Elektro-Lkw Volta Zero soll die weltweit nachhaltigsten Karosserieteile erhalten

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Volta Trucks

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Das Elektro-Lkw-Start-up Volta Trucks arbeitet künftig mit der italienischen CPC Group zusammen, um die nachhaltigen und recycelbaren Verbund-Karosserieteile für den Volta Zero zu entwickeln und zu liefern. Die CPC Group ist Europas größter Hersteller von Verbundwerkstoffen und ermögliche klare Wachstumssynergien mit Volta Trucks, so der Fahrzeughersteller in einer aktuellen Mitteilung. Der Volta Zero ist weltweit eines der ersten vollelektrischen Nutzfahrzeuge im Bereich der 16-Tonner, das speziell für die Innenstadtlogistik entwickelt wurde.

Nachhaltigkeit, so Volta Trucks, sei das Herzstück der Marke. Dies reiche weit über die Eliminierung von Abgasemissionen hinaus und erstrecke sich auch auf die Nachhaltigkeit in der Lieferkette sowie der Materialauswahl der Fahrzeuge. Als der Volta Zero im September 2020 vorgestellt wurde, war er das erste Nutzfahrzeug, das Flachs- und biologisch abbaubare Harzverbundplatten aus nachhaltigen Quellen verwendete. Das natürliche und leichte Fasermaterial ist über seinen Lebenszyklus hinweg fast vollständig CO2-neutral und entspricht der Steifigkeit und dem Gewicht von Kohlefaser, verursacht aber im Vergleich dazu gut 75 Prozent weniger CO2 in der Produktion.

„Nachhaltigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Unternehmens, weil die Rettung unseres Planeten nicht warten kann. Jetzt muss gehandelt werden, und Volta Trucks will den schnellen Wandel bei großen Nutzfahrzeugen anführen. Unser innovativer, vollelektrischer Antriebsstrang wird schädliche Abgasemissionen beseitigen, mit positiven Auswirkungen auf den Klimawandel und die Luftqualität. Aber für Volta Trucks ist Nachhaltigkeit viel mehr als nur die Verringerung von Abgasen. Auch bei der Beschaffung von Materialien verfolgen wir einen umweltorientierten Ansatz, um unser Ziel zu erreichen, der nachhaltigste Nutzfahrzeughersteller der Welt zu werden.“ – Carl-Magnus Norden, Mitbegründer und Geschäftsführer von Volta Trucks

Die CPC Group verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung mit Verbundwerkstoffen und hat sich in seiner Nische zu Europas größtem Hersteller entwickelt. Das Unternehmen hat mehr als 1000 Mitarbeiter und hat mehr als 300 Millionen Euro investiert, um die Fertigung von Verbundwerkstoffen für die Fahrzeugindustrie aus der Nische in die Serienfertigung zu bringen. Die CPC Group habe viele Gemeinsamkeiten mit Volta Trucks in Bezug auf technologische und kommerzielle Ziele und sei damit ein natürlicher Partner.

Volta Trucks werde nun gemeinsam mit der CPC Group an der Weiterentwicklung und Industrialisierung dieser neuen und innovativen, nachhaltigen und recycelbaren Verbundwerkstoffe arbeiten, um diese in den Mengen herstellen zu können, dass sie die langfristigen Vertriebsambitionen des Unternehmens erfüllen können. Die Serienproduktion von kundenspezifischen Fahrzeugen unter Verwendung der modernen Verbundwerkstoffe in der gesamten Karosserie sowie Verkleidung des Fahrzeugs soll Ende 2022 beginnen. Die Produktion werde zunächst mit der ersten Iteration von Verbundwerkstoffen beginnen. Langfristig ist eine Reihe zukünftiger Entwicklungen bei nachhaltigen Verbundwerkstoffen geplant. Hierbei setzen die beiden Unternehmen auch auf ihre Partner aus der Lieferkette und dem Bereich der Materialentwicklung.

„Volta Trucks wird die Mobilität weltweit verändern, und ich persönlich freue mich sehr, einen beträchtlichen Teil unserer neuen Unternehmenskapazitäten für dieses Projekt aufzuwenden. Bis 2023 wird CPC über die größte Verbundwerkstoff-Kapazität in Europa verfügen, nicht nur in Bezug auf das Pressen der Formteile, sondern auch für die Endverarbeitung sowie das Kleben und Lackieren. Volta Trucks wird ein wichtiger Teil dieser Strategie sein.“ – Franco Iorio, Chief Executive Officer CPC

Der Volta Zero ist das weltweit erste, speziell vollelektrisch gebaute 16-Tonnen-Fahrzeug, das eigens für die innerstädtische Logistik entwickelt wurde und die Umweltauswirkungen von Frachtlieferungen in den Stadtzentren reduzieren soll. Der Volta Zero wurde für eine rein elektrische Reichweite von bis zu 200 km entwickelt und soll dazu beitragen, bis 2025 gut 1,2 Millionen Tonnen CO2 zu eliminieren.

Sicherheit ist neben der Nachhaltigkeit ein weiteres Anliegen von Volta Trucks. Dank des Wegfalls des Verbrennungsmotors sitzt der Fahrer eines Volta Zero in einer zentralen und weit nach vorne gerückten Position mit einer viel niedrigeren Sitzhöhe als in einem herkömmlichem LKW. Diese Kombination und ein Kabinendesign im Glashausstil verleihen dem Fahrer eine breite Sicht um gut 220 Grad, wodurch gefährliche tote Winkel minimiert werden. Der Prototyp des Volta Zero wurde im September 2020 vorgestellt, die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2021 bei den ersten Kunden in Betrieb genommen werden.

Quelle: Volta Trucks – Pressemitteilung vom 15.07.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Jakob Sperling:

Tönt sehr gut. Das ist in etwa der ideale Fall eines batterieelektrischen LKW.

Fabian Uecker:

Toller Ansatz. So kann es funktionieren. Hubs an den Stadträndern und dann mit bev LKW in die Stadt. Großartig auch das Gesamtkonzept. Nicht nur der Betrieb wird betrachtet sondern auch die Herstellung. Hoffe wir sehen bald noch mehr solcher Projekte.

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