Drohende Insolvenz bei Wallboxhersteller Easee

Drohende Insolvenz bei Wallboxhersteller Easee
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Easee

Hannes Dollinger
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Der norwegische Wallbox-Hersteller Easee, der sich nach möglichen Sicherheitsmängeln in stürmischen Gewässern befindet, durchläuft tiefgreifende Veränderungen. Es steht nicht nur die finanzielle Stabilität des Unternehmens auf dem Spiel, sondern auch seine Führungsstruktur und die Belegschaft. Doch trotz der Schlagzeilen zeigen Investoren weiterhin Vertrauen in das Potenzial des Unternehmens.

Nachdem Bedenken hinsichtlich der Sicherheit seiner Produkte öffentlich wurden, steht das Unternehmen nun am Rande der Insolvenz. Jonas Helmikstøl, einer der Gründer von Easee, hat seinen Posten als Geschäftsführer niedergelegt. Zudem sieht sich das Unternehmen gezwungen, mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter zu entlassen.

Im Februar dieses Jahres stellte der Test der schwedischen Behörde für elektrische Sicherheit, Elsälerhetverket, fest, dass Easees weit verbreitete Wallbox nicht den EU-Vorgaben entspricht. Besonders brisant war die Entdeckung, dass die Wallbox trotz anderer Kennzeichnung keinen konventionellen FI-Schalter eingebaut hatte. Trotz der Verteidigung von Easee, dass ihre integrierte Lösung sogar sicherer sei als herkömmliche Systeme, führten diese Enthüllungen zu Verkaufsverboten in mehreren europäischen Ländern.

Diese Verbote haben das junge Unternehmen, das sich auf den Verkauf und Betrieb von Ladestationen spezialisiert hat, hart getroffen. Der daraus resultierende Imageschaden führte zu einem großen Rückgang der Verkäufe. Trotz der Anschuldigungen und des daraus resultierenden Drucks konnten sich Easee und seine Investoren auf eine finanzielle Lösung einigen, um das Unternehmen vor der Insolvenz zu bewahren. Ein Wandeldarlehen in Höhe von 5,23 Millionen Euro wurde von bestehenden Investoren, darunter Wiski Capital, Dristi Capital und Montin, bereitgestellt.

Diese finanzielle Unterstützung kommt jedoch mit einem hohen Preis. 225 der 350 Arbeitsplätze werden gestrichen, wobei der größte Teil in Norwegen verloren geht. Helmikstøl, obwohl er als Geschäftsführer zurücktritt, bleibt in einer nicht spezifizierten Rolle im Unternehmen. Sein Abschiedsstatement zeigt die emotionale Belastung, die diese Entscheidungen mit sich bringen. „Es tut unbeschreiblich weh, von so vielen wunderbaren Menschen Abschied nehmen zu müssen, die alles dafür gegeben haben, dass Easee das überstanden hat. Ich selbst habe mein Bestes gegeben und härter als je zuvor gearbeitet, um dies zu verhindern, aber leider hat es nicht gereicht. Es tut mir wirklich leid“, wird Helmikstøl zitiert.

Die Investoren bleiben dennoch optimistisch. Nils Thomas Lien von Montin äußerte sich zuversichtlich über die Zukunft von Easee und betonte, dass das Unternehmen trotz der jüngsten Herausforderungen eine starke Organisation und ein von den Markt gefragtes Produkt hat.

Trotz der Turbulenzen blickt Easee nach vorne. Das Unternehmen arbeitet an Verhandlungen mit Gläubigern und plant weitere „bevorstehende Produkteinführungen„.

Quelle: Electrive.net – Easee ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

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Hannes Dollinger

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Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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