BorgWarner formt Joint-Venture mit Batterie-Startup Romeo Power, gegründet von Tesla- und SpaceX-Ingenieuren

BorgWarner formt Joint-Venture mit Batterie-Startup Romeo Power, gegründet von Tesla- und SpaceX-Ingenieuren
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 782842939

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

BorgWarner, Automobilzulieferer, der sich auf Antriebsstrangkomponenten konzentriert, expandiert durch eine neue Investition in Romeo Power, ein Start-up-Unternehmen für Batteriepakete, das von ehemaligen Tesla– und SpaceX-Ingenieuren gegründet wurde.

Die Unternehmen haben ein neues Joint-Venture gegründet, um Batteriemodule und Akkupacks zu entwickeln und zu verkaufen. BorgWarner wird mit 60 Prozent die Mehrheit am gemeinsamen Joint Venture halten und beteiligt sich außerdem mit 20 Prozent an Romeo Power Technology. Dort wird das Unternehmen zudem zwei Aufsichtsratssitze besetzen. Der Abschluss dieser Vorhaben wird voraussichtlich noch im zweiten Quartal dieses Jahres erfolgen.

„Das Joint Venture wird nicht nur eine gute Ergänzung unseres schon heute starken Portfolios für Antriebslösungen darstellen, wir erwarten zudem, damit die Angebotslücke zwischen Herstellern von Batteriezellen und Käufern von Hybrid- und Elektrofahrzeugen zu schließen.“ – Joel Wiegert, President und General Manager, BorgWarner Morse Systems

Der Serienunternehmer Michael Patterson, Romeo Power-Gründer und CEO, leitet das Unternehmen, aber das Engineering-Team wird von Porter Harris geleitet, der als Lead Designer mehrerer Weltklasse-Akkupacks anerkannt ist, wie zum Beispiel für die Falcon 9 Raketenbatterien von SpaceX, Cargo Dragon Spacecraft Batteries und Crew Dragon Spacecraft Batteries. Harris gibt zu verstehen, dass man die Erfahrung mit Energiespeichersystemen für Luft- und Raumfahrtanwendungen genutzt habe, um das System von Romeo aufzubauen:

„Wir haben Technologien angewendet, die für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt entwickelt wurden, und wir haben sie verbessert, um Produkte zu entwickeln, die neue Wege für EVs und stationäre Energiespeicher beschreiten.“

Romeo Power entwickelte ein modulares Batteriepack-System mit zylindrischen Lithium-Ionen-Zellen. Hierzu sei angemerkt, dass die meisten Elektroautos auf der Straße heute Pouch- oder prismatische Batteriezellen, mit Ausnahme der Fahrzeuge von Tesla, die zylindrische Zellen verwenden, nutzen. Nun erhält das Start-Up einen Schub durch das Investment von BorgWarner. Sowie das gemeinsam gegründete Joint-Venture.

Die beiden Unternehmen gaben in der entsprechenden Pressemitteilung zu verstehen, dass die künftig gemeinsam hergestellten Batteriemodule und Akkupacks voraussichtlich über eine intelligente Steuerung mit eigenen Algorithmen und ein eigenes Wärmemanagement zur aktiven und passiven Kühlung verfügen sollen. Gemeinsam wird man sich zunächst auf Sportwagen und Pkw mit Hybrid- und Elektroantrieb fokussieren und in diesem Bereich das bestehende Produktportfolio des Zulieferers ergänzen. Das Portfolio von BorgWarner besteht bisher unter anderem aus Elektromotoren, Leistungselektronik, Batterieheizern, der E-Achse iDM und Bordladegeräten.

„Dank der Größe und Ressourcen von BorgWarner wird Romeo mit dem Joint Venture einen großen Schritt im E-Mobilitätssektor gehen können.“ – Michael Patterson, Gründer und CEO von Romeo Power Technology

Das Start-Up Romeo Power zeigt sich aber nicht nur wegen der Zusammenarbeit mit BorgWarner selbstbewusst. Man gibt auch zu verstehen, dass die eigene Technologie den Wettbewerb übertrifft:

[bullet_block large_icon=“0.png“ width=““ alignment=“center“]

  • Höchste Energiedichte: Die Romeo Power-Technologie bietet die höchste Energiedichte von 25 Prozent und bietet eine deutlich höhere Reichweite.
  • Schnellste Ladezeiten: Mit der höchsten thermischen Leistung ist die Technologie für die schnellsten Ladezeiten optimiert und verkürzt die Standardladezeiten der Batterie um 15 Prozent auf 30 Prozent.
  • Höchste Sicherheit: Alle Designs sind mit einer inhärenten thermischen Abschwächung ausgestattet und verfügen über eine mehrfach fehlertolerante Soft- und Hardware zum Schutz vor Kreuzzellvermehrung.

[/bullet_block]

Quelle: BorgWarner – Pressemitteilung vom 07. Mai 2019

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Automobilindustrie: Mehr mit oder mehr gegen China?

Daniel Krenzer  —  

Europa holt bei Elektroautos auf, doch China beschleunigt mit KI und günstigen Batterien. Auf der VDE-Konferenz wird Europas Strategie hinterfragt.

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Elektromobilität: Netzanschlüsse werden zum Engpass

Daniel Krenzer  —  

Die Ladeinfrastruktur wächst, doch Netzanschlüsse bremsen den Ausbau. Auf der VDE-Konferenz diskutiert die Branche über E-Lkw und bidirektionales Laden.

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Welche Automobilhersteller werden 2035 den Weltmarkt anführen?

Daniel Krenzer  —  

Chinesische Automobilhersteller könnten bis 2035 den Weltmarkt dominieren. Eine KPMG-Studie zeigt, wie sich die globale Rangordnung verändern dürfte.

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

ICCT: Lockerungen durch EU könnte 185.000 Arbeitsplätze kosten

Daniel Krenzer  —  

Laut ICCT könnte eine Lockerung der EU-CO₂-Vorgaben bis 2035 rund 185.000 Arbeitsplätze kosten. Besonders betroffen wäre die deutsche Automobilindustrie.

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.