Innovatives Batterie-Forschungszentrum CARL in Aachen kann starten

Innovatives Batterie-Forschungszentrum CARL in Aachen kann starten
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BLB NRW

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Mit dem CARL – die erfreulich kurze Abkürzung für das Center for Ageing, Reliability and Lifetime Prediction of Electrochemical and Power Electronic Systems – ist in Aachen ein innovatives Forschungszentrum für Batterien und Leistungselektronik entstanden. Die RWTH Aachen und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) haben das von Bund und Land finanzierte Gebäude nach zweieinhalb Jahren Bauzeit Anfang Februar feierlich eröffnet.

Mit seiner umfassenden Laborausstattung können im neuen Forschungsbau CARL Materialien, Zellen, Module und ganze Systeme ganzheitlich auf Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Lebensdauer untersucht werden. Dadurch sollen Entwicklungszyklen von neuen Materialien über effiziente Produktionsprozesse hin zur Markteinführung erheblich beschleunigt werden können. So soll die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas in den Schlüsseltechnologien Batterien und Leistungselektronik ganz wesentlich gestärkt werden können, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des BLB NRW. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und das Bundesministerium für Bildung und Forschung haben den von der Aachener Niederlassung des BLB NRW realisierten Forschungsbau auf dem Campus Melaten finanziert.

Unser Alltag ist ohne smarte Batterietechnik nicht mehr vorstellbar. Smartphones, Elektromobilität, Medizintechnik – überall sind Energiespeicher verbaut, die das Leben der Menschen erleichtern. Fortschritte in der Batterietechnologie sind deshalb von großer ökonomischer und ökologischer Bedeutung“, sagt Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. CARL sei „ein großartiger Forschungsbau“, an dem nun zentrale Fragen der Alterung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batterien und Leistungselektronik untersucht werden können. „Von den Erkenntnissen der Forscherinnen und Forscher hier in Aachen werden sehr viele Menschen profitieren“, ist sich Brandes sicher.

Umsetzung von Energie- und Verkehrswende

Auf 5000 Quadratmetern Nutzfläche bietet das CARL unter anderem moderne Werkstätten und Speziallabore, Prüfräume für Stresstests mit luftgefederten Fundamenten, spezielle Mikroskopie-Räume, Klimakammern sowie einen Rein- und einen Trockenraum. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Laborcontainer produziert bis zu 100.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das ist in etwa so viel, wie 25 Vier-Personen-Haushalte jährlich verbrauchen.

CARL ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung, an der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zehn Kernprofessuren und rund 20 weiteren Lehrstühlen und Instituten der RWTH und des Forschungszentrums Jülich wegweisende Forschung betreiben sollen. „Hier wird die integrierte interdisziplinäre Hochschule gelebt und deutlich, dass wir die großen globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen können“, sagt RWTH-Rektor Prof. Ulrich Rüdiger.

Prof. Dirk Uwe Sauer (Sprecher CARL), ergänzt: „Im CARL haben wir die einmalige Möglichkeit für Batterien und Leistungselektronik das Betriebsverhalten ganzheitlich vom Fahrzeug bis auf die Kristallebene der Materialien zu untersuchen und zu charakterisieren. Damit können neue Materialien und Produkte schneller entwickelt und eingesetzt werden, was wir zur Umsetzung von Energie- und Verkehrswende zum Schutz des Klimas mehr als je zuvor brauchen.“

Quelle: BLB NRW – Pressemitteilung vom 03.02.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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