Tesla-Batterieforscher will 3,5-Millionen-Kilometer-Batterie erfunden haben

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Michael Neißendorfer
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Teslas Batterieforscher Jeff Dahn hat eine Elektroauto-Batterie in Aussicht gestellt, die eine Lebensdauer von mehr als 15.000 Ladezyklen erreichen und mehr als 3,5 Millionen Kilometer lang nutzbar sein soll – und das unter bestimmten Voraussetzungen sogar annähernd ohne Kapazitätsverlust. In einer auf YouTube veröffentlichten Präsentation diskutierte Dahn die aktuellen Testergebnisse dieser neuen Batterie, von der er hofft, dass sie die Messlatte im Bereich der Lithium-Ionen-Batterien gehörig nach oben verschieben wird.

Bereits im vergangenen Jahr hatten wir über Jeff Dahn, der mit der Batterieforschung für Tesla beauftragt ist und als Pionier der Lithium-Ionen-Technologie gilt, und seine neueste Entdeckung berichtet. Damals ging Dahn noch davon aus, dass die neuartigen Batterien in Elektroautos eine Laufleistung von 1 Million Meilen, umgerechnet gut 1,6 Millionen Kilometer, ermöglichen könnten. Dahn und sein Team haben die Batterien seitdem kontinuierlich weitergetestet – manche bereits drei Jahre lang und über mehr als 10.000 Zyklen.

Dahn kommt nun zu dem Schluss, dass diese Batterien in einem mittelgroßen Elektroauto eine Lebensdauer von mehr als 2 Millionen Meilen, also mehr als 3,5 Millionen Kilometer aufweisen könnten. Unter gewissen Umständen sollen die äußerst haltbaren Akkus diese Laufleistung sogar ohne nennenswerte Kapazitätsverschlechterung erreichen. Und zwar dann, wenn sie zwischen den Ladevorgängen nur zu 25 bis 50 Prozent entladen werden. Was mit den gängigen Strecken eines Pkw – gut 40 Kilometer pro Tag sind es bei einem durchschnittlichen Pendlerauto – und einer jederzeit zur Verfügung stehenden Lademöglichkeit problemlos zu bewerkstelligen wäre. Oder anders ausdrückt: Mit einem Tesla Model 3 Standard Range Plus könnte man mit 25 bis 50 Prozent der Batteriekapazität eine Strecke von gut 100 bis etwa 200 Kilometern zurücklegen.

Sind so langlebige Batterien überhaupt sinnvoll?

In Anbetracht dessen, dass diese Batterien praktisch ewig oder zumindest viel länger als die gängige Lebensdauer eines Autos halten könnten, wirft Dahn die Frage auf, ob wir tatsächlich Batterien brauchen, die so gut und langlebing sind. Und beantwortet sie aus mehreren Gründen mit Ja: Zum einen, da sie so in autonomen Roboterautos eingesetzt werden könnten, die statt wie sonst beim Pendler-Pkw maximal eine Stunde mehrere Stunden am Tag unterwegs sind und somit auch deutlich höhere Laufleistungen aufweisen. Zum anderen, da ein gebrauchter Akku, sobald das Chassis am Ende seiner Lebenszeit angekommen ist, entnommen und beinahe neuwertig in einem neuen Fahrzeug verbaut werden oder noch lange Zeit in Second-Life-Anwendungen wie stationären Speichern eingesetzt werden könnte.

Elon Musk, CEO von Tesla, hat zudem in der Vergangenheit bereits erwähnt, wie wichtig langlebige Batterien für andere Tesla-Angebote wie Powerwalls, Powerpacks und die geplanten Elektro-Lkw sind. Auch in V2G-Anwendungen, bei denen überschüssiger Strom aus E-Auto-Akkus bei Bedarf auch wieder ins Stromnetz eingespeist werden kann, wären langlebige Akkus nur von Vorteil. Interessanterweise hat Drew Baglino, einer der führenden Ingenieure von Tesla, erst vor Kurzem erwähnt, dass zukünftige Elektroautos des Herstellers aus den USA auch über bidirektionale Ladegeräte verfügen sollen, die V2G-Anwendungen ermöglichen würden.

Wie üblich gibt Dahn nicht bekannt, ob oder wann Tesla diese Änderungen auch umsetzt. Es darf aber damit gerechnet werden, dass seine Erkenntnisse auch der Verbesserung von Teslas selbst produzierten Akkuzellen dienen. Es wäre somit keine große Überraschung mehr, sollten Teslas neue 4680-Zellen eine überdurchschnittliche Langlebigkeit aufweisen.

Quelle: Electrek – Tesla battery researcher shows new test results pointing to batteries lasting over 2 million miles

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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