Fliegt E-Lkw-Entwickler Nikola aus dem Nasdaq?

Fliegt E-Lkw-Entwickler Nikola aus dem Nasdaq?
Copyright:

VanderWolf Images / Shutterstock / 2205581453

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Dem finanziell angeschlagenen E-Auto-Entwickler Nikola droht offenbar der Entzug der Börsennotierung im Nasdaq. Das berichtet Techcrunch unter Berufung auf eine Mitteilung des US-amerikanischen Unternehmens aus Utah. Am Mittwoch habe es eine entsprechende Mitteilung erhalten, weil der Börsenkurs mehr als 30 Tage lang unter einem US-Dollar gelegen habe.

Um dem Nasdaq erhalten zu bleiben, muss Nikola demnach nun bis zum 20. November die Mindestvorgaben der elektronischen Wertpapierbörse erfüllen und mindestens zehn Tage am Stück wieder oberhalb von 1 US-Dollar gelistet werden.

Börsenkurs stürzt deutlich ab

Als Reaktion auf diese Bekanntgabe veräußerten offenbar zahlreiche Anleger ihre Anteile an Nikola, sodass der Kurs von knapp 0,80 US-Dollar auf zeitweise nur noch 0,57 US-Dollar abstürzte. Das Ziel ist also in noch weitere Ferne gerückt. Zu Höchstzeiten erreichte die Aktie 2020 noch Werte von maximal knapp 66 US-Dollar. „Nikola gehört zu einer wachsenden Zahl von Unternehmen, die durch eine Fusion mit einer Zweckgesellschaft an die Börse gegangen sind und deren Börsenkapital sich im freien Fall befand und in einigen Fällen in der Vorhölle der Börsennotierung landete“, analysiert Techcrunch.

Nikola habe sich bemüht, durch die Ausgabe weiterer Aktien mehr Geld zu beschaffen. „Das Unternehmen bittet seine Aktionäre dringend, für einen Vorschlag zu stimmen, der es ihm ermöglichen würde, die Anzahl der Stammaktien seines Unternehmens zu erhöhen“, heißt es im Artikel. Damit dieser Vorschlag angenommen wird, müssten allerdings mehr als die Hälfte aller Anteilseigner zustimmen.

Neuaufstellung mit Iveco

Kürzlich war erst bekanntgeworden, dass Nikola innerhalb der Partnerschaft mit Lkw-Bauer Iveco alle Anteile des gemeinsamen Joint Venture in Ulm abgeben wird. Von einer Neuausrichtung der Partnerschaft war dabei die Rede. Iveco hatte zudem angekündigt, eine größere Anzahl an Nikola-Aktien erwerben zu wollen. Sollten die Aufsichtsbehörden zustimmen und dieser Kauf stattfinden, könnte das dem Aktienkurs vielleicht wieder Rückenwind verleihen.

In Deutschland soll in diesem Jahr der Tre BEV Elektro-Truck von Nikola auf den Markt kommen. In ersten Tests hinterließ dieser einen durchaus guten Eindruck.

Quelle: Techcrunch – „Electric truck maker Nikola at risk of being delisted from Nasdaq“

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

Tobias Stahl  —  

Chinesische Lkw-Hersteller drängen schneller nach Europa als erwartet – nun warnt die IG Metall vor erheblichen Folgen für Arbeitsmarkt und Wertschöpfung.

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Sebastian Henßler  —  

E-Lkw sind verfügbar, doch im Alltag vieler Flotten wird der Betrieb teurer als geplant. Ladepreise und Auslastung entscheiden über Wirtschaftlichkeit.

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als 1000 km an einem Tag – und das mit einer Akkureichweite von nur 300 km: Ein Schweizer Logistiker zeigt, wie E-Lkw effizient eingesetzt werden können.

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Michael Neißendorfer  —  

Nach dem erfolgreichen Entwicklungs- und Testprogramm mit Prototypen überführt Mercedes-Benz den Wasserstoff-Lkw NextGenH2 nun in eine Kleinserie.

Mercedes-Benz Trucks testet Megawattladen auf der Langstrecke

Mercedes-Benz Trucks testet Megawattladen auf der Langstrecke

Tobias Stahl  —  

Mercedes-Benz Trucks schickt den eActros 600 auf eine Reise von Deutschland nach Schweden, um das Megawattladen unter realistischen Bedingungen zu testen.

MAN steigert Absatz: E-Busse treiben Wachstum

MAN steigert Absatz: E-Busse treiben Wachstum

Tobias Stahl  —  

MAN hat seine Absatzzahlen für 2025 veröffentlicht: Vor allem der Absatz von elektrischen Bussen und E-Lkw entwickelte sich positiv.

MAN will kräftig sparen, um noch kräftiger investieren zu können

MAN will kräftig sparen, um noch kräftiger investieren zu können

Michael Neißendorfer  —  

Nur mit einen strikten Sparkurs kann MAN in Deutschland eine Milliarde Euro investieren. Kündigungen soll es nicht geben, MAN setzt auf natürliche Fluktuation.