Kaum E-Autos in den neuen Bundesländern

Kaum E-Autos in den neuen Bundesländern

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1722117670

Elektroautos liegen im Trend – allerdings sind sie in Deutschland noch höchst unterschiedlich verteilt. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor, aus denen die „Zeit“ zitiert. Auf ostdeutschen Straßen begegnet man Stromern demnach eher selten, am stärksten verbreitet sind sie in Süddeutschland. Je 1000 Einwohner gibt es in Baden-Württemberg 9,6 Autos mit reinem Batterieantrieb oder Plug-in-Hybrid, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind es nur 3,1. Alle ostdeutschen Bundesländer liegen klar unter dem bundesweiten Durchschnitt von 7,1.

Auto-Experte Stefan Bratzel sieht mehrere Gründe dafür, dass sich E-Autos regional unterschiedlich verkaufen: große Auto-Standorte, das Ladesäulen-Netz und die Kaufkraft der Menschen vor Ort. „Mitarbeiterfahrzeuge und Zulassungen auf Mitarbeiter spielen eine wichtige Rolle„, sagte der Leiter des „Center of Automotive Management“ in Bergisch-Gladbach. Über die eigenen Mitarbeiter führe für die Konzerne ein wichtiger Weg, neue Fahrzeugmodelle in den Markt zu bringen. Hinzu kämen Carsharing-Flotten der Autobauer. Die höchste E-Auto-Dichte gibt es deshalb nach den amtlichen Zahlen mit Stand 1. Januar in Bundesländern, in denen Autohersteller ihren Sitz haben: Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Hessen.

Im Osten haben es E-Autofahrer außerdem weiter bis zur nächsten Lademöglichkeit, heißt es. Je Quadratkilometer ist für Mecklenburg-Vorpommern rund ein Ladestandort bei der Bundesnetzagentur registriert, in Nordrhein-Westfalen sind es etwa zehnmal so viele. „Es hängt stark an der Ladeinfrastruktur und an Garagen und Stellplätzen„, sagt Bratzel. Auch das verfügbare Einkommen spiele ein Rolle. „Bayern und Baden-Württemberg sind reiche Länder und auch deshalb bei neuen Technologien eher dabei.“ Zudem seien reine E-Autos bis vor Kurzem eher als Zweitwagen angeschafft worden. Mehrere Autos pro Haushalt gebe es eher in wohlhabenderen Regionen.

Inzwischen seien E-Autos durch die Förderung aber kaum noch teurer als Verbrenner, so Bratzel. Käufer profitierten zudem von geringeren Wartungskosten strombetriebener Fahrzeuge. Bund und Hersteller gewähren beim Kauf eines E-Autos Prämien bis zu 9000 Euro. Bei Plug-in-Hybriden sind es bis zu 6750 Euro. Ausgenommen vom Zuschuss sind Hybride ohne Stecker.

Zum Jahreswechsel gab es bundesweit rund 590 000 batterieelektrische oder Plug-in-Hybrid-Autos, das war gut ein Prozent des Bestandes. Die Kaufprämien lassen den Marktanteil wachsen. Im April wurden mehr E-Autos als Diesel neu zugelassen.

Quelle: zeit.de – Bei E-Autos herrscht in Deutschland ein West-Ost-Gefälle

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Kaum E-Autos in den neuen Bundesländern“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
14 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Naja braucht man nur auf die Ladesäulen Karten schauen, wenn selbst der Westen Deutschlands kaum welche hat wieviele gibt es dann in den Östlichen Ländern…
Das zum Thema Ladesäulen Ausbau…

Hinzu kommt noch, dass dort eine gewisse Partei viele Stimmen bekommt, die die Rettung des Deutschen Diesels zum Wahlkampfthema gemacht hat.

Dazu kommen noch andere Faktoren wie längere Pendlerstrecken, die Häufigkeit der Autos mit Langzeitfinanzierung (längere Haltedauer) und der hohe Anteil an älteren Personen. „Durch Förderung kaum noch teurer“, lustig – diese Äußerung lese ich ständig. 9000-11000 €uro mehr nach Förderung sind nach westlichem Maßstab sicherlich mickrig, wenn man mal die Ausstattungen anpasst damit es auch vergleichbar ist sieht es dann eben so aus. Jahr für Jahr werden die Preise je KWH produzierten Akku günstiger – nur beim Kunden nicht – die Mitnehmermentalität der Industrie. Mit E-Autos werden wieder die selben Fehler gemacht wie beim Benziner – braucht es denn E-Autos mit mit mehr als 20 kwh/100km, wir haben ja so viel Ökostrom zur Verfügung?!? Plugin-Hybride mit einem Kraftstofftank mehr als 10l hätte ich nicht gefördert auch E-Autos mit fehlender Wärmepumpe/Akkuklimatisierung nicht. Aber was will man machen, scheinbar ist der Schuldenberg nicht hoch genug. Ich selber warte für meine Frau als Pendlerfahrzeug bei 80km täglich auf ein E-Auto Kompaktwagen mit mindestens 400km Reichweite bei max. 30k mit aktueller Ausstattung.

Alle ostdeutschen Bundesländer liegen beim Einkommen klar unter dem bundesweiten Durchschnitt. Deshalb werden hier gerne abgelegte Audi A6 usw. gefahren. Als Zweitwagen wohl eher der Golf vom Opa. Nur Wenige haben das Geld sich ein Auto über 30k€ zukaufen, da wird es eher der Japaner für 20-25k€.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Opel Astra soll auch in besonders sportlicher Version erscheinen
Elektro-SUV Aiways U5 will mit innovativem Leichtbau punkten
REE zeigt Elektro-Lieferwagen mit nur sechs Meter Wendekreis

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).