Zwischenstand des Umweltbonus zum 31. Dezember 2020

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Bis zum 31. Dezember 2020 gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 419.987 Förderanträge ein. Seit 30. November 2020 sind damit 58.365 Anträge neu hinzugekommen. Somit toppt die Anzahl der gestellten Kaufprämien-Anträge für Elektroautos und Plug-In-Hybride im Dezember abermals die Vormonate. Deutlich. Im Vormonat lag man noch bei 42.928 gestellten Anträgen, dem bisherigen Höchststand seit Auslobung des Umweltbonus.

419.987 Umweltbonus-Anträge wurden bis Ende Dezember 2020 gestellt

419.987 Umweltbonus-Anträge wurden bis Ende Dezember 2020 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingereicht. Die Anträge für Fahrzeuge mit Alternativem Antrieb haben sich somit im zwölften Monat des Jahres um die eingangs erwähnten 58.365 Anträge erhöht, welche somit abermals über dem Vormonat lagen.

Im Detail sieht man, dass 31.975 Anträge für Elektroautos, 26.390 Anträge für Plug-in-Hybride sowie zwei Förderanträge für Brennstoffzellen-Fahrzeuge dazugekommen sind. Sowohl bei den Anträgen für E-Autos und PHEV liegt man damit über dem Vormonatsniveau. Die Anzahl der Anträge für Brennstoffzellen-Autos ist im Vergleich zum Vormonat weiter zurückgegangen.

249.874 Anträge für reine E-Autos, 169.933 für Plug-in-Hybride und 180 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

249.874 Anträge für reine E-Autos, 169.933 für Plug-in-Hybride und 180  für Brennstoffzellen-Fahrzeuge – so lautet die Bilanz aller bisher gestellten Umweltbonus-Anträge, welche in Summe 419.987 Anträge auf die Kaufprämie für Fahrzeuge mit Alternativem Antrieb ergeben. Seit Februar gibt es mehr Geld, wenn ein E-Auto unter einem Listenpreis von 40.000 Euro erworben wird. 6.000 Euro statt 4.000 Euro werden nun vom Kaufpreis erstattet. Bei Plug-In-Hybride in dieser Preisklasse gibt es künftig 4.500 Euro statt 3.000 Euro. Für Elektroautos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro wird der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro.

Die Prämie wird hierbei zu gleichen Teilen vom Bund und dem jeweiligen Hersteller getragen. Bei Hybridfahrzeugen gilt es allerdings zu beachten, ob sich diese an der Steckdose laden lassen oder nicht. Somit greift der Umweltbonus lediglich für die sogenannten Plug-In-Hybride. Zudem ist es mittlerweile Tatsache, dass die Kaufprämien für den Kauf klima- und umweltfreundlicher Elektrofahrzeuge verdoppelt wurde. Die vorgesehene Erhöhung der Elektroauto-Kaufprämie auf bis zu 9.000 Euro ist rückwirkend zum 4. Juni, also dem Tag des Beschlusses, in Kraft getreten. Es ist daran zu denken, dass lediglich der Anteil der Bundesregierung verdoppelt wurde. Die Hersteller bleiben ihrem Umweltbonus-Anteil weiterhin treu.

Des Weiteren sei der Hinweis erlaubt, dass seit Ende November erstmals auch die Installation privater Ladestationen an Wohngebäuden mit 900 Euro pro Ladepunkt gefördert wird. Mit den pauschal 900 Euro wird nicht nur die neue Ladestation selbst, sondern auch alles weitere, was mit ihrer Installation einhergeht bezuschusst. Hierzu zählen etwa die Kabel sowie die notwendigen Arbeiten für den Netzanschluss, wie etwa Erdarbeiten, Wanddurchbrüche oder Putzarbeiten. Da explizit auch die Steuerung der installierten Ladeinfrastruktur verlangt wird, gilt der Zuschuss auch für Kosten, die im Zusammenhang mit der Einbindung eines Energiemanagementsystems bzw. Lademanagementsystems entstehen.

Anträge nach Antragsteller im Detail im Dezember 2020

Wie sich die bereits gestellten Anträge im Einzelnen verteilen, haben wir in einem der vorherigen Abschnitte erfahren. Interessant ist allerdings auch die Tatsache, wer den eigentlich die Anträge für den Umweltbonus stellt. Gestellt werden kann der Antrag für die Kaufprämie für E-Autos sowohl von Privatpersonen, als auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine werden. Nachfolgend betrachten wir im Detail, wie sich die gestellten Anträge auf die einzelnen Antragssteller aufteilen. Hierdurch ergibt sich folgendes Bild.

  • Privatperson: 180.095
  • Unternehmen: 223.931
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung: 1.541
  • Verein: 820
  • Eingetragener Verein, gemeinnütziger Investor: 874
  • Kommunale Betriebe: 1.221
  • Kommunaler Zweckverband: 204
  • Kirche, kirchl. Einrichtung, anerkannte Religionsgem.: 1
    Stiftung: 212
  • Körperschaft: 2.781
  • Eingetragene Genossenschaften: 1
  • Einzelunternehmer: 2

Das Verhältnis von Unternehmen zu Privatpersonen behält weiterhin eine starke Ausprägung zum Vorteil der Unternehmen bei. So zeichnen sich Unternehmen für knapp 53,3 Prozent der gestellten Anträge verantwortlich. Mag daran liegen, dass es eine Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen gibt. Denn der Bundesrat hat der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Förderung von Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung zugestimmt. Die Dienstwagenregelung wurde zudem, mit Wirkung vom 31. Juli 2019, bis Ende 2030 verlängert und sogar auf 0,25 Prozent-Punkte herabgesenkt.

Umweltbonus-Ranking der Hersteller und Modelle im Dezember 2020

Betrachtet man die Anzahl der gestellten Anträge für den Umweltbonus nach Hersteller ergibt sich folgendes Bild im Dezember 2020: An vorderster Front steht weiterhin VW (57.510 Anträge), welche im zwölften Monat des Jahres Renault (50.085) dann erst BMW (47.408) hinter sich lassen. Gepusht wurde der Antragsstand für VW E-Autos und PHEV sicherlich durch die im Oktober erfolgte Markteinführung des VW ID.3. Als auch die breite Aufstellung des VW Konzern im Bereich E-Autos und Teilzeitstromer.

Auf Abstand zu BMW folgt Mercedes-Benz mit derzeit 41.555 Anträgen auf den Umweltbonus. Wobei bei den Stuttgarter durchaus Wachstum zu verzeichnen ist; PHEV-Offensive sei dank. Dahinter folgt die Konzerntochter smart mit 28.997 Anträgen. Tesla musste auch im Dezember mit 24.397 Anträgen Hyundai weichen, welche sich mit 25.052 Anträgen ihrerseits nach vorne kämpfen. Hinter Tesla reihen sich Audi (22.298), Mitsubishi (19.036) sowie KIA (18.142) ein. Beim Ranking der Anträge für den Umweltbonus für einzelne Modelle ergibt sich im Dezember 2020 folgendes Bild:

Betrachten wir die gestellten Anträge je Bundesland ergibt sich folgendes Bild:

  • Baden-Württemberg: 69.140
  • Bayern: 77.069
  • Berlin: 12.392
  • Brandenburg: 8.334
  • Bremen: 2.215
  • Hamburg: 8.538
  • Hessen: 33.308
  • Mecklenburg-Vorpommern: 3.501
  • Niedersachsen: 35.767
  • Nordrhein-Westfalen: 106.447
  • Rheinland-Pfalz: 19.310
  • Saarland: 4.480
  • Sachsen: 11.485
  • Sachsen-Anhalt: 5.451
  • Schleswig-Holstein: 14.956
  • Thüringen: 7.516
  • Sonstiges (Ausland): 78

Weitere Informationen findest du direkt hier beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ein dicker Wermutstropfen sind die viele Plugin-Hybride, in meinen Augen „Schummel-E-Autos“, die nicht weiter gefördert werden sollte, denn diese haben mit Umweltschutz nur sehr wenig zu tun.

Auch wenn ohne die Plugin-Hybride die Zahlen dann nicht mehr so hoch sind, lieber ehrliche Zahlen und dabei viel Steuergeld sparen, das besser in Ladestationen investiert werden sollte als in die Firmenbilanzen.

Das sehe ich auch so. Die Plug-ins sind einfach ein Zugeständnis der Politik an unsere Autoindustrie, die mit EVs einfach noch nicht so weit sind. Irgendwann wird sich bei den Plug-ins aber was tun und die Förderung auslaufen oder in Schritten reduziert.

Das ist so nicht richtig. Ich gebe zu, dass ein PHEV für z.B. für einen Vertreter, der täglich weite Strecken zurück legt eine Mogelpackung ist. Ich hingegen lade meinen PHEV täglich und fahre zu 90% elektrisch… und jetzt bitte nicht wieder das Argument: Aber der Motor ist ja so schwer… Dafür habe ich nur eine sehr leiche 15 Kw/h Batterie die mir völlig ausreicht und fahre nicht eine 100 KW/h Batterie herum die ich nicht brauche. Da ist mein Motor vermutlich sogar leichter.
Lange Rede kurzer Sinn: Es kommt nur auf das Fahrprofil an. Außerdem wurde ich für einen BEV angefixt. Haben jetzt als Zweitwagen für meine Frau einen E Twingo gekauft…..

Andreas: Wenn Du so wenig mit Verbrennerantrieb fährst, hätte doch für Dich auch ein rein elektrisches Auto mit relativ bescheidener Reichweite ausgereicht. Damit hat ein Hybrid bei Deinem Fahrprofil ja überhaupt keinen Sinn. Und das Co2, das Dein Hybird in die Luft bläst, könnten wir uns sparen.

bergfex: Doch das macht absolut Sinn. Er hat ja schon ein kleines Elektroauto für die Kurz bzw. Pendelstrecke! Dann nochmal soein Auto? Und wie fährt er dann längere Strecken wie Urlaub oder ähnliches? Also wie Andreas geschrieben hat, ist es aus CO² technischer Sicht Umweltschonender einen PHEV zuzulegen als sich ein Elektroauto mit 80Kw/h+ Akku zu kaufen, denn bis der seine aus der Produktion ausgestoßene CO² Menge gegenüber dem PHEV wieder reinholt, vergehen locker über 150.000 Km! Wie schon geschrieben, kommt es aufs Fahrprofil an, und wenn er den PHEV zu 90% lädt, dann ist das die effektivste Sache (Stand jetzt)!

Wir haben uns ebenfalls als Zweitwagen einen e-Golf zugelegt. Dennoch wird das nächste Erstfahrzeug ein PHEV!

Ehrlich gesagt warte ich privat darauf, dass so ein neuerer, schöner Firmen-PHEV als 2-jähriger oder so erhältlich ist. So ein GLA, X1, Tiguan oder etwas in der Währung. Dank der Grosszügigkeit der deutschen Steuerzahler werde ich den so für 25’000.- erhalten, und er erfüllt alle meine Bedürfnisse für die nächsten ca. 10 Jahre, inkl. höhere Position, AHK für den Fahrradträger und Platz für 2 Enkel in Kindersitzen.
Nach recht ausführlichen Berechnungen werde ich dieses Gefährt bis zu seinem Lebensende (oder einem 3. Leben irgendwo weit weg) ca. 70’000 km Kurzstrecken rein mit Strom, mehrheitlich von meiner PV-Anlage, fahren und max. 50’000 km für Mittel- und Langstrecken mit Benzin. Das gibt dann im Schnitt so gut 2.5 Liter pro km. Mit dem heutigen Strommix produzieren die 50’000 km Verbrenner-Betrieb sicher nicht mehr CO2 als die grosse Batterie eines BEV (für die Produktion und den Betrieb).
Im Moment will ich einfach noch ein Universal-Fahrzeug für alle Bedürfnisse. Nachher kommt dann die sogenannt CO2-freie Lösung. Ob dass dann ein Kurzstrecken-BEV mit H2-Range-Extender oder alternativ wieder mit Bahn-Generalabo sein wird, werde ich noch sehen.

Mark Müller: sh. meine Antwort an Andreas (weiter oben), die für Dich genauso passt.

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