Audi ruft e-tron SUV wegen Wasserleckagen zurück, die zu einem Brand führen könnten

Audi ruft e-tron SUV wegen Wasserleckagen zurück, die zu einem Brand führen könnten
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Audi AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Der Artikel wurde ursprünglich am 10. Juni 2019 veröffentlicht, hat am 11. Juni 2019 aufgrund neuer Informationen ein Update erfahren.

Es scheint, dass beim Audi e-tron eine gewisse Gefahr besteht, dass Wasser eindringen kann, welches seinerseits zu einem Kurzschluss und zu einem möglichen Brand des Fahrzeugs führen kann. Bestätigt wurde dies durch mehrere Berichte. Im Detail zeigt sich, dass Wasser in den Hochspannungs-Ladeanschluss der betroffenen Fahrzeuge gelangen kann, der sich bis zur Hochspannungselektronik fortsetzt und möglicherweise zu einem Batteriebrand führt.

Audi geht mit diesem Thema proaktiv um, nachdem man bei Vorserientests auf diese Problematik wohl leider nicht aufmerksam wurde. Es zeigt sich, dass der Automobilhersteller sämtliche Audi e-tron betrachtet und auf dieses potenzielle Problem eines möglichen Batteriebrands untersucht.

Audi bestätigt Rückruf von Audi e-tron und gibt Sicherheitshinweise mit auf den Weg

Mittlerweile wurde bestätigt, dass 1.644 elektrische SUVs des Audi e-tron zurückgerufen wurden, darunter 544 Fahrzeuge, die bereits an Kunden ausgeliefert wurden. Grund hierfür seien Probleme mit der Dichtung des Batteriepacks, von dem behauptet wird, dass es zu „einem Kurzschluss oder einem thermischen Ereignis“  durch Wasser eindringen führen könnte.

Audi ist sich solcher Kurzschlüsse oder thermischer Ereignisse nicht bewusst. Der Rückruf erfolge lediglich „aus Vorsicht“.  Laut Audi gab es weltweit nur fünf Fälle, in denen die Batteriewarnleuchte aufleuchtete, die mit diesem potenziellen Problem der Packversiegelung zusammenhängen. Festzuhalten ist, dass die Ursache nicht in den Zellen oder Modulen der Batterie liegt, sondern eine defekte Dichtung den Akku anfällig für die Aufnahme von Wasser macht.

Feuchtigkeit, die in den Akku eindringt, kann zu Korrosion und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit  für andere Probleme, für einen kurzen Zeitraum führen. Es könnte auch zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eines Brandes innerhalb des Akku-Pakets führen – höchstwahrscheinlich nach einer schweren Kollision, so Audi.

Aufleuchten der gelben Batteriewarnleuchte ist unbedingt ernst zu nehmen!

Sofern die gelbe Batteriewarnleuchte auf der Instrumententafel kein Problem signalisiert hat, kann das Fahrzeug sicher weiterfahren, bis Audi mit einer Lösung für die betroffenen Fahrzeuge bereit ist – voraussichtlich im August.

Die Warnleuchte ist jedoch sehr ernst zu nehmen: „Sollte eine gelbe Batteriewarnleuchte erscheinen, sollten geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um das Fahrzeug im Freien anzuhalten und zu parken, nicht aufzuladen und die Pannenhilfe zu kontaktieren, um Vorkehrungen zu treffen, dass das Fahrzeug unverzüglich zum Händler zur Inspektion/Service geschleppt wird“, weist Audi an.

Wenn Kunden die Warnleuchte sehen oder wenn sie sich dafür entscheiden, ihr vom Rückruf betroffenes Fahrzeug nicht zu fahren, wird Audi das Fahrzeug an einem Ort ihrer Wahl abholen und nach Möglichkeit durch ein nicht betroffenen Audi e-tron ersetzen. Andernfalls erhält man für die Dauer der Instandsetzung einen vergleichbaren Verbrenner, sowie 800 USD-Guthaben, um die höheren Kraftstoffkosten und alle zusätzlichen Kosten, die dem Besitzer entstehen können, zu decken.

Reservierungssystem für neue Audi e-tron bleibt offen

Erst Mitte April haben wir darüber berichtet, dass im Audi Werk Brüssel nicht alles so läuft, wie es eigentlich sollte. Man soll Schwierigkeiten haben, die Produktion seinen ersten vollelektrischen SUVs e-tron auf die geplante Stückzahl hochzufahren. 20.000 Kunden sollen bereits einen e-tron reserviert haben, heißt es. Nun heißt es warten, obwohl erste Auslieferungen bereits erfolgen.

Demnach ist Audis südkoreanischer Akku-Zulieferer LG-Chem nicht dazu in der Lage, ausreichend Batterien aus seinem Werk in Polen zu liefern. Infolgedessen läuft die Anlage nur noch 6 Stunden pro Tag (statt mindestens 8) und angeblich wird sie bald auf vier statt auf fünf Arbeitstage reduziert.

Trotz all dieser Meldungen gibt Audi zu verstehen, dass e-tron, welche von dem Rückruf nicht betroffen sind, weiterhin lieferfähig sind.

Quelle: InsideEVs – Audi Recalls E-Tron SUV For Water Leakage That Could Result In Fire // GreenCarReports – Audi E-tron recalled for battery seal, potential “thermal event”

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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