Das „Airbus“ der Straße? EU erwägt eigene Zellfabrik für Elektroauto-Batterien

Das „Airbus“ der Straße? EU erwägt eigene Zellfabrik für Elektroauto-Batterien
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Michael Neißendorfer
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Damit mehr von der Wertschöpfung von Elektroautos in Europa bleibt, braucht die EU eine großangelegte Batteriezellenproduktion. Dabei sollen nach Wunsch der EU-Kommission Autoindustrie, Politik und Wissenschaft zusammenarbeiten. Das war das Ergebnis eines Treffens, zu dem der für die Energieunion zuständige Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovic im Oktober eingeladen hatte. Vertreten waren unter anderem BASF, Total, Bosch, Continental, Siemens, Renault und Daimler sowie der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig.

„Batterien sind das Herzstück der industriellen Revolution. Sie stellen eine Schlüsseltechnologie der Energieunion dar. Ihre Entwicklung und Produktion spielen eine strategische Rolle beim Übergang zu sauberer Mobilität und sauberen Energiesystemen.“ – Maroš Šefčovic , EU-Kommissar für die Energieunion

Die Mitgliedsstaaten seien entschlossen, eine wettbewerbsfähige Batterie-Produktion in Europa möglichst schnell aufzubauen. Dabei sollen alle Unternehmen und Länder beteiligt werden, die sich für das gemeinsame Ziel einsetzen wollen. Der Vizepräsident sieht das Potential, mehrere Produktionen in Europa aufzubauen. Prognosen zeigen, dass Millionen von Batterien gebraucht werden und dass daraus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor aufgebaut werden kann.

Die europäischen Autohersteller beziehen die Batteriezellen für die Stromspeicher ihrer Elektroautos bislang vorwiegend aus Asien. In China, Japan und Südkorea bei Unternehmen wie Samsung, Panasonic und LG sind fast 90 Prozent weltweiten Produktionskapazitäten angesiedelt. Das schafft Abhängigkeiten, welche der EU-Vize-Präsident Šefčovic auflösen will. Er ist dazu bereit, dafür viel Steuergeld als Subventionen bereitzustellen, von einer zweistelligen Millionensumme ist die Rede. Das Vorhaben ist einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge so ambitioniert, dass es in Brüssel unter dem Stichwort „Batterie-Airbus“ firmiere – in Anlehnung an den länderübergreifenden Flugzeughersteller.

Mehr dazu wissen wir in vier Wochen. Am 22. Februar will Šefčovic einen Fahrplan für die Batterie-Allianz vorstellen. Wenn das Projekt „Batterie-Airbus“ fliegen sollte, gelänge es Europa einmal mehr, Platzhirschen das Fürchten zu lernen. Ähnliches ist vor Jahrzehnten Airbus mit dem US-Unternehmen Boeing gelungen.

Quellen: EU-Kommission – Für eine gemeinsame EU-Produktion von Batteriezellen // Stuttgarter Zeitung – Brüssel bastelt an der Batteriefabrik

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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