Automobilhersteller investieren über 450 Milliarden Euro in E-Mobilität

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Sebastian Henßler
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Laut einer Reuters-Analyse planen die Automobilhersteller weltweit , bis 2030 mehr als 450 Milliarden Euro für E-Fahrzeuge und Batterien auszugeben. Damit werden die Investitionen aufgestockt, die darauf abzielen, die Autokäufer von Verbrenner zu entwöhnen, um die immer strengeren Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Vor zwei Jahren war noch die Rede von um die 260 Milliarden Euro, welche investiert werden.

Die Entwicklungen weltweit, unter anderem getrieben durch Null-CO2-Emissionsvorgaben in Städten wie London und Paris und in Ländern von Norwegen bis China, tragen dazu bei, die Investitionsverpflichtungen der Branche zu beschleunigen. Die jüngste Analyse zeigt, dass die Automobilhersteller in den nächsten fünf bis zehn Jahren schätzungsweise 452 Milliarden Dollar für die Entwicklung und den Bau neuer batteriebetriebener Fahrzeuge und die Abkehr von Verbrennungsmotoren ausgeben wollen.

Führungskräfte der Branche und Prognostiker befürchten jedoch, dass die Verbrauchernachfrage nach E-Fahrzeugen ohne erhebliche zusätzliche Anreize und noch höhere Ausgaben für die Ladeinfrastruktur und die Netzkapazität weit hinter den ehrgeizigen Zielen zurückbleiben könnte. Am Markt herrsche zudem eine Bewegung, welche sich gegenseitig immer weiter anheizt. Verpflichtet sich ein Hersteller für ein spezielles E-Mobilitätsangebot ziehen die anderen nach, um nicht als rückständig zu gelten.

Nach Angaben von AlixPartners werden alle globalen Automobilhersteller zusammen im Jahr 2020 fast 225 Milliarden Dollar für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung ausgeben. Weiterhin wächst der politische und behördliche Druck auf die weltweiten Automobilhersteller, die Produktion von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen, einschließlich Plug-In-Hybriden, in den nächsten 10 bis 15 Jahren schrittweise einzustellen und gleichzeitig die Produktion von vollelektrischen Modellen zu erhöhen.

Eine Reihe von Ländern, von Singapur bis Schweden, haben angekündigt, den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2030 zu verbieten. US-Präsident Joseph Biden hat erklärt, er wolle, dass bis 2030 40 bis 50 % der Verkäufe auf Elektrofahrzeuge entfallen. In Deutschland geht vor allem der VW Konzern mit hohen Investitionen voran, um bis 2030 führend im Bereich der E-Mobilität zu sein.

Die Investitionen von VW, wie auch die vieler seiner Konkurrenten, zielen darauf ab, die Reichweite und Leistung von Batterien zu verbessern und die Kosten von E-Fahrzeugen zu senken sowie die Produktion von Batterien und E-Fahrzeugen weltweit auszuweiten. VW und die anderen deutschen Automobilhersteller Daimler AG und BMW AG planen, bis 2030 zusammen 185 Milliarden Dollar auszugeben, während die US-Automobilhersteller GM und Ford erwarten, bis 2025 fast 60 Milliarden Dollar auszugeben.

Chinesische Autohersteller, angeführt von VW und dem lokalen GM-Partner SAIC Motor, haben Investitionsziele von weit über 100 Milliarden Dollar für das nächste Jahrzehnt angekündigt. Die japanischen Automobilhersteller hinken weit hinterher: Honda Motor, Toyota Motor und Nissan Motor haben bisher zusammen weniger als 40 Milliarden Dollar öffentlich zugesagt. In diesen Investitionen sind die zweistelligen Milliardenbeträge nicht enthalten, die von den größten Batterieunternehmen der Welt in zusätzliche Produktionskapazitäten investiert werden, viele davon in Zusammenarbeit mit ihren Partnern aus der Automobilindustrie.

Quelle: Reuters – Global carmakers now target $515 billion for EVs, batteries

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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