Elektrifizierung bei Carglass: Deutschland als Vorreiter

Elektrifizierung bei Carglass: Deutschland als Vorreiter
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Carglass

Laura Horst
Laura Horst
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Das Verbrenner-Aus bei den Dienstwagen hatte Carglass bereits Anfang 2023 verkündet und setzt dieses Versprechen nun um: Seit Beginn dieses Jahres stellt das Unternehmen seinen Mitarbeitern nur noch elektrisch angetriebene Fahrzeuge zur Verfügung. Gleichzeitig baut der Autoglas-Spezialist sein Ladeangebot aus und will bis Ende des Jahres 70 weitere Ladestationen auf den eigenen Firmengeländen in Betrieb nehmen.

Im Pkw-Bereich sind wir schon sehr weit, daher wird die vollständige Elektrifizierung ab 2024 schnell vorankommen“, teilte Oliver Benz, Senior Experte Mobility Management & Sustainable Supply Chain Management bei Carglass, dem Onlinemagazin Electrive mit. Die komplette Umstellung von Verbrennern im Fuhrpark auf Elektroautos ist eines der Ziele der Initiative „Responsible Business Roadmap 2030“, die Carglass Deutschland ins Leben gerufen hat. Der hiesigen Unternehmensgruppe wird dadurch eine Vorreiterrolle zuteil, denn auf globaler Ebene will Carglass die Emissionen in der globalen Wertschöpfungskette bis 2050 auf „Netto Null“ reduzieren.

Von 920 Fahrzeugen im Carglass-Fuhrpark waren Anfang des Jahres bereits 38 Prozent Elektroautos, darunter Modelle von Hyundai und Renault. Der Autoglas-Spezialist konzentriert sich bei der Elektrifizierung zunächst auf den personengebundenen Dienstwagensektor. Diese Fahrzeuge sind Mitarbeitern fest zugeordnet. Für den restlichen Fuhrpark spricht Carglass von einem „organischen Wachstum und einer sorgfältigen Planung“. Die neue Beschaffungsstrategie, die nur reine Elektroautos zulässt, gilt daher aktuell noch nicht für Kundenersatzfahrzeuge und Service-Transporter.

Sein Elektrifizierungsvorhaben setzt Carglass konsequent um und schenkt dabei der Ladeinfrastruktur besondere Aufmerksamkeit. „Mit der fortschreitenden Umstellung forcieren wir den Ausbau der Lademöglichkeiten. Wir investieren massiv in eine zukunftssichere Ladeinfrastruktur, mit der die Anforderungen aller Fuhrparksegmente erfüllt werden“, merkt Oliver Benz dazu an. Derzeit nennt das Unternehmen 230 firmeneigene Ladepunkte, zu denen bis Ende des Jahres noch 70 weitere Ladestationen hinzukommen sollen. Mitarbeiter können nicht nur die Ladepunkte an den eigenen Servicecentern sowie an der Zentrale in Köln nutzen, sondern können laut Carglass mit der Ladekarte, die das Unternehmen seinen Angestellten zur Verfügung stellt, an etwa 96 Prozent aller öffentlichen Ladepunkte in Deutschland ihr Elektroauto laden.

Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur zügig voranzutreiben, kooperiert Carglass an bestehenden Standorten mit den Immobilieneigentümern. Bei neuen Standorten sind Ladepunkte ein fester Bestandteil der Planung. Teilweise geht Carglass hier noch einen Schritt weiter und plant direkt die Installation von Photovoltaikanlagen mit ein, die nicht nur Strom fürs Laden der Elektroautos liefern, sondern auch für den Servicebetrieb.

Schon in 2017 hatte Carglass angekündigt, in Zukunft vermehrt auf alternative Antriebe zu setzen. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen seit 2021 intensiv an seinem Fuhrparkkonzept gearbeitet, um den Anteil an Elektromobilität in der gesamten Flotte zu erhöhen. Dazu ergänzt Benz: „Die Elektrifizierung unserer Flotte ist einer der wichtigsten Bausteine auf dem Weg zu unserem Klimaziel, die CO2-Emissionen von Carglass bis 2030 zu halbieren.“

Quelle: Electrive – Carglass packt Elektrifizierung seines Fuhrparks mit Ehrgeiz an

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