Europa: Alternative Antriebe gern gesehen; jedoch nicht um jeden Preis

Europa: Alternative Antriebe gern gesehen; jedoch nicht um jeden Preis
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 743446780

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Spätestens seit Mitte Juli wissen wir, dass Automobilhersteller in gut drei Jahren mehr als 214 E-Auto-Modelle am Markt anbieten werden, Ende 2018 waren 60 unterschiedliche Modelle verfügbar. E-Autos haben bereits heute in Europa die Nase deutlich vorne. Je nach Land werden doppelt so viele E-Autos wie Plug-In-Hybride registriert. Ausnahmen davon gibt es auch.

wirkaufendeinauto.de und die Schwestermarken in Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Belgien und den Niederlanden haben bei 1.500 Personen nachgefragt, die innerhalb der letzten vier Wochen ihr Fahrzeug verkauft haben: Fast 40 Prozent können sich einen Wechsel vorstellen. Die Hauptgründe (87 Prozent) sind laut Umfrage: Klimawandel, drohende Fahrverbote und steigende Kraftstoffkosten.

Grafik Umfrage Autokauf Elektroauto
Coypright: wirkaufendeinauto.de

Dennoch scheint man sich in Europa einig zu sein: Ob man ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb fährt, wird eindeutig am Preis festgemacht. Im Schnitt wären 60 Prozent der Befragten bereit, dass sie maximal 2.000 Euro mehr ausgeben, als für einen vergleichbaren Wagen mit Verbrennermotor. Die Österreicher sind hierbei mit 64 Prozent am ehesten bereit mehr für ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb auszugeben.

Rund 24 Prozent der Befragten wären sogar bereit 4.000 Euro bis 6.000 Euro mehr für alternative Antriebe zu zahlen. Hier heben sich vor allem die Belgier besonders hervor, welche mit rund einem Drittel der Befragten bereit wären eine Zuzahlung in dieser Höhe zu tätigen. Die Deutschen bewegen sich mit 26 Prozent im Mittel. Bedenkt man nun, dass Elektroautos in anderen Ländern sowie Deutschland in diesem Bereich gefördert werden, ist deren Mehrpreis durchaus tragbar.

Interessant ist auch die Tatsache, dass Gebrauchtwagen für einen Teil der Befragten eine Option sind. Dies sehen wir ebenfalls ganz gut an der monatlichen Betrachtung im Gebrauchtwagenmarkt. Für fast 70 Prozent kommt allerdings nur ein Händler in Frage. Lediglich drei Prozent würde bei einem E-Auto auf den Privatkauf setzen, auch wenn 50 Prozent der Befragten angeben, sich gut über das Thema E-Auto informiert zu haben.

Eine spezielle Marke, welche E-Auto-Käufer bevorzugen gibt es nicht, fast 30 Prozent sind sich unschlüssig, welche Marke es sein darf. Unter den Top drei findet man Volkswagen (13 Prozent), Mercedes Benz (zehn Prozent) und BMW (acht Prozent) mit ihrem Angebot an alternativen Antrieben. Diese profitieren hier durchaus noch von ihrem Image aus dem Verbrenner-Bereich.

„46 Prozent von denen, die sich keinen Umstieg vorstellen können, finden die Reichweite zu gering und die Anschaffungskosten zu hoch. Insgesamt erwarten 45 Prozent aller Teilnehmer eine Mindestreichweite von 600 Kilometern. Lediglich für die Niederländer spielt diese keinen nennenswerten Grund, obwohl die Nation dafür bekannt ist mit dem Auto weite strecken in den Urlaub zurückzulegen. Belgier finden mit Abstand die Anschaffungskosten (40 Prozent) zu hoch und Österreicher hält die Lebensdauer der Batterie (25 Prozent) ab.“

Gerade die Österreicher, welche durchaus bereit sind mehr für E-Autos zu bezahlen, wie wir eingangs erfahren haben, bevorzugen lieber Benziner und Diesel (16 Prozent), als Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Der Zugang zur Ladestation ist für Deutsche ein größeres Hemmnis als für die anderen Länder, 16 Prozent halten diese für nicht ausreichend und entscheiden sich deshalb gegen einen Kauf.

Besonders in Österreich und Deutschland (33 bzw 22 Prozent) ist ein signifikantes Interesse an Elektro- und Hybridfahrzeugen in der jüngeren Bevölkerung zwischen 18 und 39 Jahren zu sehen. Ansonsten gilt, dass 60 Prozent der Teilnehmer, die sich einen Wechsel zum Fahrzeug mit alternativen Antrieb vorstellen können, 50 Jahre und älter sind. Durch die Reihe weg scheint man sich zudem einig zu sein, dass die Politik mehr für die Förderung von alternativen Antrieben tun sollte. Besonders Spanier und Italien stechen hier mit 65 bzw 56 Prozent hervor.

Quelle: wirkaufendeinauto.de – per Mail

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Solarzellen im Auto: Studie zeigt enormes Einsparpotenzial

Solarzellen im Auto: Studie zeigt enormes Einsparpotenzial

Sebastian Henßler  —  

Forscher:innen haben 1,3 Millionen Fahrkilometer ausgewertet. Ihr Ergebnis: Solarmodule im Fahrzeug senken den externen Strombedarf pro Kilometer deutlich.

T&E: Deutsche Vorschläge zu CO2-Grenzwerten könnten Milliarden kosten

T&E: Deutsche Vorschläge zu CO2-Grenzwerten könnten Milliarden kosten

Tobias Stahl  —  

T&E warnt vor einer weiteren Aufweichung der CO2-Flottengrenzwerte. Die Vorschläge der Bundesregierung würden Milliarden kosten und Arbeitsplätze gefährden.

Prognose bis 2030: Starker Einbruch der Pkw-Produktion in Westeuropa

Prognose bis 2030: Starker Einbruch der Pkw-Produktion in Westeuropa

Daniel Krenzer  —  

Deutschland und Großbritannien sind extrem stark betroffen. Ein Gewinner ist Spanien – das zuletzt Milliarden in die E-Mobilität investiert hat.

Europa braucht mehr Mut, nicht mehr Verbrenner

Europa braucht mehr Mut, nicht mehr Verbrenner

Daniel Krenzer  —  

Wegen vermeintlichen Wählerwillens klammern sich politische Kräfte zunehmend an den Verbrenner. Doch das läutet den Tod der europäischen Automobilindustrie ein.

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

Daniel Krenzer  —  

T&E warnt: Weicht die EU das Verbrenner-Aus weiter auf, könnten 34 Batteriefabriken in Northvolt-Größe verloren gehen – ein Milliardendesaster.

Chinesische Hersteller als Retter deutscher Autofabriken?

Chinesische Hersteller als Retter deutscher Autofabriken?

Wolfgang Gomoll  —  

Allein der Gedanke, chinesische Autos in deutschen Werken zu produzieren, schlägt derzeit hohe Wellen. Allerdings überwiegen die Chancen den Risiken.

Kommentar: VDA-Alarm – legitime Sorge, fragwürdige Forderung

Kommentar: VDA-Alarm – legitime Sorge, fragwürdige Forderung

Sebastian Henßler  —  

Der VDA warnt vor 125.000 Jobverlusten und fordert Technologieoffenheit. Aber Europa und China kaufen E-Autos – wer profitiert dann von Verbrenner-Ausnahmen?