Nur drei E-Modelle noch in diesem Jahr lieferbar und hoch förderfähig

Nur drei E-Modelle noch in diesem Jahr lieferbar und hoch förderfähig
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Wer sich erst jetzt dazu entschließt, ein neues Elektroauto zu kaufen, hat nur noch geringe Chancen, die bislang sehr großzügige Kaufprämie von 9000 Euro (6000 Euro staatlicher Zuschuss plus 3000 Euro Herstellerbonus) nutzen zu können, die am 31.12.2022 für Autos bis 40.000 Euro Kaufpreis auf 6750 Euro sinkt (davon 4500 Euro vom Staat plus – wahrscheinlich – 2250 vom Hersteller, hierzu befindet sich das zuständige Ministerium noch im Austausch mit den Herstellern).

Da die Autos noch in diesem Jahr zugelassen werden müssen, kommen nur noch wenige Modelle mit sehr kurzen Lieferzeiten in Frage. Nach einer Marktanalyse der Zeitschrift Auto Motor und Sport sollen aktuell nur drei noch in diesem Jahr lieferbar sein. So garantiere Renault, dass die beiden Modelle Kangoo Rapid und Megane E-Tech noch im Dezember ausgeliefert werden, wenn man sie jetzt bestellt. Das gelte sonst nur noch für den Dacia Spring mit einer Lieferzeit von drei Monaten. Alle anderen Elektroautos haben deutlich längere Lieferzeiten von teilweise sogar mehr als einem Jahr.

Immerhin: Der neue Elektrobus von VW, der ID.Buzz, ist überraschend schnell lieferbar. Wie VW gegenüber der Zeitschrift bestätigte, soll die Lieferzeit für jetzt bestellte ID.Buzz bei nur sechs Monaten liegen. Das gelte auch für die Cargo-Version. Wer jetzt bestellt, soll also schon Ende Februar den elektrischen VW-Bus fahren können. Auch Fiat soll den E-Auto-Bestseller 500 e recht zügig liefern können. Der Bestellstopp sei aufgehoben, aktuell beträgt die Lieferzeit fünf Monate, so Fiat zu Auto Motor und Sport – das wäre allerdings zu lange, um noch in den Genuss der 9000-Euro-Prämie zu kommen.

Eine Chance, schnell zu einem Neuwagen zu kommen, bietet dagegen der Handel. Wer nicht auf Modell und Ausstattung festgelegt ist, der kann in der Neuwagensuche noch fündig werden bei Modellen, die auf dem Hof stehen. Doch lange zögern sollte man nicht, denn diese Fahrzeuge sind ebenfalls schnell vergriffen. Das gilt auch für zwei Sonderserien des Peugeot e-208 und DS 7 E-Tense, die noch bestellbar und vor Jahresfrist ausgeliefert werden, aber nur in wenigen Exemplaren, festgelegter Lackierung und Ausstattung verfügbar sind.

Generell gilt: Fehlende Halbleiter, Kabelstränge und Akkus schlagen derzeit voll auf die E-Auto-Hersteller durch. So haben große Modellreihen wie ID.3, ID.4 und der neue ID.5 von VW Lieferzeiten von 14 Monaten. Auf Opels Combo-e Life, Corsa-e, Mokka-e und Zafira-e Life muss man sogar 15 Monaten warten, so eine gemeinsame Auswertung der Zeitschrift und des Autoportals Carwow. 12 Monate dauere es, bis ein iX von BMW, der Niro EV oder e-Soul von Kia, ein Cupra Born, der EQA und EQC von Mercedes oder der Mini Cooper SE 3-Türer ausgeliefert werden. Am längsten warte man aktuell mit 20 Monaten auf einen Audi Q4 e-tron, gefolgt von den Modellen Skoda Enyaq iV und BMW i4 mit 18 Monaten.

Quelle: Auto Motor und Sport – Pressemitteilung vom 25.08.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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