Kontaktloses Laden mit Plug-In-Lösungen auf Augenhöhe

Kontaktloses Laden mit Plug-In-Lösungen auf Augenhöhe
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Unterschiedliche Gründe sprechen dafür, dass das kontaktlose Laden von Elektrofahrzeugen serienreif ist. Es sind sowohl rein technische als auch praktische.

In punkto Effizienz ist die Ladetechnologie so weit fortgeschritten, dass berührungsloses Laden dem Laden mit Kabel und Stecker in nichts nachsteht. Der Wirkungsgrad bei Plug-In-Lösungen liegt zwischen 88 Prozent und 95 Prozent. Der beim kontaktlosen Laden bei 90 Prozent bis 93 Prozent. Das bedeutet: Die Ladegeschwindigkeit ist gleich. Ausschlaggebend beim Faktor Zeit sind Ladeleistung und Kapazität der Batterie. Je mehr Energie sie speichern kann, desto länger dauert es, die Reserven komplett aufzufrischen. Zum Vergleich: Ein 50-Liter-Tank ist schneller mit Benzin gefüllt als ein 90-Liter-Tank.

Der Wirkungsgrad wird auch nicht geschmälert, wenn das System Energie durch Materialien hindurch überträgt. Ladestationen können also unter den Straßenbelag verbaut werden und so Autos mit Strom versorgen. Der Fahrer stellt das Auto einfach – beispielsweise auf einem Supermarktparkplatz ̶ über der Ladeplatte ab und braucht sich um nichts mehr zu kümmern. Sie verbindet sich durch magnetische Resonanz und damit ohne Kabel mit der entsprechenden Kontaktplatte am Unterboden des Autos. Dabei ist es kein Problem, 25 cm Bodenfreiheit eines SUVs zu überbrücken. Zuhause funktioniert die Bedienung analog. Das Auto parkt über der Ladeplatte auf dem Garagenboden und wird geladen.

Dass das kontaktlose Laden serienreif ist, unterstreicht die Forschung der SAE (Society of Automotive Engineers). Technologieunternehmen, Automobilhersteller und Tier-1 Zulieferer arbeiten unter der Federführung der SAE daran, Fahrzeuge mit der Technologie des SAE J2954TM Standards auszustatten und somit die Ladeinfrastruktur in Städten auszubauen. Im November 2017 gelang der SAE ein wichtiger Schritt in Richtung Standardisierung.

Sie veröffentlichte technische Details, die den Standard für 11 kW Ladeleistung in Zukunft prägen werden: Die Richtschnur für alle Unternehmen, die am kontaktlosen Laden von E-Autos beteiligt sind. Nissan, Toyota und Delphi haben erkannt, wie wichtig ein Standard beim Laden ist. So haben sie bereits vor Veröffentlichung der Norm ihre Autos interoperabel gemacht. Voraussichtlich wird der Standard 2018 verabschiedet: Der Startschuss für Automobilhersteller anzukündigen, wann die ersten Elektrofahrzeuge mit kontaktloser Ladevorrichtung auf den Markt kommen. 2020/2021 ist dafür ein realistischer Zeitrahmen.

Kontaktloses Laden trägt maßgeblich dazu bei, die mobile Zukunft zu verändern und autonomen Fahrzeugen den Weg zu ebnen. Neben Sensoren, Kartierung und maschinellem Lernen ist das kontaktlose Laden unabdingbar für eine autonome Zukunft. Taxiflotten laden selbstständig ohne menschliches Zutun. Autos fahren alleine Parkplätze an, die mit einer kontaktlosen Ladestation ausgestattet sind. Nachdem die Energiereserven wieder aufgefüllt sind, parkt das Fahrzeug automatisch um und macht den Platz frei für das nächste E-Auto. Kontaktloser Energietransfer steht also nicht nur für kontaktloses und schnelles Laden: Es ist die Voraussetzung für autonome Fahrzeuge auf unseren Straßen und verbannt im Gegenzug den Verbrennungsmotor in die Geschichtsbücher.

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Verfasst wurde dieser Artikel von Peter Wambsganß, Director of Business Development AIMM – Europe Region bei WiTricity Corporation.
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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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