Mobilitätspreis 2022: Innovative Projekte für die Mobilität der Zukunft gesucht

Mobilitätspreis 2022: Innovative Projekte für die Mobilität der Zukunft gesucht
Copyright:

shutterstock / 328916084

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Deutsche Mobilitätspreis (DMP) zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Digitales und Mobilität in Deutschland. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) prämiert damit seit 2016 jährlich Projekte, die die Potenziale der Digitalisierung für eine zukunftsfähige Mobilität nutzen. Für insgesamt neun Kategorien sucht das BMDV innovative Projekte von Bürgerinnen und Bürgern, Gründerinnen und Gründern, Entwicklerinnen und Entwicklern und Expertinnen und Experten sowie herausragende Persönlichkeiten, die die Zukunft der Mobilität neu denken und gestalten. Die Preisverleihung findet am 27. Oktober 2022 statt.

Mit dem DMP sollen Projekte und Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden, die Großes wagen, die inspirieren und zur Nachahmung anregen. Ob Expertinnen und Experten in der Digital- und Mobilitätsbranche oder engagierte Bürgerinnen und Bürger mit Einblicken in die Herausforderungen des Alltags – alle sind eingeladen, sich am DMP zu beteiligen.

Die Mobilität der Zukunft als besondere Aufgaben für uns alle

Die digitale Mobilität der Zukunft stellt uns vor große gesellschaftliche Herausforderungen. Sie erfordert gemeinsame Schritte aufseiten von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft – aber auch die Unterstützung und innovative, unkonventionelle Ideen aktiver Bürgerinnen und Bürger. „Mobilität bedeutet für mich Freiheit. Deshalb wünsche ich mir, dass es immer mehr Angebote gibt, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der unterschiedlichen Menschen zugeschnitten sind. Wir wollen unsere Verkehrsmittel effektiv miteinander vernetzen und noch stärker als bisher die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen“, sagt Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing. Dafür brauche es Experten, die mit Leidenschaft bei der Sache sind – mit Erfindergeist, mit Lust auf Neues und mit dem Mut, auch mal Unkonventionelles zu verwirklichen. „Wir brauchen Menschen, die kluge Ideen haben und ihre Wünsche und Erfahrung mit uns teilen – Menschen, wie wir sie mit dem Deutschen Mobilitätspreis finden und auszeichnen.

Zum Auftakt der Einreichungsphase des Deutschen Mobilitätspreises betrachteten Expertinnen und Experten das Thema Mobilität aus verschiedenen Blickwinkeln und gaben Denkanstöße für mögliche Zukunftsperspektiven. Ein wichtiger Punkt, der dabei oft erwähnt wurde, ist das Thema Inklusion. Raul Krauthausen von Sozialhelden e.V. setzt sich intensiv mit dem Thema Mobilität für Menschen mit Behinderung auseinander. Er machte vor allem auf die fehlende Inklusion bei vielen Innovationen in der Mobilität aufmerksam. „Spontanmobilität in Form von Apps z.B. schließt viele Menschen aus, da Privatunternehmen nicht dazu verpflichtet sind, barrierefrei zu sein“, sagt Krauthausen. Auch Elektromobilität sei nicht barrierefrei. Menschen mit Behinderung seien in dieser Hinsicht eine der am schnellsten wachsende Minderheit, ergänzt er.

Der Wandel von dem analogen Auto hin zu einer multimodalen Mobilität ist eine der wichtigsten und größten Aufgaben unserer Zeit. Es ist eine großartige Aufgabe, aber es geht eben nur, wenn alle zusammenarbeiten, wenn die Daten Sicherheit schaffen, wenn wir die Privatsphäre abdecken, und wenn wir den Zugang so einfach wie möglich gestalten“, sagte Don Dahlmann, Journalist und Mobilitätsexperte, bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen DMP vor wenigen Wochen.

Mein Aufruf an alle, die beim Mobilitätspreis mitmachen möchten: Nutzen Sie Daten als Werkzeug im Sinne einer gerechten Verkehrswende. Helfen Sie mit Ihren Ideen mit, Mobilität klimafreundlich zu machen, sie gerecht zu machen, hören sie zu, wenn andere von ihren Interessen und auch Ängsten in diesem Prozess sprechen und finden sie gemeinsame Lösungen. Schmieden sie auch mal ungewöhnliche Allianzen“, sagte Phillipp Offergeld, Stiftung Mercator/Agora Verkehrswende, bei der Auftaktveranstaltung.

Für Herausforderungen wie diese, haben alle Bürgerinnen und Bürger die Chance innovative Lösungen zu entwickeln und einzureichen. Bis zum 15. August 2022 werden Bewerbungen in den Kategorien „Good Practice“, „Erfahrungstransfer“, „Veränderung“, „Daten und Innovationen“, „International“, „Young Vision“, „Science Fiction“, „Art“ und „Menschen“ angenommen. Ausführliche Informationen hierzu gibt es auf der DMP-Website.

Quelle: BMDV – Pressemitteilung vom 19.07.2022

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Lyten plant 1000 Jobs auf Northvolt-Gelände bei Heide

Lyten plant 1000 Jobs auf Northvolt-Gelände bei Heide

Sebastian Henßler  —  

Das US-Unternehmen Lyten will auf dem Northvolt-Gelände bei Heide rund 1000 Jobs schaffen und 2028 die Produktion mit grüner Energie starten.

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Sebastian Henßler  —  

Stellantis, Honda, GM und Ford verbuchen Milliardenverluste bei Elektroautos. Ein Rückzug wäre laut Experten trotzdem die deutlich schlechtere Option.

Ionity-CEO kritisiert Politik und VDA: „Verwirrende Signale“

Ionity-CEO kritisiert Politik und VDA: „Verwirrende Signale“

Laura Horst  —  

Der Ionity-Chef kritisiert den Bundeskanzler und den VDA dafür, dass sie Verbraucher bezüglich E-Autos verunsichern, und fordert von der Politik klare Aussagen.

EU-Politik könnte Europa bei E-Autos zum Nachzügler degradieren

EU-Politik könnte Europa bei E-Autos zum Nachzügler degradieren

Michael Neißendorfer  —  

Eine Datenauswertung zeigt: Die Politik der EU mit wieder mehr Spielraum bei Verbrennern würde Europa bei E-Autos weltweit zurückwerfen.

Zulieferbranche: Wer auf Verbrenner setzt, verspielt Wachstumschancen

Zulieferbranche: Wer auf Verbrenner setzt, verspielt Wachstumschancen

Michael Neißendorfer  —  

Eine Studie zeigt: Die Nachfrage nach Automobilkomponenten steigt – hauptsächlich in Bereichen der Elektromobilität.

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Sebastian Henßler  —  

33 statt 49 Monate für ein neues Auto: Roland Berger zeigt, wie groß Chinas Entwicklungsvorsprung gegenüber den europäischen Herstellern wirklich ausfällt.

BMW-Chef Zipse: „Mich ärgert das fehlende Selbstbewusstsein in Deutschland“

BMW-Chef Zipse: „Mich ärgert das fehlende Selbstbewusstsein in Deutschland“

Michael Neißendorfer  —  

BMW-Chef Zipse findet: Deutschland müsse aufhören mit dem Jammern und Klagen – das Land stehe viel besser da, als viele sagen.