Farasis Energy baut strategisches Netzwerk in Europa aus

Farasis Energy baut strategisches Netzwerk in Europa aus
Copyright:

Farasis Energy

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Farasis Energy gab Mitte der Woche bekannt, dass man zwei neue Partnerschaften geschlossen habe, um das eigene strategische Netzwerk auf dem europäischen Markt weiter auszubauen. Zu einem setzt man auf den deutschen Automobilzulieferer Hella. Mit diesem entwickelt man ein modulares Batteriemanagementsystem für den Einsatz in Elektrofahrzeugen. Für einen europäischen Hersteller von Nutzfahrzeugen liefert Farasis CO2-neutrale und nach ethischen Standards produzierte Batteriezellen für dessen E-Busse.

Für Farasis Energy sei Europa ein Wachstumsmarkt von hoher strategischer Bedeutung. Folgerichtig gründete der Experte für Batterie-Technologie bereits 2019 die Farasis Energy Europe GmbH mit Sitz in Frickenhausen bei Stuttgart. Noch im gleichen Jahr gaben Farasis und der Automobilkonzern Daimler die Vereinbarung einer Partnerschaft im Bereich Nachhaltigkeit bekannt. Zudem sind die Stuttgarter seit 2020 mit 3 Prozent Anteilen am börsennotierten Unternehmen Farasis Energy beteiligt.

Die Partnerschaft für Hella sei nun der nächste, wichtige Schritt für das eigene Netzwerk in Europa. Im Fokus steht die Schaffung einer modularen Plattform für Batteriemanagementsysteme, die in unterschiedlichen Arten von Elektrofahrzeugen wie PKWs, LKWs oder Bussen zum Einsatz kommen können. Erreicht werden soll dies durch die Bündelung des Know-hows im Bereich Batterieherstellung (Farasis) und Steuergeräte (Hella). Mit der geplanten Produktion dieser Plattform in Europa untermauert Farasis zudem seinen Anspruch im Bereich Nachhaltigkeit.

Aktuell hat der Batteriehersteller eine jährliche Produktionskapazität von 21 GWh (Stand 2020), beschäftigt mehr als 4.000 Mitarbeiter weltweit und betreibt Forschungs- und Entwicklungszentren in China, Deutschland und den USA sowie zwei Produktionsstätten in Ganzhou und Zhenjiang (China). Weitere globale Produktionsstandorte auch außerhalb Chinas sind aktuell in Vorbereitung.

Der Batteriehersteller Farasis Energy und der chinesische Automobilkonzern Geely Technology gründeten erst vor kurzem ein Joint-Venture zur Forschung und Entwicklung sowie Produktion und Vertrieb von Lithium-Ionen-Energiespeichersystemen für Elektro-Fahrzeuge sowie weiterer Energiespeicheranwendungen. Gemeinsam investiert man in einem ersten Schritt eine Milliarde Yuan (ca. 127 Millionen Euro) als Grundkapital.

Die Forschung und Entwicklung steht im Zentrum der unternehmerischen Tätigkeit. Der chinesische Batterie-Hersteller Farasis hat nach eigenen Angaben Akku-Zellen mit einer Energiedichte von mehr als 330 Wh/kg erfolgreich getestet. Damit sei das Unternehmen auf dem Weg, diesen für die E-Mobilität wichtigen Wert bis 2030 um bis zu 50 Prozent gegenüber dem heutigen Stand der Technik zu erhöhen. Farasis arbeitet bereits seit zwei Dekaden an der Entwicklung von innovativen Batteriezellen und gilt als einer der Technologieführer.

Dem Hersteller von E-Fahrzeug-Batterien ist allerdings auch klar, dass damit die Elektromobilität einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, die benötigten Batterien nachaltig produziert und recycelt werden müssen. Für Farasis hat dieses Thema höchste Priorität: Bereits heute ist die Produktion von Batterien für europäische Automobilhersteller als CO2-neutral zertifiziert. Zudem ist Farasis Mitglied der RCI (Responsible Cobalt Initiative) und setzt auf die Umsetzung des IRMA Standards für Lithium und Kobalt Minen. Das Recycling der Batterien in China erfolgt in Partnerschaft mit spezialisierten Unternehmen, entsprechende Kooperationen in Europa sind derzeit im Aufbau. Ziel für Farasis ist eine geschlossene Wertschöpfungskette der Batterie über den gesammten Lebenszyklus vom Design bis zum Recycling.

Quelle: Farasis Energy – Pressemitteilung per Mail

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

E-Auto-Förderung bald nur noch mit europäischer Batterie?

E-Auto-Förderung bald nur noch mit europäischer Batterie?

Sebastian Henßler  —  

Autobauer wollen mehr Zeit für die Made-in-Europe-Regeln. Die Batteriebranche hält sie dagegen für nötig, um Jobs zu sichern und die Abhängigkeit zu senken.

Deutschlands Batteriepipeline für 2035 hat sich halbiert

Deutschlands Batteriepipeline für 2035 hat sich halbiert

Sebastian Henßler  —  

Ein Viertel der seit 2022 angekündigten Zellkapazität ist gestrichen, Deutschlands Pipeline hat sich halbiert. Trotzdem hält T&E die IAA-Vorgaben für erreichbar.

US-Zölle: Eine Million Jobs hängen am Export in die USA

US-Zölle: Eine Million Jobs hängen am Export in die USA

Sebastian Henßler  —  

Knapp eine Million Arbeitsplätze in Deutschland hängen am Export in die USA. Die Zölle treffen Autobauer, Zulieferer und Mittelstand gleichermaßen hart.

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen hat mehrere Tarifverträge zum Jahresende gekündigt. Es geht um Arbeitszeit, Zulagen, Urlaub und weitere zentrale Arbeitsbedingungen.

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen will mehrere Haustarifverträge kündigen. Die IG Metall spricht von einem „üblen Foul“ und kündigt Widerstand an.

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.