ICCT: E-Autos in China ab 2025 so billig wie Verbrenner

ICCT: E-Autos in China ab 2025 so billig wie Verbrenner
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1237870426

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Die gemeinnnützige Organisation „International Council on Clean Transportation“ (ICCT) hat in einer Studie die Entwicklung der Kosten für Elektroautos in China bis zum Jahr 2035 prognostiziert. Je nach Segment dürfte die Kostengleichheit zu Verbrennern zwischen 2025 und 2030 erreicht werden können – und zwar ohne Förderung. Das zitierte „electrive.net“ aus der Untersuchung.

Für ihre Analyse haben die ICCT-Wissenschaftler nach eigenen Angaben „die besten verfügbaren Daten zu Batterie- und Fahrzeugkomponenten-Kosten“ zusammengetragen. Dabei wurden sowohl Batterie-elektrische Autos als auch Plug-in-Hybride in verschiedenen Fahrzeugklassen berücksichtigt. Subventionen und Steuervorteile wurden laut der Mitteilung bewusst ausgeschlossen, um einen „technologieneutralen Vergleich“ von Kosten und Nutzen zu ermöglichen.

Das Ergebnis: In voraussichtlich fünf bis zehn Jahren wird in China die Preisparität zu Verbrennern erreicht sein. E-Autos mit einer geringen Reichweite (weniger als 250 Kilometer) werden diese Schwelle schon bis 2025 erreichen. Bei Kompaktautos oder SUV mit 300 bis 400 Kilometern Reichweite soll das zwischen 2026 und 2029 der Fall sein. Bei Fahrzeugen mit größerer Reichweite (500 Kilometer und mehr) tritt die Parität bis 2030 oder später ein.

Das ICCT weist demnach auch darauf hin, dass es sich bei diesen Jahreszahlen um die Parität beim Kaufpreis handle. Die Wettbewerbsfähigkeit bei den tatsächlichen Kosten könne aber schon „einige Jahre früher“ erreicht werden – vor allem wegen der geringeren Energiekosten bei Elektrofahrzeugen.

Veröffentlichungen des Instituts zeigten aber auch: Plug-in-Hybride (kalkuliert mit E-Reichweiten von 40, 60, 80 und 100 Kilometern) starteten zwar unter dem Preisniveau der Batterie-elektrischen Autos mit höherer Reichweite, bei der Kostenentwicklung würden sie aber von den Akku-Autos früh überholt. Spätestens ab 2027 seien PHEV teurer in der Anschaffung als ein E-Auto mit 500 Kilometern Reichweite – und immer teurer als der Verbrenner, obwohl bei diesem im Zeitraum bis 2035 die Kosten leicht steigen werden.

Allerdings gibt das ICCT zu bedenken: „Trotz der Klarheit über sinkende Kosten für Elektrofahrzeuge und deren Nutzen wird der Übergang zu allen Elektrofahrzeugen nicht ohne eine nachhaltige Politik erfolgen.“ Klare Ziele der Zentralregierung könnten viele aufeinander abgestimmte Maßnahmen von Regierung und Industrie anregen. Langfristige Vorschriften wie die Regulierung neuer Energiefahrzeuge und Leistungsstandards seien insbesondere erforderlich, um Investitionen der Industrie, eine hohe Stromproduktion und eine breite Verfügbarkeit von E-Modellen sicherzustellen.

Quelle: electrive.net – ICCT-Studie: Preisparität in China ab 2025 möglich

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

Tobias Stahl  —  

Europäische Hersteller könnten bis 2030 rund ein Viertel des hiesigen Markts für schwere E-Lkw an Hersteller aus China und den USA verlieren, warnt T&E.

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

Sebastian Henßler  —  

Der VDA erwartet bis 2035 den Verlust von 125.000 weiteren Autojobs in Deutschland und verweist auf hohe Energiekosten sowie fehlende Reformen.

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

Tobias Stahl  —  

Kurz vor einem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping sorgt US-Präsident Trump mit überraschender Offenheit für Kritik aus Reihen der US-Hersteller.

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Michael Neißendorfer  —  

Expertinnen und Experten von 50 Organisationen aus Afrika gestalten Strategien für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Michael Neißendorfer  —  

In Bezug auf die Aussichten der deutschen Automobilindustrie geben sich mehr als 500 Manager alles in allem recht pessimistisch.

Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose

Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose

Tobias Stahl  —  

Der ZDK rechnet für 2026 mit einem spürbaren Wachstum bei Elektroautos. Die Gesamtlage im Kfz-Gewerbe bleibt aber dennoch angespannt.