Die Elektromobilität als Jobmotor?

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Einige neue Studien könnten dafür sorgen, dass sich die Furcht vor dem Verlust von hunderttausenden Arbeitsplätzen im Bereich der Automobilindustrie wegen des Wandels hin zur Elektromobilität in Grenzen hält. Denn mit Elektroautos, der Digitalisierung und neuen Mobilitätsangeboten entstehen viele neue Jobs.

Horrorszenarien“, wonach von den aktuell mehr als 800.000 Jobs in der deutschen Automobilbranche mehr als 600.000 gefährdet seien, hält der Leiter des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa) Willi Diez dem Berliner Tagesspiegel zufolge „nicht für realistisch“. Denn viele Studien berücksichtigen laut dem Autoexperten nicht, dass neue Bereiche wie Elektrifizierung, Digitalisierung, Automatisierung, Vernetzung und Sharing für neue Jobs sorgen. „Das Auto wird mehr sein als sein Antrieb“, sagte Diez der Zeitung. Man müsse die Mobilität von morgen als „Gesamtsystem“ betrachten – mit deutlich höherer Wertschöpfung rund um das Fahrzeug, als dies bisher der Fall ist.

Allerdings kann auch Diez nicht ausschließen, dass der Umstieg auf Elektroautos langfristig Arbeitsplätze kostet. In einem pessimistischen Szenario würden 170.000 Jobs wegfallen. Die deutsche Autoindustrie sei deshalb gut beraten, sich schleunigst auf die neuen Wertschöpfungs-Chancen vorzubereiten, bevor es andere Länder tun. „Die Industrie muss Tempo machen und investieren“, so Diez, und etwa für die fahrenden Computer von morgen Fachkräfte finden, die sich mit Radar- und Ultraschallsensoren, Kameras, Laserscannern und Assistenzsystemen auskennen. Das gleiche gilt für Batteriezellen für Elektroautos – welche die deutschen Hersteller bislang fast ausschließlich von asiatischen Herstellern beziehen.

Etliche Arbeitsplätze in anderen Bereichen

Auch eine internationale Studie der European Climate Foundation (ECF) geht davon aus, dass die neue Auto-Mobilität zunächst für ein Plus an Jobs sorgt. Allerdings nicht in der Automobilproduktion selbst, sondern bei Dienstleistern, Zulieferern oder in der Energiewirtschaft. Der Wechsel vom importierten Öl hin zu „weitgehend heimisch produziertem Strom und Wasserstoff“ für Deutschland bedeute demnach „eine größere Wertschöpfung aus der für Mobilität aufgewendeten Energie“, zitiert die Zeitung aus der Studie.

Und auch die Beratungsgesellschaft MHP, eine Porsche-Tochter, geht nicht von einem drastischen Verlust von Arbeitsplätzen aus und resümiert eine Studie aus dem Jahr 2017 wie folgt: Die Mobilitätswende wird „eine deutliche Verschiebung bei den Berufen bringen – nicht aber weniger Arbeit“.

Ein Großteil der Studien geht sogar davon aus, dass die Zahl der Jobs bis zum Jahr 2030 sogar deutlich steigt. Der Grund dafür sei, dass die klassischen und neuen Antriebsarten – Benziner, Diesel, Elektroautos, Plug-in-Hybride und Wasserstoffautos – bis dahin parallel weiterentwickelt und -gebaut werden.

Quelle: Tagesspiegel – Wo Elektromobilität Jobs schafft

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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