Opel-Chef: „Ein guter Zeitpunkt, sich ein Elektroauto zu kaufen“

Opel-Chef: „Ein guter Zeitpunkt, sich ein Elektroauto zu kaufen“
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Uwe Hochgeschurtz, seit gut einem halben Jahr der neue CEO von Opel, sprach in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen über die Elektro-Strategie der deutschen Traditionsmarke, warum man sich als Käufer schon jetzt für ein E-Auto statt einen Verbrenner entscheiden soll und warum bei Opel die Lieferzeiten von Neuwagen bei E-Fahrzeugen geringer ausfallen als bei Benzinern und Dieseln.

Durch die von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen ist jetzt in Europa klar, dass Verbrenner ein Ablaufdatum haben“, sagt Hochgeschurtz über Opels Strategie, ab 2028 in westeuropäischen Märkten nur noch Elektroautos anbieten zu wollen. Denn für die Automobilindustrie stehe „nach einer langen Zeit der Unsicherheit“ fest, dass sie „ihren eingeforderten Beitrag zur Reduzierung von CO2 nur mit Elektroautos leisten kann“. Gegen Ende des Jahrzehnts, so der Opel-Chef, „müssen die CO2-Werte der Autoindustrie gegen null gehen“. Deshalb dürfe mit der breiten Einführung von Elektroautos nicht mehr länger gewartet werden.

Der entscheidende Punkt für den Durchbruch der E-Mobilität liegt Hochgeschurtz zufolge nicht in Kaufpreisen oder Ladeinfrastruktur, sondern „in den Köpfen der Menschen“. Und diese „verstehen immer mehr, dass Elektromobilität die richtige Antwort für die Mobilität der Zukunft ist.“ Und die Reichweiten und die Lademöglichkeiten, von vielen als Einschränkung empfunden, „werden von Jahr zu Jahr immer besser“. Es könnte aber schneller gehen, findet der Manager: „Politik und Investoren sollten den Ausbau des Ladenetzes schneller vorantreiben“, so der Opel-Chef.

„Wer ein Elektroauto kauft, kann sich über einen höheren Restwert seines Fahrzeugs freuen“

Hochgeschurtz rät davon ab, auf bessere Ladeinfrastruktur und weitere Innovationen bei den E-Autos selbst zu warten, und sich schon heute beim Autokauf für ein rein elektrisches Modell zu entscheiden. Denn mit einem Verbrenner müsse man „möglicherweise künftig mit Einschränkungen rechnen, etwa wenn er in Stadtzentren fahren will“. Zudem werde der Restwert eines Verbrenner-Autos „in zwei, drei Jahren deutlich geringer ausfallen“ als der eines Stromers: „Wer ein Elektroauto kauft, kann sich über einen höheren Restwert seines Fahrzeugs freuen“. So werde in den kommenden Jahren „auch der Markt für gebrauche Elektroautos relativ schnell wachsen“.

Außerdem seien, zumindest bei Opel, E-Autos schneller lieferbar als Verbrenner, da der Hersteller in Zeiten des Chipmangels die aktuell raren Teile bevorzugt in Elektroautos verbaut. „Auch so wollen wir als Opel dazu beitragen, dass die Zahl der Elektroautos in Deutschland und Europa steigt“, sagt Hochgeschurtz. Außerdem profitieren Käufer aktuell noch vom Umweltbonus in Höhe von bis zu 9000 Euro, welcher die höheren Anschaffungskosten eines E-Autos weitestgehend ausgleicht. „Es ist jetzt also ein guter Zeitpunkt, sich ein Elektroauto zu kaufen. Die Fahrzeuge sind ausgereift“, so der Opel-Chef.

Quelle: Augsburger Allgemeine – Opel-Chef: Der neue Manta fährt elektrisch und bietet mehr Platz

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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