mit sich gebracht, erläutert Jackson. Dies schaffe die Möglichkeit, „uns ein Auto online anzusehen, zu konfigurieren und auch zu kaufen. Das nenne ich rasanten Wandel“, sagte die Peugeot-Chefin dem Spiegel.

Über die vorliegenden Vorschlägen für eine neue Abgasnorm Euro 7 und das Hin und Her in den vergangenen Jahren zeigt sich Jackson wenig begeistert. „Die Herausforderung bei der neuen Norm ist vor allem, wie schnell sie umgesetzt werden soll. Noch ist es ja ein Vorschlag der EU-Kommission, doch schon 2025 sollen die Autos diesem Vorschlag entsprechen. Das sind nicht mal zwei Jahre“, gibt sie zu bedenken. Dass die Diskussionen darüber bereits seit 2018 laufen, lässt sie im Interview nicht als Argument gelten: „Aber es ist noch nichts fix. Manche Details werden neu hinzugefügt, andere wieder gestrichen. So geht das seit Jahren. Und es geht dabei um hohe Investitionen“, klagt sie.

Anerkennend äußerte Jackson sich mit Blick auf die chinesischen Hersteller, die aktuell mit ihren Elektroautos auf den deutschen Markt drängen. „Die Autos der chinesischen Hersteller sind wirklich gut. Wir respektieren sie als neue, ernst zu nehmende Herausforderer“, sagt sie. Aufgrund der Markenidentität und schneller verfügbareren Ersatzteilen sieht sie die klassischen in Europa ansässigen Hersteller allerdings weiterhin im Vorteil.

Eine Herausforderung in der Zukunft werde es laut Peugeot-Chefin sein, den von Kunden liebgewonnenen Sitzkomfort im SUV mit Aerodynamik und Effizienz im Sinne einer höheren Nachhaltigkeit zu verbinden. „Nehmen Sie den Peugeot 408 als Beispiel. Kein SUV, keine Limousine. Eine Mixtur aus beidem. Mit den hohen, kastenförmigen SUV können wir nicht weitermachen“, ist sie sich sicher.

Quelle: Spiegel online – Peugeot-Chefin Linda Jackson: Ob ich von der Elektromobilität überzeugt bin, ist nicht relevant“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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