E-Mobilität bei Minusgraden kein Problem – wir klären auf!

Elektromobilität bei Minusgraden
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In der aktuellen Folge unseres Podcasts rund um die E-Mobilität widmen wir uns einem Thema, welches gerade in den kälteren Jahreszeiten immer wieder auf den Tisch kommt: Elektroautos sind grundsätzlich nicht wintertauglich”.

So pauschal wie die Aussage daherkommt, kann man diese zunächst einmal nur als falsch deklarieren. Ein wenig genauer haben wir diese natürlich dennoch betrachtet und wollen mit diesem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen. Unterstützung erfahren wir hierbei vom TÜV Süd, der seinerseits Tipps ausgearbeitet hat, damit man auch im Winter Freude an seinem E-Auto hat.

Im Idealfall hörst du dir einfach die fünf Tipps an, welche du im Winter beachten solltest, um an deinem E-Auto Freude zu haben. Und ganz ehrlich. So schwer sind diese gar nicht umzusetzen.

Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

Skript zu Folge 010 des Elektroauto-News.net Podcast

Ich bin Sebastian und freue mich, dass du bei der aktuellen Folge des Elektroauto-News.net Podcast eingeschalten hast. In der heutigen Folge setzen wir uns Mal wieder mit der E-Mobilität auseinander. Wie sollte es auch anders sein.

Nachdem wir in einer der vergangenen Folgen über Argumente statt Klischees gesprochen haben, als es darum ging typische Argumente von Elektromobilitätsgegnern nicht mit ebenso ähnlich klischeehaften Antworten vom Tisch zu fegen, geht es heute auch um ein weit verbreitetes Missverständnis: Elektroautos sind grundsätzlich nicht wintertauglich.

Elektroautos auch im Winter eine gute Wahl

Mit diesem weit verbreiteten Vorurteil kann man direkt einmal aufräumen. Dies hat nun auch der TÜV Süd bestätigt, der seinerseits Tipps ausgearbeitet hat, damit man auch im Winter Freude an seinem E-Auto hat. Zwar verhält sich die Batterie eines Elektroautos bei niedrigen Temperaturen tatsächlich anders. Wer weiß wie, kann sich aber darauf einstellen und kommt prima lokal emissionsfrei durch die kalte Jahreszeit.

Und ganz ehrlich, es ist auch durchaus nachvollziehbar, dass die Automobilhersteller selbst, ihre Fahrzeuge auf Herz und Nieren prüfen, bevor diese auf die Straße gebracht werden. So absolvierten beispielsweise die Mercedes-Benz EQC Prototypen die Wintererprobung in Nordschweden erfolgreich, bevor sie überhaupt in die Serienproduktion gehen.

Seit Jahrzehnten testet das Unternehmen jedes neue Modell unweit des Polarkreises unter Extrembedingungen – bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 35 Grad Celsius, schneebedeckten Straßen und auf dem blanken Eis zugefrorener Seen.

Die Prüfstrecke hat es in sich, neben fordernden Hügelauffahrten mit bis zu 20 Prozent Steigung, Teststrecken mit unterschiedlichen Reibbeiwerten, Handlingparcours und Kreisbahnen auf dem nahezu blanken Eis des zugefrorenen Sees müssen die Modelle mit weiteren Herausforderungen rechnen. Festhalten kann man allerdings, dass diese Prüfstrecke maximale Anforderungen an die Antriebs- und Regelsysteme bilden.

Und eins ist auch klar, wenn E-Autos diesen Herausforderungen gewachsen sind. Dann schaffen sie auch die deutschen Wintertemperaturen und Herausforderungen. Damit, dass aber auf jeden Fall gewährleistet ist, gehen wir nachfolgend noch auf fünf Tipps zum Einsatz von E-Fahrzeugen im Winter ein.

Tipp 1 – Batterien habe es gerne warm

Die Garage ist für ein Elektroauto dringend anzuraten, denn Batterien von E-Autos haben es gerne warm. Wer also die Möglichkeit hat, sein Auto in der Garage zu parken und zu laden, tut der Batterie Gutes. Vonseiten des TÜV Süd wird dies wie folgt begründet:

“Gewisse Eigenschaften ändern sich mit der Temperatur und das ist im Fahrbetrieb auch spürbar. Die Batterie verliert bei sehr tiefen Temperaturen an Dynamik.”

Tipp 2 – Ladezeiten sind im Winter etwas länger

Das Laden verlangsamt sich bei kühlen Temperaturen etwas. Die geringere Dynamik sorgt auch dafür, dass die Ladezeiten im Winter ein wenig länger sind. Das gilt ganz besonders auch für die Schnellladung. Wenn ein Batteriesystem über Nacht ohne Ladung völlig ausgekühlt ist, wird der Strom zum Schutz der Batterie nur langsam auf den Maximalwert angehoben. Dies geschieht zu Schutz der Batterie und gegen bleibende Schäden.

Klar ist, dass bei niedrigen Temperaturen ein Akku nicht erwärmt sein kann. Er sollte aber beim Laden nicht unterkühlt sein. Eine bessere Temperatur ist daher nur nach einer beendeten Fahrt zu erzielen – also ist ein Ladevorgang möglichst nach der Fahrt zu planen. Ein ausgekühlter Akku nimmt nämlich weniger Energie auf, als er eigentlich könnte. Auch der TÜV Süd bestätigt, dass “eine normal betriebene Batterie schnell zurück zu gewohnter Performance findet, sobald die Temperaturen wieder über Null liegen”.

Dass es ohne Schnellladungen nicht immer geht, ist nachvollziehbar. Dennoch sollte man ab und zu darauf verzichten. Vor allem im Winter, wenn das Fahrzeug noch kühl ist.

Des Weiteren empfiehlt es sich den Akku im Bereich zwischen 20 und 80% zu laden, da dies am schonendsten für die Batterie ist. Beachtet man diese Punkte, ist das Laden von E-Autos im Winter gar nicht so umständlich, wie zunächst vielleicht angenommen.

Tipp 3 – Die Reichweite sinkt

Mit sinkenden Temperaturen gilt es sich auch auf sinkende Reichweiten einzustellen. Wie im vorherigen Tipp bereits erläutert arbeiten Akkus im unterkühlten Zustand nicht optimal. Dies wirkt sich durchaus auf die Reichweite aus. Weit höher ist allerdings der Einfluss der Heizung auf die Reichweite des eigenen E-Autos. Diese kann, je nach Leistung, schon mal bis zu 30 Prozent Aktionsradius kosten.

Immer bessere Batterietechnologie inklusive Wärmesystem, insgesamt größere Akkus und der Einsatz von Elektronik sorgen hier aber für stetige Verbesserungen. Und übrigens, auch ein Verbrenner braucht bei Minusgraden auch mehr Sprit.

Und aufpassen, nicht nur im laufenden Betrieb wirkt sich die Heizung auf die Reichweite aus. Fast jedes Fahrzeug lässt sich vorheizen. Sobald der eigene Akku Energie liefern muss, kostet das an Reichweite. Daher nur Aufheizen, wenn das E-Auto an der Ladestation steckt, weil die Energie dann direkt aus der Ladestation stammt.

Tipp 4 – Leichte Veränderungen beim Fahren sind bemerkbar

Beim Fahren kann man geringfügige Veränderungen feststellen. So sorgt einerseits die kältebedingte Dynamikeinbuße der Batterie für eine geringere Beschleunigung. Andererseits kann sich aber auch im Bremsverhalten eine wesentliche Änderung bemerkbar machen: Die Rekuperation, das heißt das Nutzen der Bremsenergie, wird verringert. Begründet wird dies hierdurch, dass die Batterie nicht die gesamte Leistung durch Rekuperation aufnehmen kann.

Hatten wir so bereits beim Tipp 2. Auch hier war der kühle Akku ausschlaggebend dafür, dass nicht schnell geladen werden kann. Denn der aufzunehmende Strom wird zum Schutz der Batterie nur langsam auf den Maximalwert angehoben.

Somit muss man als erfahrener Elektrofahrer, der bewusst die Energierückgewinnung zum Verzögern einsetzt, darauf achten, dass man bei sehr kalten Temperaturen mit leicht verminderter elektrischer Bremsleistung rechnen muss. Gleiches gilt übrigens auch, wenn man mit randvoller Batterie losfährt. Auch dann kann der aus Rekuperation gewonnene Strom nicht aufgenommen werden.

Tipp 5 – Sparsam Heizen

Die Verwendung der Heizung wirkt sich im Winter negativ auf die mögliche Reichweite des E-Autos aus. Statt also mit klassischer Heizung das E-Auto auf Temperatur zu bringen, empfiehlt es sich auf Sitz- und Lenkradheizung zu setzen. Diese sorgen ebenfalls dafür, dass man nicht als Eisblock am Ziel ankommt, sind aber wesentlich sparsamer als die Heizung.

Ansonsten gilt: E-Auto über Nacht an die Wallbox / Ladestation hängen und das Elektroauto vorheizen lassen. So erspart man der Batterie das energieaufwändige Aufheizen eines kalten Fahrzeugs. Außerdem ist es einfach angenehm in ein vorgeheiztes Auto zu steigen, inklusive eisfreier Scheiben. Kann wohl jeder nachvollziehen oder!?

Persönlich hoffe ich, dass dir diese Folge aufgezeigt hat, dass Elektromobilität auch bei Minusgraden funktioniert. Und wenn man den ein oder anderen Tipp noch beachtet, muss man nicht einmal frieren oder sich Sorgen um die Reichweite machen.

Shownotes & Outro

Bevor die Folge zu Ende ist, noch zwei Bitten meinerseits. Sollte dir die aktuelle Folge gefallen haben, dann freue ich mich über eine Bewertung bei iTunes, Spotify und Co. Oder eben dort, wo du unseren Podcast hörst.

Des Weiteren wäre es großartig, wenn du mir deine Fragen zur E-Mobilität per Mail oder direkt in unserem Portal, über die Kommentarfunktion zukommen lässt. Somit ist sichergestellt, dass wir auch in den nächsten Folgen des Elektroauto-News.net Podast Themen auf den Tisch bekommen, die dich und die anderen Hörer beschäftigen.

Und nun, bis zum nächsten Mal!

4 Kommentare

  1. ja wohl Sebastian, so ist es mit dem e auto im winter. du hast kaum was vergessen. Achtung auch die verbrenner brauchen mehr sprit im winter…………..
    durch die Winterreifen und höherem Stromverbrauch durch die längeren Nachtzeiten. die Heizung hast du angesprochen. der vorteil ist, dass die Wärmepumpe sowohl zum kühlen als auch zum heizen sehr Energie sparend eingesetzt wird.bei den phev s läuft bei extremer kälte auch der verbrenner kurzzeitig mit und hilft mit seiner Abwärme mit.dabei liefert er Strom für die batterie.
    nichts geht verloren.

  2. Diese 5 Winter Typs für e-Auto sind für mich persönlich gold Wert. 1. Ich wohne in einer eher kalten Region und 2. erhalte ich demnächst ein Tesla Mod3.
    Besten Dank für die Typs

    Werner Bundi

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