Neuzulassungen von Elektroautos und Plug-in-Hybriden trotz Corona deutlich im Plus

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Michael Neißendorfer
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In einem vor allem wegen Corona deutlich rückläufigen Gesamtmarkt legen Elektroautos und Plug-in-Hybride stark zu. Im Juni wurden in Deutschland 220.272 Neuwagen zum Straßenverkehr zugelassen. Damit lag der Juni um -32,3 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Insgesamt kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres 1.210.622 fabrikneue Pkw und damit -34,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019 zur Zulassung. Mit 51,5 Prozent waren erneut mehr als die Hälfte aller Neuwagen Benziner (-42,2 Prozent), gefolgt von den Diesel-Pkw (-34,5 Prozent), deren Anteil bei 30,6 Prozent lag.

Ganz anders die Situation bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden: 30.254 Neuwagen mit Hybridantrieb führten im Juni zu einem Anstieg um +60,8 Prozent und einem Anteil von 13,7 Prozent. Insgesamt 10.479 davon waren Plug-in-Hybride, die nach einer Steigerung um satte +274,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonet einen Anteil von 4,9 Prozent erreichten. 8119 Elektro-Pkw bewirkten ein Plus von +41,0 Prozent zum Vorjahresmonat, sie erreichten einen Anteil von 3,7 Prozent.

Auf das erste Halbjahr gerechnet lag die Anzahl von Benzinern (-43,6 Prozent), Dieseln (-37,0 Prozent) und flüssiggasbetriebener Pkw (-81,3 Prozent) stark im Minus. Die alternativen Antriebsarten Elektro (+42,7 Prozent), Hybride (+54,6 Prozent), darunter Plug-in-Hybride (+199,8 Prozent) sowie Erdgas (+11,2 Prozent) erreichten hingegen zum Teil dreistellige Zuwachsraten und zeigen sich von Corona relativ unbeeindruckt.

Im Hinblick auf die ab diesem Jahr schärferen CO2-Regeln der EU und die damit verbundenen Strafzahlungen hat das KBA weniger gute Zahlen parat: Überschreitet die Neuwagenflotte eines Herstellers die Marke von 95 Gramm CO2 je Kilometer, müssen hohe Beträge nach Brüssel überwiesen werden. Die Statistik des Kraftfahrt Bundesamtes offenbart hierbei dringenden Nachholbedarf: Im Juni betrug der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller neu zugelassenen Fahrzeuge 150,2 g/km und damit nur -4,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und mehr als die Hälfte mehr, was die EU erlaubt. In der Halbjahresbetrachtung betrug der durchschnittliche CO2-Ausstoß 150,8 g/km und damit -4,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: KBA — Pressemitteilung vom 03.07.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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