Hyundai testet Ioniq-5-Flotte als Pufferspeicher

Hyundai testet Ioniq-5-Flotte als Pufferspeicher
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Wolfgang Plank
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Mit zwei Pilotprojekten in Deutschland und den Niederlanden testet Hyundai den Einsatz seiner E-Autos als Pufferspeicher für regionale Stromnetze (V2G) und innerhalb geschlossener Energiesysteme bei Häusern (V2H).

Bei V2G sollen E-Modelle wie der  Ioniq 5 zur Stabilisierung des lokalen Stromnetzes beitragen. Anstatt Reservekraftwerke mit hohem Emissionsausstoß zu betreiben, kann der Betreiber nachts, bei Windstille oder zum Abfedern von Spitzenlasten auf in den Hochvoltbatterien der E-Fahrzeuge gespeicherten grünen Strom zurückgreifen, da dieser ursprünglich aus Sonnen- oder Windenergie stammt.

In Kombination mit einem flexiblen Tarifgestaltung können die Besitzer ihre BEVs rechtzeitig und zu niedrigeren Kosten in den Schwachlastzeiten aufladen, sodass das E-Fahrzeug wieder über genügend Batteriekapazität verfügt, sobald es benötigt wird. Die Netzbetreiber profitieren gleichzeitig, weil sie keine eigenen Zwischenspeicher vorhalten müssen.

Hyundai plant nach eigenen Angaben, den für bidirektionales Laden geeigneten On-Board Charger, der auch in den Serienmodellen des Ioniq 5 verbaut ist, zu einem späteren Zeitpunkt auch für die V2G-Technologie nutzbar zu machen. Darüber hinaus will Hyundai demnächst ein neues Elektrofahrzeug vorstellen, welches ab Werk über die V2G-Technologie verfügt.

Das V2H-Pilotprojekt in Deutschland wird in Berlin durchgeführt. Dabei wird laut Hyundai die Möglichkeit getestet, innerhalb eines geschlossenen Energiesystems den Strom mit dem Haus zu teilen. Mehrere modifizierte Ioniq 5 sind dabei mit demselben bidirektionalen On-Board Charger ausgestattet, der bereits jetzt in den Serienmodellen zum Einsatz kommt. Allerdings verfügen die Pilotfahrzeuge über eine spezifische Software, um die V2H-Technologie unter Alltagsbedingungen zu erproben. Außerdem unterstützt Hyundai in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Mobilitätsanbieter „We Drive Solar“ die Stadt Utrecht dabei, die erste bidirektionale Stadt der Welt zu werden.

Bereits heute erlaubt die Plattform des Ioniq 5, mit bis zu 3,6 kW externe elektrische Geräte aufzuladen und mit Strom zu versorgen. Hiermit lassen sich während der Fahrt oder im Stand etwa E-Bikes, E-Scooter oder Notebooks speisen. In einem Haus ließe sich laut Hyundai eine mittelgroße Klimaanlage oder ein 55-Zoll-Fernseher bis zu 24 Stunden lang betreiben.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 8. April 2022

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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