Ladenetz-Großprojekt der Telekom stockt noch

Ladenetz-Großprojekt der Telekom stockt noch
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 721419028

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Ende November 2017 ist die Deutsche Telekom beim Thema Ladeinfrastruktur mit aufs Spielfeld gekommen. Jedoch nicht in Form herkömmlicher Ladesäulen und -stationen wie man sie kennt, sondern in Form von Stromverteilern, die zu Lademöglichkeiten für Elektroautos umfunktioniert werden. Damals hieß es noch, dass es ab 2018 mit der Umrüstung losgehen soll.

Telekom-Chef Timotheus Höttges sprach von rund 380.000 Kabelverzweiger deutschlandweit, die zur Ladestation umgerüstet werden können. Die Basis dafür bieten die grauen Kästen bereits. So verfügen diese über eine Stromversorgung, eine Batteriepufferung, eine digitale Messstelle, es fehlt lediglich die Steckdose zum Anschluss der Ladestecker. Laut Höttges seien bereits 12.000 geeignete Standorte mit Parkmöglichkeiten identifiziert worden.

Anfang des Jahres gründete der Bonner Konzern die Gesellschaft „Comfort Charge“, bestätigte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Im April sollte dann mit dem Bau der ersten Ladesäulen begonnen werden. Betonung auf „begonnen werden“, denn aktuellen Informationen zufolge existieren die geplanten ersten Serien-Ladestationen immer noch nicht. Man kann also festhalten, dass das Ladenetz-Großprojekt der Telekom noch stockt.

Stand heute sind lediglich zwei Prototypen vorhanden. Einer am Olympiastadion in München und einen in Wittenberg in  Sachsen-Anhalt. Zumindest ein Internetauftritt der Gesellschaft „Comfort Charge“ ist vorhanden. Auf diesem wird auch der „Rollout der Destinationsladestellen (11 kW Leistung) an den ‚grauen Kästen‘ (Multifunktionsgehäusen), die über eine eigene Stromversorgung verfügen“ für den Herbst 2018 angekündigt. Man hält demnach immer noch an dem priorisierten Aufbau des Ladenetzes fest, macht dies nun aber auch von Förderungen aus öffentlichen Programmen fest.

Im zuvor verlinkten Bericht von „Bizz Energy“ werden weitere Punkte aufgedeckt, die aufzeigen, dass die Telekom nicht wie geplant vorwärtskommt. So reiche unter anderem die Leistung an den Verteilerkästen für Schnellladestationen ab einem bestimmten Level nicht aus, die Standorte befänden sich selten direkt an Parkbuchten und es gebe zeitaufwendige Regularien (Anmeldung, Konzessionen) zu beachten. Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt weiter entwickelt. Hat sich zumindest bei der damaligen Ankündigung ganz gut angehört.

Quelle: Electrive.net – Ladenetz-Großprojekt der Deutschen Telekom lahmt

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Deutschlands Batteriepipeline für 2035 hat sich halbiert

Deutschlands Batteriepipeline für 2035 hat sich halbiert

Sebastian Henßler  —  

Ein Viertel der seit 2022 angekündigten Zellkapazität ist gestrichen, Deutschlands Pipeline hat sich halbiert. Trotzdem hält T&E die IAA-Vorgaben für erreichbar.

US-Zölle: Eine Million Jobs hängen am Export in die USA

US-Zölle: Eine Million Jobs hängen am Export in die USA

Sebastian Henßler  —  

Knapp eine Million Arbeitsplätze in Deutschland hängen am Export in die USA. Die Zölle treffen Autobauer, Zulieferer und Mittelstand gleichermaßen hart.

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen hat mehrere Tarifverträge zum Jahresende gekündigt. Es geht um Arbeitszeit, Zulagen, Urlaub und weitere zentrale Arbeitsbedingungen.

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen will mehrere Haustarifverträge kündigen. Die IG Metall spricht von einem „üblen Foul“ und kündigt Widerstand an.

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

Tobias Stahl  —  

Europäische Hersteller könnten bis 2030 rund ein Viertel des hiesigen Markts für schwere E-Lkw an Hersteller aus China und den USA verlieren, warnt T&E.