BMW forciert Zellrecycling und Wasserstoffantrieb

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Iris Martinz
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Manche Autohersteller haben offenbar verstanden, dass nicht zusätzliche Abbaukapazitäten, sondern besseres Design und mehr Recycling-Anteil die Batteriekosten nachhaltig senken können. Der Premiumhersteller BMW will jedenfalls nicht in Abbauaktivitäten investieren, sondern in Recycling. Der Wasserstoff-Antrieb ist ebenfalls noch nicht vom Tisch.

Um die Rohmaterialien für die benötigten Batterien zu sichern, dringen viele Autohersteller tief in die Lieferkette vor und reservieren Kapazitäten für Lithium und Co. Tesla hat sich große Liefermengen aus einer Lithium-Mine in Australien gesichert, VW hat einen 10-Jahres-Vertrag mit einem Lithiumlieferanten in China abgeschlossen. General Motors hat gar direkt in ein Bergbauunternehmen investiert, das Lithium in einer Mine in Nevada schürft. BMW geht hingegen andere Wege: Finanzchef Nicolas Peter betont in einem Reuters-Interview, dass man es wichtiger finde, „Rohmaterialien aus den Autos und anderen Produkten zurückzugewinnen„.

BMW betreibt in Deutschland zwar ein eigenes Batteriezellen-Forschungszentrum, lagert die großvolumige Entwicklung aber an Partner aus. So wurden beim chinesischen Hersteller CATL und bei EVE Energy große Mengen Batteriezellen bestellt. Mit der „Neue Klasse“-Plattform, die spätestens 2025 kommen soll, will man jedenfalls die Batteriekosten so weit senken können, dass man gleich hohe Margen mit Elektroautos erzielt wie mit Verbrennern. Während Konkurrenten wie VW oder Mercedes also auf eigene Produktionsstätten und eigenkontrollierte Lieferketten setzen, will BMW nicht in eigene Produktionskapazitäten investieren.

Recycling und Wasserstoff

Aber auch das Recycling überlässt BMW lieber Partnern, die dafür mehr Expertise aufweisen – obwohl man in China über ein Joint Venture bereits eine eigene Recyclinganlage betreibt. Die notwendigen Mengen an recyceltem Material sollen über die Wachstumsraten bei Elektroautos gesichert werden. „Wir schaffen die Motivation um zu investieren – aber wir müssen große Recyclinganlagen für Batteriezellen nicht selbst entwickeln„, erklärt Peter.

Ein weiterer Ansatz, die Kosten zu senken, sei der Wasserstoffantrieb. BMW ist aktuell der einzige deutsche Hersteller, der noch an einem wasserstoffbetriebenen PKW arbeitet. Der Exot könnte in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in Serie gehen, wenn für wasserstoffbetriebene LKWs ein entsprechendes Wasserstoff-Tanknetzwerk aufgebaut wurde. Der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur ginge einfach zu langsam, wie BMW-Chef Zipse unlängst erklärte.

Quelle: Automotive News Europe – BMW bets on design and recycling, not mining, to lower battery costs

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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