Bundesverkehrminister Scheuer: Müssen Vorurteile entkräften, was Reichweite & Alltagstauglichkeit betrifft

Bundesverkehrminister Scheuer: Müssen Vorurteile entkräften, was Reichweite & Alltagstauglichkeit betrifft"

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Bereits im November 2018 forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mehr E-Auto-Engagement deutscher Hersteller. Etwas mehr als ein Jahr später gibt Scheuer weiterhin Strom und fordert die deutsche Autoindustrie abermals zu mehr Tempo beim Umstieg auf weniger klimaschädliche Antriebe auf. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) gab er zu verstehen: „Dass die deutsche Autoindustrie technologisch gut und innovativ ist, bestreitet keiner. Wir müssen diese deutschen Innovationen schneller auf die Straße bringen, erlebbar und alltagstauglich machen.“

Leute sollen neugierig gemacht und für E-Mobilität begeistert werden

Interessant ist vor allem seine Aussage, dass man „die Leute neugierig machen und begeistern“ müsse. Des Weiteren müsse man „Vorurteile gegenüber alternativen Antrieben entkräften, was die Reichweite betrifft und die Alltagstauglichkeit“, so der CSU-Politiker weiter. Den Vergleich über die Landesgrenze hinweg scheut er nicht und gibt zu verstehen: „Wenn ich mir manche Produkte ausländischer Autohersteller anschaue, dann steckt schon viel Image und Marketing dahinter. Unsere Stärke ist Perfektion. Aber Perfektion darf nicht zu Zeitverlust führen in der Entwicklung.“

Nicht nur der Verkehrsminister bezeichnete 2020 als „Hoffnungsjahr“ für weniger klimaschädliche Autoantriebe in Deutschland. In 2020 rechnet das BMVI mit einem massiven Anstiege der Anträge auf die Elektroauto-Kaufprämie (Umweltbonus) – ein Messgrad für den E-Auto-Absatz – , von rund 200.000 Neuanträge ist die Rede. Dennoch der Hinweis, dass Scheuer die Fokussierung auf rein batterieelektrische Antriebe für falsch hält: „Deswegen fördern wir vom Bundesverkehrsministerium technologieoffen. Mir ist ein Blick auf Elektromobilität zu eng – wir müssen technologieoffen bleiben“, so Scheuer. Eine ähnliche Aussage traf er zuletzt auch gegenüber der DPA: „Es kommen viele neue E-Auto-Modelle auf die Straße. Wir müssen aber technologieoffen sein.“

Technologieoffenheit sei für Mobilitätswandel ein Muss

Vielmehr bräuchte man die “ vollständige Technologieoffenheit bei alternativen Antrieben und Kraftstoffen.“ Diese Aussage bezieht er vor allem auf die fehlende Genehmigung des synthetische Kraftstoff Care Diesel. Alternative Kraftstoffe würden nur dann wirtschaftlich, „wenn wir in die Förderung gehen und damit auch in die Skalierbarkeit.“ Bei synthetischen oder regenerativen Kraftstoffen brauche es eine breite Offenheit.

„Damit wir so durchstarten, dass unsere Produkte wieder einen Schritt weiter sind als andere auf der Welt. Und dass diese Produkte dann überall gekauft werden, weil sie sauberer, effizienter und besser sind – und begeistern.“ – Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben haben in Deutschland immer noch nicht den Durchbruch auf dem Massenmarkt geschafft, auch wenn 2019 mehr Elektrofahrzeuge verkauft wurden. Um Klimaziele 2030 zu schaffen, hält die Bundesregierung bis dahin sieben bis zehn Millionen E-Autos in Deutschland für notwendig. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht gar davon aus, dass bis 2030 zehn Millionen Elektro-PKW benötigt werden, um die gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. Für 2020 geht man von 700.000 E-Auto-Zulassungen in ganz Europa aus.

Quelle: Süddeutsche Zeitung – Scheuer fordert Autoindustrie zu mehr Tempo bei Wandel auf

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Oh, der gibt ja mal was sinnvolles von sich. Und das von jemanden der sich mit Händen und Füßen gegen ein Tempolimit wehrt (was ich an sich aus Sicht des Spaßfaktors begrüße, auch wenn die Vernunft für ein Tempolimit spricht). Ich fürchte selber würde er sich aber kein E-Auto kaufen

Ja, da waren wir schon weiter: es gab da schon mal einen Verkehrsminister, der mit (s)einem i3 unterwegs war (medienwirksam)

Das klingt ja alles wunderbar, aber er so doch erstmal dafür sorgen, dass die erhöhte stattliche Förderung „auf die Straße“ kommt, dann kann ich auch aktiv werden und meine Zoe verbindlich bestellen….. den Worten (in diesem Fall von Anfang November 2019) müssen eben auch Taten folgen, aber da merkt man dann wieder, dass es eben „Politiker“ sind, keine „Macher“….

Das liegt ja nicht in der Hand der deutschen Politik. Es muss das europäische Gericht darüber entscheiden. Aber das mit der Aussage von Scheuer in Verbindung zu bringen, vermag kein gutes Omen zu bedeuten. Daher einfach mal abwarten. Ich hoffe die Entscheidung fällt positiver aus, als die über die Maut…

Mir scheint als würde hinter Technologieoffenheit einfach etwas Lobbyismus durchblitzen. Klar geht es hier doch darum unter dem Deckmantel die bestehende Verbrennungsmotorindustrie zu fördern indem hochgradig ineffiziente vermeintlich ökologisch produzierte synthetische Kraftstoffe als Teil der Lösung dargestellt werden. War es nicht so dass der Vorteil des Elektroantriebs sich genau im Vergleich mit synthetischen Kraftstoffen vervielfacht, da deren Herstellung ausgesprochen Energieintensiv sind? Das Prinzip könnte soweit nachvollziehbar sein, wenn wir die Windkraft massiv ausbauen würden und uns der Wirkungsgrad des Prinzips nicht weiter interessieren müsste wenn wir überschüssige Energie in synthetische Kraftstoffe umwandeln. An der Stelle geht es dann aber eher darum in Speichertechnik zu investieren, um die Windkraftspitzen aufzufangen und zum richtigen Zeitpunkt ins Netz geben zu können. Das letzte Jahr hat auch nicht den Eindruck gemacht als würde es eine Lobby für die Windkraft geben!

An den BEV wird in absehbarer Zukunft kein Weg vorbeiführen, die Vorteile gegenüber anderen Techniken sind zu überzeugend. Die Kunden sollte man dadurch überzeugen, dass man die objektiv noch vorhandenen Nachteile gegenüber konventionellen Autos beseitigt und nicht nur mit Kaufprämien abmildert.
Die gegenwärtig noch bestehenden Nachteile der BEV (hoher Anschaffungspreis, geringe Reichweite, relativ lange Ladezeiten) könnte man heute schon beseitigen, wenn man sie mit kleineren (und damit auch billigeren, leichteren und umweltfreundlicheren) fest eingebauten Akkus ausstattet, die für den normalen Tagesbedarf ausreichen und nicht immer größere Akkus einbaut, die fast nie ausgenutzt werden.
Für längere Fahrten könnte man sich dann (standardisierte) Zusatzakkus an einer (Autobahn-) Tankstelle fertig geladen ausleihen und gegen Ende der Fahrt wieder abgeben. Die an den Tankstellen/Batteriewechselstationen vorgehaltenen Zusatzakkus könnten als Puffer für das Energieversorgungsnetz dienen (und sogar darüber mitfinanziert werden).
Leider sind erste Versuche mit Wechselakkus gescheitert (Better Place, Tesla) und in aktuellen Konzepten zur Verkehrswende wird dieses Konzept nicht mehr berücksichtigt. Ich denke, dass diese Technik Potential hat, wenn man die Wechselakkus herstellerübergreifend standardisiert und in o.g. Weise mit fest eingebauten (herstellerspezifischen) Akkus kombiniert. Da die Wechselakkus nur noch als „Range Extender“ bei längeren Fahrten benötigt werden, würde sich auch der Aufwand für die erforderliche Infrastruktur und Logistik in überschaubaren Grenzen halten.

Dieses Gerede von Technologieoffenheit nervt nur noch. Jeder der sich etwas informiert erkennt sofort die Unsinnigkeit von Brennstoffzelle und Reagenzglas Kraftstoffen in täglichen PKW Verkehr. Wer wirklich etwas für die Umwelt tun will, soll Wallboxen fördern bzw. in Miethäusern möglich machen und Ökostromerzeugung fördern anstatt das Land im Braunkohletagebau zu verwüsten. Wir haben Januar, ich wohne in einer Mittelgebirgsregion, draußen sind 10 Grad PLUS, es ist Januar – noch Fragen H. Scheuer?

Technologieoffenheit bedeutet aktuell leider auch Verzögerung. Solange die Politik damit suggeriert es gäbe noch eine Alternativen zu BEVs bzw. eine Chance weiter mit Verbrennern „gutes Geld“ zu verdienen, werden sich die Großen nicht bewegen (s. Mercedes, BMW, Toyota, Honda, …).
Eigentlich dürfte die Politik nicht etwas speziell fördern – so wie derzeit, sondern müsste noch härter eine Reduzierung des Flotten-CO2-Ausstoßes FORDERN.
Mit den BEVs ist bewiesen, dass die Technik funktioniert und eine Reduzierung – auch kurzfristig – möglich ist. Die Politik muss jetzt einfach nur niedrigere Werte gesetzlich verankern.
Die Industrie hat doch dann keine andere Möglichkeit als zu liefern. Ob mit BEV oder einer alternativen Technik ist doch völlig egal, Hauptsache Sie liefert endlich.
Sie kann auch nicht unendlich hohe Preise dafür verlangen, da der Kunde das nicht bezahlen kann und wird. Der Markt wird das schon regeln die Politik muss nur den Rahmen vorgeben.
Solange aber subventioniert wird oder die Chance darauf besteht diese zu bekommen – und die Großen sind da gut darin Subventionen zu fordern und zu bekommen – wird die Industrie immer mit dem Finger auf die Politik zeigen sagen Sie muss erst dies und das.
Ich sage wir müssen aufhören uns vorführen zu lassen und unsere Politiker sollten auch mal die E… haben zu sagen „Ihr könnt, also macht auch – Punkt“.

Tsimit Po, der Trend geht aber zu grösseren AKKUs da sie leichter kleiner und billiger werden. Auch mit einem grösseren , kann man nur Kurzstrecken fahren und muss dann nur noch alle 2 Wochen mal Aufladen.
Aber deine Idee von „Einheitsakkus„ die man sehr einfach und schnell in Tankstellen wechseln könnte, ist nicht vom Tisch zu weisen.
– Aufladen unabhängig in ausgebautem Zustand
– kein Schnellader kann so schnell laden
– langsam laden ist viel besser für die AKKUs
– Längere Haltbarkeit
– AKKU s können in ausgebautem Zustand auf Vordermann gebracht werden
– uebersichtlichere und logischere Garantiegewärleistung
– Weniger Entsorgungsprobleme ,da die seltenen Erden wiederverwendet werden

@ Strauss:
Den Trend zu größeren Akkus (selbst wenn sie immer besser werden) halte ich ja gerade für falsch. Selbst neue und verbesserte Akkus werden in absehbarer Zeit immer ein Kostenschwerpunkt bei der Anschaffung eines Elektroautos sein. Wenn man nur noch einen halb so großen Akku braucht, ohne „Reichweitenangst“ zu bekommen, kann man deutlich Geld sparen. Ähnlich ist das mit dem Gewicht. Ein Akku wird nie so leicht wie ein Benzintank sein, also bringt ein kleinerer Akku besseres Fahrverhalten und Energieeinsparung beim Fahren. Weniger Akku erfordert auch weniger kritische Rohstoffe und produziert weniger CO2 bei der Herstellung.

Frage was für ein E Auto fährts Du ? Vermutlich kein Mitsubishi Mief , der 100 Km weit geht. Das war vor 10 Jahren weil es noch nichts besseres gab. Heutige mit so kleinen Akku s können nicht ccs Schnellladen und dann gehen die Ladeprobleme schon los . 30-50 KWh Akkus sind heute auch für kleinere Autos Stand der Technik und liegen unter 30 T. OPEL,VW,Peugeot. Seat, Skoda und auch Honda wird nachziehen. Sobald die auf dem Markt sind, kauft die mit kleineren Akku s kein Mensch mehr. Achtung, Startuper, die meisten machten bis jetzt erst Ansagen bezüglich billigen Preisen. Ein geringfügig grösseres Gewicht verbessert den Schwerpunkt und rekuperiert besser. Wo willst Du Geld sparen? Auch die kleinsten brauchen 12 KWh/ 100 KM. Vorsicht die Testangaben , 25 entsprechen Bleifussfahren auf der Autobahn bergauf. So fahren E Autoeigner nicht in der Praxis. So säuft auch ein Diesel 12 Liter. Falls Du noch kleinere Batterie willst, die Japaner bauen günstige Hybrids mit sehr kleinen Batterien. Renault Clio hat einen mit 1,2 KWh neu in der Pipeline.

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