Fortum erhöht Recyclingquote von Elektroauto-Akkus auf über 80 Prozent

Fortum erhöht Recyclingquote von Elektroauto-Akkus auf über 80 Prozent
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Fortum / Fanny Haga

Michael Neißendorfer
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Die Elektrifizierung des Autoverkehrs wird den Bedarf an Batterien deutlich erhöhen. Eine neue Technologie des nordischen Clean Energy-Unternehmens Fortum kann mehr als 80 Prozent einer ausgedienten Elektrofahrzeugbatterie recycelbar machen, führt die knappen Rohstoffe in den Kreislauf zurück und beseitigt somit eine große Lücke in der Nachhaltigkeit von Elektroautos, indem weniger Kobalt, Nickel und andere Metalle abgebaut werden müssen.

„Es gibt nur wenige funktionierende, wirtschaftlich realisierbare Technologien für das Recycling der Mehrzahl der Materialien in Lithium-Ionen-Batterien. Wir sahen eine Herausforderung, die noch nicht gelöst wurde, und entwickelten eine skalierbare Recyclinglösung für alle Branchen, in denen Batterien verwendet werden.“ – Kalle Saarimaa, Vizepräsident Fortum

Fortum erreicht die Recyclingquote von mehr als 80 Prozent mit einem CO2-armen metallurgischen Recyclingprozess. Die derzeitig gängige Recyclingquote für Lithium-Ionen-Akkus beträgt sonst nur etwa 50 Prozent. Die Batterien werden zunächst für die mechanische Behandlung vorbereitet, indem Kunststoffe, Aluminium und Kupfer getrennt und ihren eigenen Recyclingprozessen zugeführt werden.

Das hydrometallurgische Wiederherstellungsverfahren im Anschluss ermöglicht die Wiedergewinnung von Kobalt, Mangan, Nickel und Lithium aus der Batterie und die Weitergabe an die Batteriehersteller zur Produktion neuer Batterien. Diese Technologie wurde vom finnischen Unternehmen Crisolteq entwickelt. Crisolteq verfügt im finnischen Harjavalta über eine hydrometallurgische Recyclinganlage, die bereits industriell betrieben werden kann.

„Kreislaufwirtschaft im engeren Sinne bedeutet, ein Element seiner ursprünglichen Funktion oder seinem ursprünglichen Zweck zuzuführen. Wenn wir über das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien sprechen, ist es das Endziel, dass die meisten Komponenten der Batterie zu neuen Batterien recycelt werden.“ – Kalle Saarimaa, Vizepräsident Fortum

Fortum steuert auch sogenannte Second-Life-Anwendungen für Batterien, bei denen Elektroauto-Akkus in stationären Energiespeichern verwendet werden, nachdem sie nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck in einem Automobil geeignet sind.

Nach einer Prognose der Internationalen Energieagentur wird die Zahl der Elektrofahrzeuge auf den Straßen weltweit bis 2030 von 3 Millionen auf 125 Millionen ansteigen. Im Jahr 2015 betrug der Recyclingmarkt für Lithium-Ionen-Batterien etwa 1,7 Millionen Euro. Durch den erwarteten Elektroauto-Boom in den kommenden Jahren dürfte er bis 2030 auf mehr als 20 Milliarden Euro steigen.

Quelle: Fortum – Pressemitteilung vom 25.03.2109

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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