Lightyear und DSM widmen sich Entwicklung von Solar-Dächer für E-Autos

Lightyear und DSM widmen sich Entwicklung von Solar-Dächer für E-Autos
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrations-Nummer: 256544863

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Anfang Januar diesen Jahres haben wir erfahren, dass das niederländische Solarauto-Startup Lightyear plant, erschwingliche Solarautos in Serie herzustellen. Ab 2023 will das Unternehmen mehr als 100.000 Solarautos zu einem Stückpreis von etwa 50.000 Euro auf die Straßen bringen. Zuvor hat das Startup die Frage beantwortet: „Wie Solar-Elektroautos das Stromnetz entlasten und die CO2-Bilanz verbessern“ – der Sion von Sono Motors spielt bei dieser Betrachtung auch eine Rolle. Da es bis zur Serienreife des ersten Solar-Elektro-Fahrzeugs noch dauert schlägt Lightyear derweil einen anderen Weg ein.

Gemeinsam mit dem ebenfalls aus den Niederlande stammenden Unternehmen Koninklijke DSM, ein Chemiekonzern mit Sitz in Heerlen, möchte man die Entwicklung von Solar-Dächern für Elektrofahrzeuge vorantreiben. Wie Lightyear zu verstehen gab soll die Entwicklungsarbeit hierbei weit über den Lightyear One hinausgehen. Gemeinsam möchten die beiden Unternehmen Solardächer in eine Vielzahl von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen einbringen. Dazu zählen diese nicht nur PKW, sondern auch Lieferwagen und Busse. Zunächst sei eine Bewertung des Marktes angedacht, bevor man entsprechende Pilotprojekte in unterschiedlichen Segmenten des Marktes startet.

Lightyear setzt neue Technologie zunächst bei eigenem E-PKW ein

Als Basis dient, dass bereits vorhandene Solardach aus dem Hause Lightyear. Wir erinnern uns hierzu, dass im Lightyear One rund fünf Quadratmeter Dachfläche, als auch die Fronthaube des Autos mit entsprechenden Solar-Panels versehen waren. Vonseiten DSM wird für die Solardächer ein leitfähiges Backsheet, welches laut Lightyear ein „integraler Bestandteil“ des Solardaches ist, zum Einsatz kommen. Dies hat zum Vorteil, dass die Anschlüsse der Solarzellen auf der Rückseite erfolgen kann. Hierdurch wird es möglich, dass „jeder verfügbare Zentimeter auf der Vorderseite des Moduls für die Erfassung des Sonnenlichts verfügbar ist“, wie das Branchenmagazin electrive.net erfahren hat. Entsprechende elektrische Verluste werden somit stark minimiert.

Mit eines der ersten E-Autos, welche auf die gemeinsam entwickelte Technologie setzen dürfte, wird der Lightyear One sein. Dieser soll nach WLTP 725 km weit kommen. An sonnigen Tagen sollen rund 33 km Reichweite alleine durch die Solarzellen auf dem Dach abgedeckt werden. Bedenkt man nun, dass im Schnitt 40 km mit einem Fahrzeug zurückgelegt werden, kann sich der enorme Vorteil des Solardachs erkennen lassen. Zu bedenken ist: An bewölkten Tagen, im Winter oder schlichtweg wenn das Auto in einer Garage geparkt wird, sinkt der Solarstrom-Anteil erheblich.

„Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit Lightyear schaffen wir einen völlig neuen Markt für verlustfreie Hochleistungs-Rückkontakttechnologie – mit dem Potenzial, das Gesicht sauberer Mobilität zu verändern. “ – Pascal de Sain, Vizepräsident von DSM Advanced Solar

Interessant wird der Einsatz der Solardächer aber vor allem in Bereich von E-Bussen oder E-LKW, da allein bedingt durch die größere Fahrzeugfläche weit mehr Solarpanels untergebracht werden können. Auf der anderen Seite steigt auch die Fahrleistung, welche die Fahrzeuge täglich zurücklegen. Dennoch ist jeder Kilometer, welcher durch aus Sonne gewonnener Energie zurückgelegt werden kann ein Gewinn für den jeweiligen Flottenbetreiber.

KIA und Hyundai arbeiten ebenfalls an Solardach-Ladetechnologie

Bereits 2018 haben die unter einem gemeinsamen Konzerndach agierenden Autohersteller Kia und Hyundai angekündigt, eine Solardach-Ladetechnologie für ausgewählte Fahrzeuge einzuführen. Stromerzeugende Sonnenkollektoren werden in das Dach oder in die Motorhaube von Fahrzeugen eingebaut und unterstützen Verbrennungs-, Hybrid- und Batterie-Elektrofahrzeuge mit zusätzlicher elektrischer Leistung, was die Kraftstoffeffizienz und die Reichweite erhöht. Bisher wurde dies noch nicht in Serie überführt.

Quelle: Electrive.net – Lightyear und DSM wollen Solar-Dächer für Fahrzeuge entwickeln

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.