Studie: Hohe Leasingraten bremsen E-Mobilität aus

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Daniel Krenzer
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Die europäische Umweltdachorganisation Transport & Environment (T&E) kommt in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass die Leasingraten für Elektroautos zu hoch sind. Dies habe auf den Wandel hin zur E-Mobilität eine bremsende Wirkung. Über die Studie berichtete „Vision Mobility“. Laut der Studie sind die Leasingraten für elektrische Fahrzeuge durchschnittlich 69 Prozent höher als diejenigen für vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Untersucht wurden in der Studie die Restwerte von gebrauchten Fahrzeugen. Dabei stellte sich heraus, dass der Wertverlust von Verbrennern und E-Fahrzeugen sich nach drei Jahren auf einem ähnlichen Niveau bewegt, im ersten Jahr sei der Wertverlust von E-Autos sogar geringer. Da aber die Leasingraten für elektrische Fahrzeuge meist deutlich höher sind, impliziere dies einen höheren Wertverlust, der aber tatsächlich gar nicht vorliege.

„Leasingfirmen verlangen von ihren Kunden zu viel Geld, wenn sie auf Elektroautos umsteigen. Die Preisgestaltung der Leasingfirmen ist zu konservativ. Ihre monatlichen Raten sind auf dem Stand von vor fünf Jahren stehen geblieben. Dadurch verlangsamen Leasingfirmen die Umstellung auf Elektroautos, während sie Rekordgewinne machen und Kunden überteuerte Raten bezahlen.“ – Stef Cornelis, Direktor für Elektroflotten bei T&E

Da Leasingfahrzeuge etwas mehr als 20 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen, würden sich die hohen Leasingraten für E-Autos negativ auf den Hochlauf der Elektromobilität auswirken, wird in der Studie festgestellt. Ferner prangern die Autoren an, dass keines der großen Leasingunternehmen aktuell plane, vor 2030 auf eine rein elektrische Flotte umzustellen – und das, obwohl viele Hersteller bis dahin schon nur noch elektrische Fahrzeuge herstellen wollen. „Damit bremst der Leasingsektor den Übergang zur Elektromobilität aus. In Deutschland bleibt die Elektrifizierung von Firmenflotten deutlich hinter dem Privatsektor zurück. 2022 waren 14 Prozent der neu zugelassenen Firmenwagen Pkw-BEVs. Bei privaten Haushalten waren es bereits 27 Prozent der Neuzulassungen“, heißt es in der Studie.

Kritik an der Studie äußerte demnach Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, weil die Umweltprämie bei der Betrachtung nicht mit hineingerechnet worden sei, was die preislichen Unterschiede allerdings abfedere. Laut „Vision Mobility“ läge die Leasingrate unter Berücksichtigung der Umweltprämie somit bei den allermeisten Fahrzeugen auf einem ähnlichen Niveau. Dies untermauere die Bedeutung, die die Umweltprämie für die Wettbewerbsfähigkeit von elektrischen Fahrzeugen derzeit in Deutschland noch habe.

Quelle: vision-mobility – „T&E-Studie: Hohe Leasingraten für E-Autos bremsen den Wandel“

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Daniel Krenzer

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Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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