Es ist Anfang Juni, als ich mich mit der S-Bahn Richtung Heilbronn aufmache. Unterwegs heißt es einmal umsteigen und ein paar Meter laufen, bevor ich in der Presse-Werkstatt von Hyundai ankomme. Dort kann ich nach ein paar Formalitäten und Unterschriften den Hyundai IONIQ Elektro Style entgegennehmen. Für die nächsten zwei Wochen gehört er mir und wird auf Herz und Nieren geprüft. Meine Erfahrungen aus dieser Zeit habe ich in dem nachfolgenden Test- und Fahrbericht des Hyundai IONIQ Elektro Style für dich festgehalten.

Wie du es aus meinen anderen Testberichten gewohnt bist, ist der Test des Hyundai IONIQ Elektro vollkommen subjektiv und betrachtet das E-Fahrzeug aus meiner Perspektive. Dabei versuche ich alle relevanten Punkte aufzugreifen und auch entsprechend interessante technische Details wiederzugeben. So lässt sich direkt vorab erwähnen, dass die Kompaktwagen-Baureihe IONIQ speziell für alternative Antriebe entwickelt wurde. Klimafreundliche E-Mobilität bieten hierbei die Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektro-Variante. Letztere wird ein wenig genauer von mir betrachtet.

Sollten von deiner Seite noch Fragen offen stehen, einfach melden und ich versuche diese zu beantworten. Basiswissen zum Elektroauto an sich kann dir dieser Beitrag vorab vermitteln.



Von Heilbronn in die Heimat mit dem Hyundai IONIQ Elektro Style

Die fünftürige Fließhecklimousine, welche mich in einem eher unscheinbaren Parkhaus nahe der Presse-Werkstatt erwartet, schaut selbst alles andere als unscheinbar aus. Auf den ersten Blick weiß das E-Auto mit kurzer Front und längerem Heck durchaus zu überzeugen. In der Trendfarbe weiß und der mittleren Ausstattungsvariante Style bleibt mir eigentlich nicht viel übrig, als einzusteigen, den E-Motor zu starten und die ersten Kilometer hinter mich zu bringen. 88 kW (120) PS sollen mich in die Heimat bringen, rein elektrisch versteht sich. Rund 70 Kilometer Fahrt gilt es hierbei zurückzulegen; auch wenn ich nicht gedenke den direkten Weg zu wählen.

Zu stark ist die Versuchung den IONIQ Elektro auf seiner Jungfernfahrt für Elektroauto-News.net ein wenig besser kennenzulernen. Mit einer Reichweite von 280 Kilometer nach NEFZ-Zyklung muss ich mir allerdings keine Sorgen machen am Abend wohlbehalten zu Hause anzukommen. Getrimmt ist der IONIQ von Haus aus auf Effizienz und Technologie. Hyundai Ingenieure und Designer arbeiteten während des gesamten Entwicklungsprozesses Hand in Hand. Durchaus sinnvoll, war doch von Beginn an klar, dass der Hyundai IONIQ das weltweit erste Fahrzeug sein wird, bei dem die drei alternativen Antriebe von Beginn an fester Bestandteil der Entwicklung sind.

Schlüsselsuche adé - Dank Smart-Key-System

Kommen wir jedoch zurück zur Jungfernfahrt. Schlüssel aus der Hosentasche kramen, einsteigen, Schlüssel ins Zündschloss stecken und los geht's... Könnte man meinen, ist beim IONIQ jedoch nicht der Fall. Der Schlüssel verbleibt in der Hosentasche. Lästiges suchen und kramen - im Idealfall noch mit vollen Händen - gehört der Vergangenheit an.

Die Zentralverriegelung mit Smart-Key-System erlaubt den Zugang alleine dadurch, dass der Schlüssel in der Nähe ist und entsperrt das E-Fahrzeug. Auch startet es ohne Schlüssel im Zündschloss, welches es übrigens gar nicht gibt. Ein simpler Start-Knopf reicht aus, um der 4,47 Meter langen Fließhecklimousine Leben einzuhauchen.

Welcher Fahrmodus darf es sein...

Und dann hört man das vertraute Geräusch eines E-Autos. Vorausgesetzt die Fensterscheiben sind unten und man lauscht aufmerksam. Denn im Gegensatz zu einem Verbrenner surrt der E-Motor des Hyundai IONIQ Elektro nur ganz sanft vor sich hin. Zumindest so lange bis man das Gaspedal betätigt. Vorsichtig. Denn der IONIQ reagiert durchaus auf den sanften Druck aufs Pedal. Je nach gewähltem "Drive-Mode" Mal mehr, Mal weniger stark.

Es gibt drei Fahrmodi (Eco, Normal, Sport), wobei die jeweilige Rekuperation nochmal unabhängig davon in vier Stufen modifiziert werden kann, inklusive "Segelmodus". Anpassen lässt sich die Rekuperation des IONIQ Elektro durch die Schaltpaddel, welche sich am Lenkrad wiederfinden. Mit ihnen kann der Fahrer die Rekuperation beeinflussen – und beispielsweise die Bremsenergierückgewinnung zugunsten eines flüssigeren Fahrverhaltens in der Stadt reduzieren.

Nach den ersten Kilometer geht das Prinzip in Hand und Fuß über. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Bremse in den zwei Wochen Fahrt mit dem IONIQ Elektro nur noch spärlich zum Einsatz kommt. Durch geschicktes Auswählen der Rekuperationsstufen lässt sich das E-Auto durch den Stadtverkehr navigieren, ohne das durch Bremsen eingegriffen werden muss. Selbst bei unserer doch sehr hügeligen Landschaft, war es ein leichtes von A nach B zu gelangen. Positiver Nebeneffekt: Der 28 kWh Lithium-Ionen-Akku lädt sich dabei noch auf.

Im Alltag entspannt unterwegs; wenn man möchte.

88 kW (120 PS) bringt der Hyundai IONIC Elektro von Haus aus mit. Ein maximales Drehmoment von 295 Newtonmeter zählt zu den Kennzeichen des Elektromotors, der den E-Hyundai auf bis zu 165 km/h beschleunigt. So schnell muss es aber gar nicht sein. Denn entspannen und gemütlich vor sich hingleiten kann man auch weit unterhalb der Maximal-Geschwindigkeit. Der Eco-Modus lässt einen beispielsweise gar nicht über die 120 km/h Grenze kommen. Zurecht. Selbst auf der Autobahn hat sich dies als vollkommen ausreichend gezeigt. Höhere Geschwindigkeiten verleiten nur zum Drängeln und energieeffizient ist dies dann auch nicht.

Gerade bei einem E-Auto hat sich für mich sowohl beim IONIQ, als auch anderen Modellen aus der Vergangenheit gezeigt, dass entspanntes Fahren an erster Stelle steht. Nicht schnellstmögliches zurücklegen einer Strecke von A nach B. Denn dann passiert auch beim E-Auto von Hyundai das Gleiche wie bei anderen E-Fahrzeugen. Die Ladeanzeige geht schneller, als man denkt von 100% in Richtung 0%. Reichweiten-Angst kommt auf und selbst die Klimaanlage vermag den Angst-Schweiß nicht zu mindern, der aufkommt, weil man nicht weiß, ob man das angestrebte Ziel erreicht.

Daher gemächlich fahren, mit der Rekuperation spielen (Schaltpedale am Lenkrad) und entspannt am Ziel ankommen. Bis zu 280 Kilometer sind laut Herstellerangaben nach NEFZ-Zyklus möglich. In der Realität bewegt man sich wahrscheinlich jedoch näher im Bereich zwischen 210 - 230 Kilometer. Zumindest sind dies meine Erfahrungen aus zwei Wochen mit dem Hyunda IONIQ Elektro. Aber keine Sorge; auch in Richtung der Null-Kilometer-Restreichweite kann man agieren. Aufladen lautet hier das Zauberwort!

Einmal Aufladen bitte!

Neigt sich die Restreichweite dem Ende, kann man dank mitgeliefertem ICCB-Ladekabel zum Anschluss an haushaltsübliche 230-Volt-Steckdosen gegenwirken. Wer jedoch nicht an der heimischen Steckdose aufladen möchte, der sollte sich eine entsprechende Alternative suchen. Die intelligente Technik des Ioniq Elektro ist praktischerweise mit nahezu allen Lademöglichkeiten kompatibel. Ob Haushaltsteckdose oder Schnell-Ladestation, ob Gleich- oder Wechselstrom – als Nutzer muss man das Fahrzeug nur anschließen, und der Ioniq Elektro stellt sich selbsttätig auf den jeweiligen Stromspender ein.

Glücklich kann sich hier schätzen, wer entsprechende Ladestationen in unmittelbarer Nähe hat. Ist bei uns auch der Fall. Allerdings scheinen diese gerade immer dann auszufallen, wenn ich das E-Auto laden möchte. Was kein Problem wäre, wenn das Typ 2-Ladekabel an der Ladestation fehlt, denn ab der Ausstattungslinie Style ist zusätzlich ein Typ 2-Ladekabel serienmäßig dabei, das für die Einstiegsvariante Trend optional geliefert wird.

Zur Einordnung der Ladegeschwindigkeiten sei gesagt, dass der Hyundai IONIC Elektro an einer 100-kW-Schnellladesäule in etwa 23 Minuten wieder zu 80 Prozent aufgeladen werden kann. An einer Station mit 50 kW Leistung dauert es 30 Minuten.

Bei Unternehmen, Energieversorgern oder Kommunen trifft man meist auf Wallbox mit 230 Volt Spannung und 4,6 kW Leistung, an diesen beträgt die maximale Ladezeit sechs Stunden. Eine herkömmliche 230-Volt-Steckdose, zumeist als Notlösung eingesetzt, benötigt je nach bereitgestellter Leistung mindestens 12 Stunden, um dem IONIQ Elektro von null wieder 100 Prozent Stromkapazität zuzuführen.



Ein Blick auf die äußeren und inneren Werte des E-Autos von Hyundai

Nicht nur die technischen Daten und kleinen Raffinessen des IONIQ Elektro spielen im Alltag eine Rolle. Auch das Aussehen sowie das gesamte Erscheinungsbild des Hyundai IONIQ Elektro bleibt natürlich nicht außen vor. Daher möchte ich auch hier einen kurzen Blick auf das Exterieur und Interieur des E-Autos werfen.


Exterieur des Hyundai IONIQ Elektro

Eins ist allen Varianten des Hyundai IONIQ gleich, die Fahrzeuglänge, diese wird mit 4,47 Meter angegeben. Auf einer gemeinsamen Plattform aufgebaut präsentiert man sich hinsichtlich Flexibilität, Platzangebot sowie Benutzerfreundlichkeit von der besten Seite. Möglich ist dies auch nur dadurch, da die Ingenieure keinen Kompromiss hinsichtlich des Platzes eingehen mussten. Die Antriebselemente befinden sich im Motorraum oder der Fahrgastzelle; ohne Auswirkung auf das Raumangebot für die Insassen.

Das Exterieur des IONIQ wurde mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet; dieses unterscheidet sich für die drei Antriebsvarianten bewusst nur in Details. Am auffälligsten dürfte hierbei die Front der Fahrzeugvarianten sein. Während die Hybrid-Modelle über einen schwarzen Kühlergrill in Hyundai-typischer Hexagonalform verfügen, macht der rein strombetriebene Ioniq Elektro mit einer silberfarbenen, geschlossenen Front auf sich aufmerksam.

Dennoch wartet auch der IONIQ Elektro mit einer coupéhafte Karosserieform mit flüssigen Linien und einem günstigen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,24 aus. Dieser hervorragende Wert wurde durch die aufwändige Entwicklung im Windkanal möglich. Zu den Unterschieden hinsichtlich der Plug-In-Hybrid- als auch reinen Hybrid-Version kommt der IONIQ Elektro mit einem Heckspoiler und Diffusor sowie einem aerodynamisch optimierten und großflächig verkleideten Unterboden daher. Auch das Raddesign und eine spezielle Luftführung an den Vorderrädern gehören zu den besonderen Details der rein elektrischen Variante.

In puncto Sicherheit ist festzuhalten, dass der Ioniq zu den crash-sichersten Modellen hierzulande zählt, denn bei den EuroNCAP-Tests erhielt er mit fünf Sternen die Bestnote. Hierzu hat sicherlich auch das besonderst starre Chassis seinen Teil dazu beigetragen. Mit 53 Prozent hochfester Stahllegierungen ist der Ioniq besonders steif, was sich in einem überlegenen Handling und hoher Schlagenergieabsorption bemerkbar macht.

Auffällig ist beim IONIQ Elektro vor allem das dynamisch wirkende Fließheck. Eine groß, weit öffnende Heckklappe bietet entsprechende Möglichkeit einen guten Zugang zum Kofferraum zu erhalten. Des Weiteren setzt sich die E-Variante des IONIQ durch abgesetzte Farbelemente an der Unterseite der Stoßfänger ab. Während die Hybrid-Modelle mit je nach Lackierung blauen oder silbernen Akzenten ihre Umweltfreundlichkeit betonen, setzt der Ioniq Elektro auf kupferfarbene oder silberne Elemente. Zudem rollt er auf 16-Zoll-Leichtmetallfelgen auf die Straße.

Für mich ein besonderes Highlight, welches man zwar auf den ersten Blick sieht, aber nicht im Detail erahnen kann, was sich dahinter verbirgt, ist die Außenfarbe des Fahrzeuges. Denn auch bei der Lackierung wird Umweltfreundlichkeit groß geschrieben: Die Bestandteile jeder der Außenfarben werden aus Sojaöl gewonnen. Was hinzu kommt: Motorhaube und Gepäckraumklappe sind wie auch Teile des Fahrwerks aus Gewichtsgründen aus Aluminium gefertigt – das spart im Vergleich zu Stahl nahezu 13 Kilogramm oder 45 Prozent. Und selbst die Gepäckraumabdeckung wiegt durch den Einsatz von Leichtbaumaterial 25 Prozent weniger.


Interieur des Hyundai IONIQ Elektro

Aber nicht nur beim Exterieur des IONIQ Elektro hat sich Hyundai entsprechende Gedanken gemacht. Auch im Inneren überzeugt das E-Fahrzeug durch höchste Ansprüche an Komfort, Konnektivität und aktiver Sicherheit. Im Innenraum wird man durch ein funktional-elegantes Ambiente empfangen, welches zugleich die Umweltverträglichkeit ins Zentrum rückt. Dies sieht man an umweltfreundlichen Materialien die in den Mittelpunkt gerückt werden.

Beispielsweise setzt Hyundai bei den Türinnenverkleidungen zum Teil auf recycelten Kunststoff, pulverisiertem Holz und Vulkangestein. Der Zuckerrohrfaseranteil beträgt über 25 Prozent. Bei gleicher Qualität, unverändertem Aussehen und uneingeschränkter Geräuschdämmung wird so das Gewicht im Vergleich zu konventionellem Material um 20 Prozent reduziert. Des Weiteren kommen Rohstoffe aus Zuckerrohr auch bei der Herstellung von Dachhimmel und Teppich zum Einsatz. Dies trägt dazu bei, dass die Qualität der Innenraumluft gesteigert wird und gleichzeitig die Recyclingfähigkeit von Fahrzeugteilen am Ende der Lebensdauer erhöht.

 

Das Pflanzenöl, welches sich bereits bei der Außenlackierung als besonders umweltfreundlich gezeigt hat, kommt auch beim Bedienfeld der elektrischen Fensterheber auf der Fahrerseite zum Einsatz. So besteht die dort auflackierte Farbe zu mehr als 13 Prozent aus biologischen Substanzen wie zum Beispiel Pflanzenöl. Gerade diese Kleinigkeiten, welche man erst bei genauem Nachlesen oder Hinschauen erfährt, sind es die mich von diesem E-Auto überzeugen.

Simple Dinge wie beispielsweise die serienmäßige Klimaautomatik, die sich in einen sparsamen Betriebsmodus umschalten lässt und nur den Fahrer kühlt oder wärmt, machen den Unterschied aus. Liefert die Klimaanlage so doch ein angenehmes und erfrischendes Klima mit möglichst minimalem Energieaufwand. Ab der Ausstattungslinie Style ist zudem eine Wärmepumpe serienmäßig an Bord. Diese wirkt sich positiv auf die Reichweite aus. Wenn der Wagen am Stromnetz angeschlossen ist, kann er vorklimatisiert werden und spart so ebenfalls Energie ein, die sonst aus dem Akku gezogen werden müsste.

Neben diesen kleinen Details überzeugt der IONIQ Elektro aber vor allem durch eins: Platz. Denn Dank des 2,7 Metern großzügigen Radstands finden bis zu fünf Insassen jede Menge Platz an Bord, können beispielsweise in Reihe eins über knapp 1,43 Meter Schulterbreite verfügen. Auch der Fußraum fällt mit 1,07 Metern vorne und knapp 91 Zentimetern hinten üppig aus. Beim Kofferraum verfügt man über ein Ladevolumen von 350 Litern (nach VDA-Norm 211) und bis zu 1.410 Litern (nach VDA-Norm 214) bei umgelegter Rücksitzbank.

Mich hat zudem die Mittelkonsole des E-Autos von Hyundai überzeugt, welche nicht nur übersichtlich aufgeräumt daherkommt. Sondern auch eine intuitive Steuerung und Ansprache verschiedenster Funktionen erlaubt. In der Mittelarmlehne vorn kann man sogar sein Tablet unterbringen und an der dortigen USB-Ladebuchse aufladen. Ob man dies tatsächlich nutzt, ist natürlich eine andere Sache. Für mich bot diese dennoch genügend Platz, um Geldbörse, Schlüssel, Kamera und Co. sicher während der Fahrt zu verstauen.


 

Technische Daten des Hyundai IONIQ Elektro im Blick

Der IONIQ Elektro kommt als klassische fünftürige Fließhecklimousine daher und wartet mit folgenden Abmessungen in mm auf: 4.470 (Länge) x 2.060 (Breite) x 1.450 (Höhe). Der Radstand wird in der offiziellen Broschüre (Stand Januar 2018) mit 2.700 mm angegeben.

Das Leergewicht des E-Autos wird Ausstattungsabhängig - nach EG-Betriebserlaubnis mit vollem Tank inkl. 75 kg Fahrergewicht - im Bereich von 1.420 bis 1.550 kg angegeben. Das zulässige Zuladungsgewicht bewegt sich daher ebenfalls im Rahmen von 330 bis 460 kg, je nach Ausstattungsvariante. Als Obergrenze dient hier das zulässige Gesamtgewicht von 1.880 kg als Grenze. Eine Anhängerkupplung gibt es für den Hyundai IONIQ Elektro nicht; daher muss man sich auch keine Gedanken hinsichtlich Anhängelast machen.

Angetrieben von einem Permanentmagnet-Synchronelektromotor (Wechselstrom), der vorne eingebaut ist, kommt der IONIQ Elektro mit einer Leistung von 88 kW (120 PS) daher. Der dafür notwendige Strom wird in einem Hochleistungs-Akku gespeichert, welches Unterflur mittig im Fahrzeug eingebaut ist. Der Lithium-Polymer-Akku kommt mit einer Batteriekapazität von 28 kWh daher. Einen Blick auf die Ladezeiten, auf Grundlage der unterschiedlichen Lademöglichkeiten habe ich bereits eingangs betrachtet.

Die Höchstgeschwindigkeit des E-Fahrzeugs wird mit 165 km/h angegeben. Mit einer Beschleunigung von Null auf Hundert in 9,9 Sekunde (Sportmodus). Von 80 auf 120 km/h geht's in ca. 7,7 Sekunden. Für mich keine ausschlaggebenden Werte; da das Fahrzeug bei mir eher zum gemütlichen, entspannten fahren genutzt wird. Was sich jedoch positiv bemerkbar macht, ist die sofortige Ansprache beim Anfahren. Selbst ein leichter Druck aufs Gaspedal reicht aus, um den IONIQ Elektro in Bewegung zu setzen.

In diesem Zusammenhang möchte ich zudem die Funktion "Auto Hold" erwähnen. Einmal nach Starten des Fahrzeugs aktiviert, muss man nach dem Stoppen an der Ampel nicht mehr auf dem Bremspedal bleiben. Der IONIQ Elektro bleibt so lange stehen, bis das Gaspedal wieder betätigt wird. Unglaublich komfortabel.

Die CO2-Emission, kombiniert [l/100 km] wird beim IONIQ nachvollziehbarer weise mit Null angegeben. Auf 100 Kilometer verbraucht das E-Auto im Durchschnitt 11,5 kWh. In der Praxis haben sich diese Werte eher im Bereich von 12,4 kWh aufwärts bewegt. Liegt aber natürlich an der individuellen Fahrweise jedes Einzelnen.

Hyundai IONIQ Elektro - ein Blick auf die Ausstattungsvarianten

Egal für welches der drei Ausstattungspakete man sich entscheidet, die Motorleistung des IONIQ Elektro ist bei allen die Gleiche. Die Leistung des E-Autos beträgt 88 kW beziehungsweise 120 PS. Die gleichbleibende Motorisierung greift hierbei nicht nur für die rein elektrische Variante des IONIQ, sondern auch für die Plug-In-Hybrid-Modelle als auch die Hybrid-Modelle.

Des Weiteren ist bei allen Ausstattungsvarianten ein autonomer Notbremsassistent serienmäßig mit an Bord. Dieser erkennt über Radarsensoren und Kameras beispielsweise die Straße überquerende Personen und andere Fahrzeuge und leitet automatisch eine Vollbremsung ein, wenn der Fahrer nicht auf optische und akustische Warnsignale reagiert. In der Praxis habe ich dies Mal lieber nicht getestet; wird aber sicherlich funktionieren.

Des Weiteren ist die Advanced Smart Cruise Control (ASCC) mit an Bord. Hierbei handelt es sich um eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsreglung, die selbsttätig die Distanz zum Vordermann hält und gegebenenfalls das Tempo reduziert und bei wachsendem Abstand zum Vordermann wieder steigert. So bremst ASCC den Ioniq Elektro beispielsweise bei Stop-and-Go bis zum Stillstand ab und beschleunigt den Wagen selbsttätig wieder, wenn der Verkehr innerhalb von fünf Sekunden wieder läuft. Eher durch Zufall wurde ich darauf aufmerksam; kann aber zumindest bestätigen, dass ASCC in der Praxis reibungslos funktioniert.

Hyundai IONIQ Elektro Trend - Austattungshighlights

Hyundai IONIQ Elektro Style - Austattungshighlights

Austattungshighlights zusätzlich zu Trend

Hyundai IONIQ Elektro Premium - Austattungshighlights

Austattungshighlights zusätzlich zu Style

Preise & Förderung durch Umweltbonus des Hyundai IONIQ

Die Elektroauto Kaufprämie wurde am 18.05.2016 im Kabinett beschlossen. Die eigentliche Kaufprämie fällt hierbei unterschiedlich hoch aus. So erhalten Käufer von rein batteriebetriebenen Fahrzeugen einen Zuschuss von 4.000 Euro, Fahrer eines Hybridfahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor erhalten eine Prämie in Höhe von 3.000 €. Bei den Hybridfahrzeugen ist ausschlaggebend, ob sich diese an der Steckdose laden lassen.

Somit kann man festhalten, dass es für den Hyundai IONIQ Hybrid keine Prämienförderung gibt. Der Plug-In-Hybrid des IONIQ wird jedoch mit 3.000 Euro und die E-Version mit 4.000 Euro durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert.

Hyundai IONIQ Hybrid

Hyundai IONIQ Plug-In-Hybrid

Hyundai IONIQ Elektro

Preisliste Stand Januar 2018

Ein Fazit nach zwei Wochen mit dem Hyundai IONIQ Elektro

Schneller als erwünscht steht Hyundai zur Rückführung des IONIQ Elektro in den eigenen Fuhrpark vor meiner Haustür. Das E-Fahrzeug hätte ruhig noch ein paar Tage oder gar Wochen länger bei mir bleiben dürfen. Dafür hat es einfach zu viel Spaß gemacht, im Alltag voll elektrisch von A nach B zu gelangen.

Ganz  ist es mir auch mit dem IONIQ Elektro nicht gelungen die Reichweitenangst abzulegen, dank Rekuperationspedalen, vorausschauender Fahrweise und ein wenig mehr Vertrauen in das E-Auto kam ich jedoch stets entspannt am Ziel an. Persönlich bin ich mittlerweile der festen Überzeugung, dass auch Verbrenner-Fahrer der ersten Stunde, nach ein paar Tagen in einem Elektroauto den Umstieg nicht bereuen würden.

Jedoch haben wir immer noch die Problematik der Ladeinfrastruktur, die zumindest bei uns, im eher ländlichen Bereich, alles andere als überzeugend ist. Hier wird sich aber sicherlich auch vonseiten der Politik in den nächsten Jahren noch einiges bewegen müssen. Damit E-Autos auch in größeren Stückzahlen auf die Straße können.

Ansonsten hoffe ich natürlich, dass dir mein Test- und Fahrbericht des Hyundai IONIQ Elektro Style gefallen hat. Bei Rückfragen zum Fahrzeug, meinen Eindrücken und meiner Meinung freue ich mich über einen Kommentar oder eine Mail von dir.

Disclaimer


Der IONIQ Elektro wurde mir für diesen Testbericht kostenfrei, für den Zeitraum von zwei Wochen, von Hyundai zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.