Bidirektionales Laden per Induktion: US-Forscher testen V2G-Neuheit erfolgreich

Bidirektionales Laden per Induktion: US-Forscher testen V2G-Neuheit erfolgreich
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ORNL

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Anwendungen und Elektroautos für Vehicle-to-Grid (V2G) sind für den Endkunden noch gar nicht verfügbar. Doch es gibt bereits Projekte, die das bidirektionale Laden noch einfacher machen wollen. Forscher des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) aus den USA etwa haben ein bidirektionales Ladesystem mit 20 kW vorgestellt, das in einem Elektro-Lieferwagen von UPS installiert wurde.

Die induktive Bidirektionalität ist nicht die einzige Besonderheit bei dem Projekt. Das Vorhaben ist auch das wohl erste seiner Art, das eine Stromübertragung mit dieser Geschwindigkeit über eine Distanz von 11 Zoll, umgerechnet 28 cm erreicht. Und das auch noch mit einem beachtlichen Wirkungsgrad von 92 Prozent, wenn man der Mitteilung von ORNL Glauben schenken darf. Damit könnte die Technologie auch in Fahrzeugen mit hoher Bodenfreiheit eingesetzt werden — wie eben Elektrotransportern.

Bei einer Leistung von 20 Kilowatt würde das Aufladen einer gängigen 60-Kilowattstunden-Batterie gut drei Stunden dauern. Mit seinem bidirektionalen Design unterstützt das System auch die Verwendung der Fahrzeugbatterie in Vehicle-to-Grid-Anwendungen. Das könnte vor allem Betreibern von Flotten hohe Zusatzeinnahmen ermöglichen oder dazu beitragen, die Stromerzeugung vor Ort wie zum Beispiel Solarenergie effizienter zu gestalten.

Wenn Sie die Technologie auf eine Flotte von 50 LKW skalieren, erhalten Sie einen Energiespeicher im Megawatt-Maßstab“, sagt Omer Onar von ORNL, der Leiter des Projekts. Die Technologie stelle „eine integrierte, ganzheitliche Lösung für die Fahrzeugelektrifizierung dar, die auch das Smart Grid der nächsten Generation weiterentwickelt“, fügte Onar hinzu. „Das System erweitert die Möglichkeiten für Flotten, die sich bequemes und effizientes Laden von Elektroautos sowie Stromspeicherlösungen wünschen.“ Die Technologie soll nun im Rahmen des Projekts weiteren Tests und Analysen unterzogen werden.

Die Forscher von Oak Ridge zeigten bereits im Jahr 2016 erstmals ein drahtloses 20-Kilowatt-Ladesystem für PKW. Die Technologie für diesen Anwendungsfall des induktiven Ladens hat ORNL der Mitteilung zufolge dank des deutlich kleineren Abstands zwischen der beiden Spulen auf eine Leistung von 120 Kilowatt steigern können.

Quelle: ORNL — Pressemitteilung vom 21.04.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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