Elektro-SUV Fisker Ocean mit Offroad-Optionspaket auch fürs Grobe gewappnet

Elektro-SUV Fisker Ocean mit Offroad-Optionspaket auch fürs Grobe gewappnet
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Fisker

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Der Autohersteller Fisker Inc. bereitet sich derzeit auf die letzte Phase der Entwicklung, Werkzeugausstattung und Vermarktung seines ersten Fahrzeugs vor, des vollelektrischen Fisker Ocean. Mehr als 22.000 Menschen aus 116 Ländern haben dem Unternehmen zufolge bereits Interesse am Fisker Ocean bekundet, wobei die meisten bezahlten Reservierungen aus Nordamerika stammen. Fisker erhalte weiterhin täglich Reservierungen. Das Unternehmen geht auch davon aus, dass der private Verkehr nach der Corona-Krise gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln an Bedeutung gewinnen wird, und die Menschen nach Fahrzeugen suchen werden, die Nutzwert, Nachhaltigkeit und Erschwinglichkeit vereinen. Der Fisker Ocean wurde unter Berücksichtigung all dieser Eigenschaften entwickelt und konstruiert.

Der Fisker Ocean soll Ende nächsten Jahres in Produktion gehen. Das Auto verfügt über eine elektrische Reichweite bis zu 480 Kilometern und einen CCS-Ladestecker. In der zweiten Hälfte des Jahres 2022 will der Hersteller mit dem Hochlauf und den Auslieferungen beginnen. Hier die wichtigsten Daten:

  • Der Grundpreis für den Fisker Ocean werde bei 37.499 US-Dollar liegen, umgerechnet 34.500 Euro. Das Fahrzeug wird in vier verschiedenen Paketoptionen angeboten, die im vierten Quartal 2020 detailliert beschrieben werden. Der Fisker Ocean werde auch über eine Leasingoption ab 379 Dollar pro Monat (etwa 350 Euro) angeboten
  • Fisker Inc. will seine Fertigungsstrategie im dritten Quartal 2020 bekanntgeben. Zunächst wird der Fisker Ocean in den USA und in Europa eingeführt.
  • Kauf oder Leasing erfolgen direkt über die Fisker App. Diese werde auf iOS- und Android-Plattformen oder über die Fisker Inc.-Website verfügbar sein.
  • Fisker Inc. will das Fahrzeug im Direktvertrieb an seine Kunden verkaufen. Probefahrten sollen in Experience Centern möglich sein, zudem sollen Testfahrten über die Fisker-App gebucht wurden können. Über die App werde auch die On-Board-Fahrzeugdiagnose und die gesamte Serviceplanung aktiviert. So soll es zum Beispiel möglich sein, das Fahrzeug für den Service direkt von einem bevorzugten Standort abholen und dort wieder zurückbringen zu lassen.

Force-E: Leistungsorientierte Version fürs Grobe

Weitere Flotten und internationale Organisationen werden sich emissionsfreien Fahrzeugen zuwenden und nach nachhaltigeren Lösungen suchen, wenn wir aus der Covid-19-Pandemiekrise herauskommen, so Fisker. Die Wichtigkeit einer sauberen Zukunft für alle werde aktuell mehr denn je offensichtlicher und kritischer. Verschmutzung und niedrige Luftqualität führen zu Lungenerkrankungen und geschwächtem Immunsystem. Es sei noch nie so offensichtlich wie jetzt gewesen, dass wir die Emissionen senken und gemeinsam daran arbeiten müssen, um eine sauberere Umwelt zu schaffen. Nach einer „überwältigenden Anzahl von Anfragen von Flottenbetreibern“ habe Fisker Inc. deshalb auch damit begonnen, an einem Offroad-Paket für den Fisker Ocean zu arbeiten.

Force-E (Force Electric) ist eine Offroad-Paketoption, die auf dem Elektroauto Fisker Ocean basiert. Der elektrische Antriebsstrang von Force-E verfügt über ein hohes Drehmoment – ideal für den Offroad-Einsatz. Das Force-E-Paket soll nur in Allrad-Konfigurationen mit gut 300 PS und später auch in einer Hochleistungsversion erhältlich sein. Teil des Pakets sind unter anderem auch eine verbesserte und angehobene Federung, Offroad-Felgen und Reifen, zusätzliche Frontlichter in der unteren Stoßstange, ein Schutz für die Leuchten vorne, zusätzliche vordere Abschlepphaken, ein Dachträger mit integrierten Leuchten, ein Werkzeugkasten in der Heckklappe und eine Plug-Box, über die andere Elektroautos geladen werden können.

Fisker

Der Force-E-Ocean werde ein Reserverad in voller Größe in einer tiefen Aussparung in der extra dafür entwickelten Motorhaube tragen. Diese Platzierung — ohne die Sicht nach vorne zu beeinträchtigen — ist bei einem elektrischen SUV wie dem Fisker problemlos möglich, da unter der Motorhaube durch den Wegfall etlicher Verbrenner-typischer Bauteile deutlich mehr Platz vorhanden ist. Das Fahrzeug wird auch mit einem großen Trinkwassertank unter der Motorhaube und einem Wasserhahn in der unteren vorderen Stoßstange ausgestattet, um in Rettungssituationen einen einfachen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Der Innenraum werde bestimmte Verbesserungen mit robusteren und haltbareren Materialien bieten.

Das Force-E-Paket wurde entwickelt, um sehr spezielle Marktsegmente abzudecken, darunter Rettungsfahrzeuge, für militärische Fahrten auf Militärbasen, Polizeifahrzeuge, Kommunen und internationale Organisationen, die sich für einen saubereren Planeten einsetzen. Der California-Modus von Fisker, mit dem die Heckscheibe zusammen mit den kleinen Dreiviertelfenstern, Seitenfenstern und dem offenen Dach automatisch heruntergeklappt werden kann, ist in dieser Konfiguration Standard. Als After-Market-Paket für den Ozean angeboten, sollen 2021 weitere Informationen verfügbar sein, wenn Fisker Inc. einen Fahrprototyp mit dem Force E-Paket zeigt.

„Unsere Vision einer sauberen Zukunft für alle ist in diesen Krisenzeiten noch relevanter geworden. Da unsere Entwicklungsphase in hohem Maße vom Abschluss von Fertigungsvereinbarungen und der Freigabe virtueller Daten abhängt, sehen wir zu diesem Zeitpunkt keine wesentlichen Auswirkungen auf unseren Zeitplan für den Start des Fisker Ocean. Wir planen immer noch, die Fahrzeuge Ende nächsten Jahres erstmals vom Band laufen zu lassen. Aus Wettbewerbs- und Geschäftsgründen müssen wir noch einige Monate warten, um weitere Neuigkeiten zu verschiedenen Geschäftsaspekten und Fahrzeugdetails bekannt zu geben. Ich bin jedoch bestrebt, weitere Details so bald wie möglich zu veröffentlichen.“ — Henrik Fisker, Gründer und CEO Fisker Inc.

Quelle: Fisker — Pressemitteilung vom 13.04.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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