Mercedes-Benz CEO sieht im Luxussegment den Schlüssel zur Transition

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Iris Martinz
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Das Luxussegment ist der Schlüssel zum Übergang auf die Elektromobilität. Diesen wenig überraschenden Schluss zieht Mercedes-Benz-CEO Ola Kallenius in einem Interview mit CNBC Reporter Jim Cramer. Verbrennerautos wird Mercedes-Benz dennoch noch länger verkaufen – aber eben vorwiegend im Massensegment. Bis 2039 will man jedenfalls CO2-neutral sein.

Das Interview fand im Rahmen der CNBC ESG Impact Conference statt. „Schritt für Schritt sehen wir, dass sich der Markt dreht„, erklärte Kallenius. Er gehe davon aus, dass das Luxussegment noch in dieser Dekade elektrisch dominiert sein wird. Bereits 2025 will Mercedes-Benz von jedem Modell eine vollelektrische Version anbieten. Alle danach folgenden Plattformen werden überhaupt nur mehr für E-Autos entwickelt. „Der Klimawandel ist real, das CO2-Problem muss gelöst werden„, erklärte Kallenius. Und das sehe er auch in der Verantwortung seiner Ingenieure.

Aber nicht nur der Umweltgedanke treibe ihn an, er sieht in Elektroautos auch das bessere Geschäft. Dennoch werde man die Verbrenner noch nicht so schnell aufgeben. In der gerade facegeliftete A- und B-Klasse werden vorerst auch weiterhin nur Plug-in-Hybride angeboten. Mercedes-Benz-affine Kunden würden über die Zeit aber immer mehr zu Elektromodellen tendieren. Solange man ihnen ein besseres Produkt anbiete, als sie es zuvor gefahren hätten, wären sie offen für einen Wechsel. Die Beschleunigungswerte und die Performance eines Elektroautos sprächen jedenfalls eindeutig dafür.

Mercedes-Benz hat im dreiviertel Jahr 75.400 Elektroautos ausgeliefert, aktuell sei „so ziemlich alles ausverkauft„, wie Kallenius betont. Man könne aber auch schlimmere Probleme haben als dieses, erklärte er. Neben dem Luxussegment erfreuen sich auch die elektrischen Versionen der Mercedes-Vans wachsender Beliebtheit. Im Rahmen der Verkündung der neuen Strategie im September wurde bekannt, dass man mit Rivian eine Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft unterzeichnet habe. Gemeinsam beabsichtige man unter anderem, im Rahmen eines Joint Ventures in eine gemeinsame Fabrik in Europa zu investieren und diese gemeinsam zu betreiben.

Quelle: CNBC – Mercedes-Benz CEO says luxury drivers will help spur the transition to electric vehicles

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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Christoph:

Na, ihr beiden werdet doch noch beste Freunde!?

David:

Beim Taycan ist nicht richtig viel Wertverlust zu erkennen. Aber das war bei Porsche nie anders, die Chimären (Cayenne, Macan, Panamera) mal ausgenommen. Das ist auch nicht das Problem, denn gebrauchte Porsche sind supergefragt. Aber das sind keine großen Absatzzahlen. Das ist auch nicht der Punkt. Die Strahlkraft ist da der Witz.

Wobei der EQE genau in die richtige Richtung geht. Da sind schon einige magere Hütten als Dienstwagen in Bestellung, so dass erschwingliche Preise in drei Jahren zu erwarten sind. Aber, ja, ein Mittelklassemodell fehlt noch.

Läubli:

Der Herr Kallenius sieht das richtig. Die Luxusklasse von Mercedes geht da allen Deutschen vorne weg. Bei Mercedes klappt die Power, die Luxusanmutung im Innenraum (außen spart Mercedes, wie andere Nobelmarken aus D auch – das ist schade und schmerzt mich für die Kunden) …aber die Autos sind auch in der Software (Navi, Ladeplanung, Bildschirme usw.) dabei. Bei Mercedes wird man damit automatisch seine Kunden zufriedenstellen und begeistern können, keine Frage.
PS: eine Wärmepumpe sollte aber dann künftig bei einem EQS sowie den günstigeren Modellen schon Standard sein – das war bis jetzt ja nicht so.

Martin:

Letztlich ist die Kombi aus Luxusklasse und Elektro fast zwingend. Menschen mit niedrigem Einkommen sind auf bezahlbare Mobilität angewiesen und abseits der Städte ist der ÖPNV nicht die Lösung. Ein gebrauchter Verbrenner ist hier leider immer noch die am wenigsten teure Alternative.

In der Luxusklasse spielt ja wohl Geld keine Rolle, zusätzlich ist die Preisdifferenz in dieser Klasse, wie beschrieben, zwischen Verbrenner und Elektro nicht vorhanden bzw. geht im Grundrauschen der Ausstattungsliste unter…

Das Argument, sich kein umweltfreundliches Auto leisten zu können, gilt für die Käufer eines (neuen) Mercedes nicht. Daher kann die Wahl eines Verbrenners dann gern als Desinteresse am Klimawandel interpretiert werden.

Was viele nicht wissen, oder bewusst verdrängen: Artikel 14, Grundgesetz.
Wäre das Sozialverhalten der Oberschicht auch in der Breite etwas ausgeprägter, dann wäre so etwas wie eine Neidgesellschaft gar nicht existent…

David:

Das ist so. Der Aufpreis für den Elektroantrieb ist in der Klasse nicht mehr vorhanden und man traut sich eher umzusteigen, weil man von dem einen Auto nicht abhängt. Und erfolgreiche Leute sind selbst in unserer Neidgesellschaft immer noch in gewisser Weise Orientierungsrichtschnur. Wenn der Chef, Arzt, Anwalt EQS fährt und man selber noch überlegt, gibt einem das vielleicht den letzten Impuls. Wenn nicht, bleibt es für die Umwelt gut, dass diejenigen, die die größten Autos fahren das jetzt wenigstens elektrisch tun.

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