Fisker hat Festkörperbatterien „vollständig fallen gelassen“

Fisker hat Festkörperbatterien „vollständig fallen gelassen“
Copyright:

Fisker

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Henrik Fisker hat die Bemühungen seines Elektroauto-Start-ups zur Entwicklung und Produktion einer Festkörperbatterie aufgegeben, sagte der Gründer von Fisker Inc. kürzlich in einem Interview mit The Verge. Bei Festkörperbatterien handle es sich um eine Technologie, „bei der Sie, wenn Sie das Gefühl haben, mit 90 Prozent fast am Ziel angekommen zu sein, erst feststellen, dass die letzten 10 Prozent weitaus schwieriger sind als die ersten 90“, sagte er. „Deshalb haben wir Festkörperbatterien zu diesem Zeitpunkt vollständig fallen gelassen, weil wir einfach nicht sehen, an ein Ende zu gelangen“. Fisker geht davon aus, dass Festkörperbatterien frühestens ab Mitte des Jahrzehnts in den Markt kommen.

Fiskers Entscheidung, das Festkörperprogramm einzustellen, fällt nach mehreren Jahren der Entwicklung. Im Jahr 2018 sagte Fisker noch, sein Unternehmen habe einige der Probleme im Zusammenhang mit der Herstellung von Festkörperbatterien lösen können und sei nur noch wenige Monate von einem endgültigen finalen Designprototypen entfernt. Anfang 2019 verschob das Start-up jedoch einen geplanten Sportwagen, der auf der Festkörpertechnologie basieren sollte. Der Ocean, das kommende Elektro-SUV von Fisker, nutzt für die Energieversorgung herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien.

Im Interview mit The Verge erklärte Fisker, mit dem Ocean, der beim Auftragsfertiger Magna in Österreich montiert wird, ein „hochwertiges Elektroauto“ auf den Markt zu bringen. Dank der Zusammenarbeit mit Magna minimiere Fisker sein Risiko, in eine „Produktionshölle“ zu geraten, so Fiskers Anspielung auf einstige Produktionsprobleme beim Konkurrenten Tesla. Die Österreicher haben jahrzehntelange Expertise in der Auftragsfertigung und montieren Pkw für bekannte Marken wie BMW, Mercedes-Benz und Toyota. Dies wolle sich Fisker zu nutze machen. Statt sich über die Produktion den Kopf zerbrechen zu müssen, denke Fisker bereits an die Entwicklung weiterer Modelle.

Quelle: The Verge – Fisker Inc. has ‘completely dropped’ solid-state batteries

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.